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Samstag, 6. Februar 2016

nicht aufzuhalten

Stundenlang brauchst du mich nicht...nicht direkt an deiner Seite. Du wuselst in der Wohnung rum, suchst dir Ecken, Hölen und Verstecke und führst intensive Gespräche mit den Räubern, Prinzen und Königinnen deiner Fantasie. Vor drei Monaten wolltest du auf gar keinen Fall auf die Windel verzichten. Heute bekomme ich nicht mehr mit, wenn du aufs Klo gehst. Es ist nicht aufzuhalten.
Höher, schneller, weiter scheint dein Motto bei jeder deiner Argumentationen. Du bleibst dran, wenn es um deine Ziele geht. Noch lebst du im Jetzt, machst Versprechen und Pläne für morgen, doch nur wenn es den Sinn im Jetzt erfüllt. Du suchst dir Ruhe, kuschelst dich ein in Decken, Tücher, Schals und Handtücher. Warum auch immer, hast du dabei meistens nackte Füße. Es ist nicht aufzuhalten.
Ich nehme mir ein Vorbild an deiner Fähigkeit über Gefühle zu sprechen. Wo mir der Hals geschlossen bleibt, erklärst du, nach Augenkontakt suchend, was in dir vorging, gerdae vorgeht oder wahrscheinlich vorgehen wird. Wo hast du all die Wörter her, die so präzise und doch naiv verdeutlichen, wie du dich fühlst?  Du liest meine Mimik und Stimme, ohne dich zu täuschen. Unbemerkt stehst du zwischen uns ganz still. Verkriechen möchte ich mich, wenn du dann abends mir flüsterst, wie sehr es in deinem Herz wehtut, wenn wir streiten.
Du fühlst so viel und verstehst immer mehr. Es ist nicht aufzuhalten.
Und wenn ich wie gerade voller Sehnsucht an deine ersten Tage bei uns denke, kommst du gerannt und küsst mich einfach so. Ich will ja gar nichts aufhalten. Nicht für immer. Nur für kurz...

Mittwoch, 30. September 2015

Rehlein 3 Jahre

Ein paar Wochen zu spät, schaffe ich es dann doch den Geburtstagspost zu schreiben...mein liebes Kind.
Das erste Mal hast du so richtig verstanden, dass du Geburtstag hast. Du warst schon lange vorher aufgeregt und wir haben die Tage gezählt bis es endlich soweit ist. Bis kurz vorher hatten wir keine Ahnung, was wir dir schenken sollen, denn so wie alle Kinder im Wohlstand hast du alles was du brauchst.
Du bist 106 cm groß und wiegst 15 Kilo und hast einen unglaublich großen Schritt gemacht! Was die Sprache angeht, lässt deine Entwicklung keine Wünsche offen. Du sprichst deutlich und sehr gerne, erzählst von deinen Erlebnissen, Wünschen und Träumen und hast ein Mega Elefantengedächnis. Du erinnerst uns, wenn wir Dinge vergessen und wickelst uns mit deinem Charm um den Finger. Dabei benutzt du clever verschiedenen Redensarten und verhandelst gekonnt mit uns. Kompromisse kannst du eingehen. Wenn du doch mal sauer bist, dauert es meistens nicht lange, bis du einen Lösungsweg gefunden hast, w aber auch sehr von deiner Tagesform abhängt. Nach dem Kindergarten muss der Stress ja auch irgendwo hin und zuhause bei Mama und Papa gehts halt am Besten. Du kämpfst für deinen Willen, bis dabei äußerst kreativ und nicht selten habe ich Mühe nicht zu lachen, wenn du mit eisenfester Miene und erhobenen Zeigefinger mir mit schief gelegtem Kopf einen Vorschlag machst, der nur für dich alleine Vorteile bringt. Du erfindets neue Wörter und singst dir selber aus dem Liederbuch vor. Du räumst mitlerweile alleine auf, haste natürlich keine Lust drauf - alles andere wäre ja auch ungewöhnlich. Motorisch hast du aufgeholt. Springen, rennen, klettern, Laufrad und schaukeln. Alles alleine und sicher. Jetzt kommt der Roller dran, den du dir so sehr zum Geburtstag gewünschst hast. Zahlen und Wörter sind für dich sehr interessant und so zählst du ziemlich sicher bis 10. Du erkennst deinen Namen und weißt, dass er mit dem "hoch, runter, hoch, runter - Buchstaben" beginnt. Wenn du einmal schläfst, was selten länger als 5 min dauert, bist du bis morgens tiefenentspannt. Hier hälst du dich strickt an die Regel unter der Woche geweckt werden zu müssen und am Wochenende zwei Stunden eher aufzuwachen. Einen Tag nach deinem Geburtstag bist du morgens das erste Mal alleine in deinem Zimmer geblieben und ich konnte mich nochmal hinlegen. Das lag vermutlich an dem Traumzelt, welches du bekommen hast. Es war so zucker, wie du über das Babyphone zu hören warst. Ich habe mich im letzten Jahr daran gewöhnt, dass du dich auch wunderbar ohne mich entwickelst, dass du eigenständige Entscheidungen triffst und durchaus auch mal nicht mit mir spielen möchtest. Viele Dinge möchtest du ganz alleine tun, wie Brot schmieren, einschütten, an und ausziehen. Selbstbewusst sagst du, dass du noch zu faul fürs Klo bist und daher lieber eine Windel trägst. Regelmäßig probierst du es auf dem Kinderklositz und hattest schon ein paar mal Erfolg. Wir drängen dich nicht und vetrauen dir, dass du schon den richtigen Moment für dich findest.
Fremden gegenüber bist du nach wie vor schüchtern. Haben sie ein gutes Händchen, beginnst du zügig ein Gespräch. Fordern sie wehement eine Hand oder Augenkontakt, lässt du sie kalt abblitzen, was wir super finden! Deine beiden besten Kindergartenfreundinnen sind sehr wichtig. Sie kommen in fast jeder deiner spannenden Geschichten vor. Vater - Mutter - Kind und Feuerwehrfrau spielst du im Monet sehr gerne. Sonst werden Puppen und du selber verarztet oder du kaufst für mich im Laden ein. Du baust Buden und Schlösser, malst, schneidest und klebst. Dabei lasse ich dich größten Teils alleine wuseln. Es gibt natürlich noch unzählige Dinge, die dich ausmachen. Ich muss einfach aufhören, nichts vergessen zu wollen! Einen so kleinen Menschen kann man nur kennen, wenn man ihn erlebt. Bis jetzt hast du alle um dich herum verzaubert. Seit dem Urlaub mit der Freundin, möchtest du besonders gerne ein Brüderchen - weil die so einen netten Bruder hat. Ich habe, genau wie der Platzhirsch, gerade eine neue Stelle begonne, die irre viel Spaß macht, daher müssen und wollen wir diesen Herzenwunsch noch nicht erfüllen. Es ist gerade alles so erschreckend unstressig mit dir, dass wir alle diese Phase genießen möchten. Die beiden weltbesten Omis unterstützen tatkräftig bei der Betreuung UND ich habe diese Woche mit meiner Stundenreduzierung begonnen. 2 Nachmittage, an denen ich dich selber in der Kita abholen kann und die ich mir nicht mit irgendwelchen festen Termin zuballern werde. Zur Musikschule gehst du 1x wöchentlich mit der Oma und nach der zweiten Stunde darf sie nun draußen warten.

Heute sind wir zuhause, weil das Rehlein gestern Fieber hatte. Ich gehe mit gutem Vorbild voran und ermutige alle Eltern ihr Recht auf Krankheitstage des Kindes zu nehmen. Kita hätte heute keinen Sinn gemacht, denn das Rehlein weint bei jeder Kleinigkeit, will ununterbrochen meine Aufmerksamkeit und versucht sein Unwohlsein zu definieren: "mein Bauch tut weh...ach nee die Füße...Mami, mein Kopf.."Ich habe Inflodoron als Globoli schon gestern gegeben und denke das genügt erst einmal.
Also bringe ich die Bude auf Vordermann (mit unzähligen Unterbrechungen) und sitze einfach mit meinem Kind auf dem Boden, wo sich Spielzeug in Bergen ansammelt.
Ich habe wie immer ein schlechtes Gewissen dem Job gegenüber, doch es verflüchtigt sich, wenn ich das Rehlein in den Arm nehmen kann...eben jetzt, wenn es mich braucht!











Samstag, 21. März 2015

Die passenden Worte

Ich habe vor kurzem ein Seminar für Tageseltern gegeben. Dabei sind wir auf das Thema "Beißen" gekommen. Wir haben darüber gesprochen, wie man im Allgemeinen mit Aggressionen umgeht.
Später abends habe ich darüber nachgedacht und festgestellt, dass das Rehlein bis jetzt noch nie etwas wie Strafe erlebt hat. Wir konnten es immer anders lösen. Im schlimmsten Falle, hat das Rehlein erlebt, dass wir nicht jeden seiner Wünsche erfüllen, dass wir nicht alles wollen, was es will.Ok, das Rehlein beißt auch keine anderen Kinder, haut und schubst nicht...zumindestens konnte es seine Konflikte bis jetzt anders lösen.Wenn das eigene Kind betroffen ist, reagiert man eh emotional. Ich kann nur von meiner Arbeit berichten und da fühle ich natürlich auch sehr mit. Ich fühle die Schmerzen, wenn sich ein Kind das Knie aufschlägt, weil es geschubst wurde, ich bin auch mal wütend, wenn ein Kind bewusst ein anderes verletzt. Doch ich reagiere kontrolliert und jede meiner Handlungen und Worte geschehen bewusst. Marte Meo spielt in meinem Leben eine große Rolle und besonders in solchen Konfliktsituationen gibt mir diese Methode den nötigen roten Faden. Nehmen wir mal an der Paul haut der Lisa mit der Schüppe auf den Kopf. Ich beachte Lisa als Erstes. Damit schließe ich aus, dass Paul durch sein Verhalten Aufmerksamkeit bekommt. Ich mache einen Anschluss an Lisas Gefühl :" Oh je, das tut dir weh, jetzt weinst du! Du weinst, weil Paul die die Schüppe auf den Kopf gehauen hat." Dann hole ich Paul dazu. Ich gebe ihm die Möglichkeit sein Verhalten zu reflektieren. "Paul, schau die Lisa weint. Du hast sie mit der Schüppe gehauen, weil sie deinen Eimer wollte. Du kannst sagen, nein Lisa! Was können wir tun, um Lisa zu trösten?" Es ist toll, wenn Paul dann von alleine eine Idee hat (pusten, Taschentuch holen etc) falls nicht, helfe ich und schlage was vor. So kann auch er mit einem guten Gefühl aus der Sache raus und Lisa erfährt den nötigen Trost.
Ich kann schon verstehen, wenn Mütter, Väter und auch Pädagogen Kinder auf die Bank setzen, weil sie selber nicht weiter wissen. Es ist das Gefühl von Ohnmacht, dass uns solche Maßnahmen ergreifen lässt. Es bringt nur Nichts. Ich habe noch kein Kind erlebt, welches durchs Wegsetzen sein Verhalten ändert. Es fehlt dann an den wichtigen Informationen über die Gefühle des anderen. Am Ende bleibt das Gefühl "ich kriege es nicht hin, ich haue andere, ich genüge nicht aus, um hier mit anderen Spaß zu haben". Solche Kinder entwickeln schnell ein miserables Selbstbewusstsein. Keine gute Voraussetzung für eine gesunde Entwicklung! Durch Marte Meo aber geht das Kind mit der Info aus der Situation, dass es helfen und trösten kann, dass man sich verzeihen kann.Und es lernt, welche Gefühle beim anderen durch sein Verhalten entstehen. So kann Paul beim nächsten mal sein Verhalten besser reflektieren.
Einige von euch finden dies unnatürlich. Es kommt euch vielleicht gestellt und unrealistisch vor.
Ich kann nur sagen, dass es dir den A.... rettet, wenn du mit mehreren Kindern alleine bist. Es rettet dich, wenn ein fremdes Kind dein eigenes haut, denn die anderen Eltern sehen, dass du kompetent damit umgehst und fühlen sich nicht als schlechte Mutter oder Vater (was sonst zwangsläufig geschieht, wenn keiner so richtig weiß, wie er mit der Situation umgehen soll. "Sowas macht man nicht etc", peinliches Schweigen, man geht sich aus dem Weg, schämt sich für sein Kind). Man hat nicht immer die nötige Zeit dies so kleinschrittig zu besprechen (obwohl sowas in der Regel nur ca 5 min dauert). Mal lässt der Entwicklungsstand des Kindes so ein Gespräch gar nicht zu. Und wenn es zum dritten Mal kurz hintereinander passiert, muss ich mit Paul besprechen, dass er etwas Anderes spielen soll oder rein gehen muss, weil er es im Moment nicht schafft ohne hauen.
Und doch geschieht dies alles mit Respekt. Wenn eines eurer Kinder also demnächst ein Anderes verletzt, kümmert euch erst um das "Opfer" und benennt die Gefühle beider Kinder. Glaubt mir, ihr fühlt euch danach tausendmal besser, als wenn ihr rumschreit und Strafen verhängt. Ich habe keine Angst vor Konflikten. Ich fand das Kind aus der Spielgruppe, welches es auf mein Rehlein abgesehen hatte zwar ziemlich blöd, aber der Gedanke, dass es anscheinend noch keine geeigneten Modelle entwickelt hatte, lies mich Mitleid und keinen Hass empfinden. Und vor allem tat mir die Mama leid, die voller Panik ihr Kind beobachtete und einfach nicht wusste, was sie tun soll. Ich habe ihr damals keine Hilfe angeboten, weil ich mich nicht aufdrängen wollte und weil ich dachte, sie fände das unverschämt. Doch heute mache ich es und finde auch meistens die passenden Worte.

Dienstag, 23. September 2014

"Der Papa macht das!"

Liebe Leute, wir befinden uns in einer spannenden Phase. Das Rehlein löst sich von mir, erkundet tapfer seinen neuen Lebensraum Kita und genießt offensichtlich die Gegenwart der Kinder dort; auch weil es dort nicht nonstop unter Beobachtung steht. Zudem beginnen sekundäre Bezugspersonen, wie die beiden Omis an Bedeutung zu gewinnen. Die Trotzphase, oder wie ich sie lieber nenne, Selbstständigkeitsphase hat ihren Höhepunkt erreicht. Stellt euch folgende Situation vor. Ich bastel mit dem Rehlein gemütlich. Es klebt, malt und fummelt mit allmögliche Materialien herum. Ich sitze dabei, benenne nur ( sieh auch Marte Meo: http://frauchenfrieda.blogspot.de/2013/11/marte-meo-entschlusselt-die-botschaft.html) und alles ist gaaanz entspannt. Plötzlich hebt sich der Blick des Rehleins, es sperrt die Augen auf und kreischt energisch : " Ich mach das!" Ich bleibe cool. Toll, wenn sie Aufgaben alleine bewältigen möchte. Gut, wenn sie sich diesbezüglich ausdrücken kann. Machmal schwierig wird es, wenn mein Kind von seinem Gefühl der Ambivalenz überwältigt wird und nicht mit und nicht ohne die Mama durch eine Situation kann. Doch auch dies entspricht der normalen Entwicklung. Trotzdem bin ich hin und wieder überrascht, wie extrem sich das Rehlein um seine Selbstständigkeit bemüht. Nun gut. Jetzt haben wir ja die Trennung von mir im Kindergarten mehr als erfolgreich gemeistert. Großes Lob an dieser Stelle an die Traumerzieherinnen! Und somit hat mein Kind den ersten Schritt gemacht und muss sich ja auch für seine weitere Entwicklung immer mehr von unserer symbiotischen Beziehung lösen. Es erlebt, dass es auch ohne mich überleben kann, dass ich nicht vollkommen bin. Und hier kommt der Papa ins Spiel. Als wichtige Bezugsperson hatte er immer schon eine wichtige Stellung. Nun aber braucht das Rehlein ihn, um sich weiter von mir lösen zu können. Quasi wie einen Lotzen, der die Welt ohne Mama erfahrbar macht. Ich möchte Müttern, die das auch durchmachen beruhigen und werdene Mütter darauf vorbereiten. Mädels, macht euch nicht verrückt!Mein Rehlein lenht mich in bestimmten Situationen total ab. Schon wärend des Abendessens macht sie klar, dass der Papa gleich Zähneputzen, Umziehen und Vorlesen gestaltet. Manchmal darf ich sogar nicht gucken, wenn die zwei beschäftigt sind. "Der Papa macht das!" Wichtig ist hierbei, dass der Papa, ebenso wie die Mama nicht enttäuscht, wütend oder ähnliches reagiert. Damit würden wir dem Rehlein die Verantwortung für unsere Gefühle geben. z.B. "jetzt bin ich aber ein bischen traurig, dass du nicht zu mir möchtest.." Wir bleiben gelassen und akzeptieren das. Ich, die zweifelsohne beim Lesen gerne kuscheln würde, um die eigene Sehnsucht zu befriedigen und auch der Platzhirsch, der sich nach getaner Arbeit ein bischen Untersützung bei den Abendritualen wünscht. Ich bin deswegen ja nicht weniger wichtig. Im Gegenteil! Erlebt mein Kind die Akzeptanz seiner Gefühle durch mich, leiste ich einen wichtigen Beitrag zu seiner Entwicklung im Bereich Emotionswissen. Es lernt, dass es seinen Gefühlen vertrauen kann, dass es Gefühle aussprechen und ausleben darf. Natürlich geht das mit dem "der Papa macht das" nicht immer. Dann mache ich es und wir beide zeigen uns einig.
Wir sind gespannt, was sich das Rehlein noch alles einfallen lässt, um unsere Elternkompetenz zu prüfen.
Habt oder hattet ihr auch "Nur der Papa - Phasen"? Her damit, denn geteiltes Leid..ihr wisst schon.

Sonntag, 17. August 2014

2 Jahre Rehlein

Mein kleines Rehlein. In Superultraschallgeschwindigkeit bist du 2 Jahre alt geworden. Nachdem ich das erste Jahr noch begreifen konnte, stellt sich mein Verstand, bei dem Versuch das zweite zu erfassen, einfach quer. Wie konnte das so schnell passieren?!
Du bist heute zwei Jahre und drei Tage alt. 93 cm groß und 11,8 kg schwer. Du hast Schuhgröße 25/26 und ich kaufe nix mehr unter 98/104 Kleidergröße.
Wenn du rennst, bleibt mir immer noch ab und zu das Herz stehen, so wackelig erscheint mir dein Flitzemodus. Doch nur selten geht was schief. Klettern, rennen, balancieren und springen klappt alles super
Dein Wotschatz erweitert sich täglich und gerade jetzt, nach zwei Wochen Kindergarten, sind wir immer wieder platt, was für Redewendungen du verwendest.
Aktuelle Favoriten:
"Das darf doch nicht wahr sein!"
"Alter Schwede!"
"Ach du meine Güte!"
Grundsätzlich kannst, möchstest und weißt du alles, was Mama und Papa können, möchten und wissen.
Der große Trotzanfall lässt noch auf sich warten und bis jetzt zeigst du eine große Kooperationsbereitschaft.
Du gehst aufs große Klo, aber bis jetzt nur als Trockenübung. Schlafen und Essen...ganz ehrlich? Völlig unkompliziert. Da haben wir wohl einfach Glück gehabt! Du isst und trinkst selbstständig. Die Flasche abends habe ich vor ca zwei Monaten einfach weggelassen. Stattdessen abends noch einen Schluck Wasser aus dem coolen pinken Becher. Dies hat irgendwie gereicht, um dich zu überzeugen. Ja, auch hier einfach Glück gehabt ;-) Viel spannender ist es aber, wie sich dein Character entwickelt. Du singst oder summst sehr viel. Ich kann die, dir bekannten Melodien gut erkennen. Bücher sind nach wie vor wichtig für dich. So ließt du dir oder deiner Puppe regelmäßig etwas vor. Zuhören lohnt sich immer, denn das ist zuckersüß und zum Totlachen! Du hast die ersten Freundschaften geschlossen, die durch regelmäßige Kontakte wirklich von großer Bedeutung für dich sind. Ich sehe dies daran, dass du mit deinen Freunden am Spielhandy telefonierst, Geschichten über sie erfindest oder auch beim Gute Nachgebet an sie denkst. Du gehst für eine Zweijährige recht sorgsam mit deinen Spielsachen um. Spielst ganze Einkaufsscenarien nach und fährst gefühlte 100 mal am Tag mit deiner Puppe in den Urlaub. Bei all dem Spielzeug, das du angesammelt hast, spielst du im Moment doch am liebsten mit dem Papa "Eismaschine". Dabei setzt ihr euch vor die Heizung und du schraubst an dem Temperaturregler rum. Der ist Waschbecken und Maschine zusammen. Immer wieder geht die Eismaschine kaputt, damit der Papa sie reparieren kann. Er macht dabei spannende Reperaturgeräusche und du himmelst ihn an und bekommst gar nicht genug von diesem Spiel. Du verwendest im Spiel unterschiedliche Stimmlagen und schlüpfst schon in verschiedene Rollen. Wir konnten dir einen großen Fundus an Spielfähigkeiten mitgeben, die dich im Kindergarten sicher zu einer beliebten Spielpartnerin machen. Überhaupt beschäftigst du dich gerne alleine, kramst in deinen Sachen rum und quasselst non stop vor dich hin. Du hast viel Sinn für Humor und ich wiederhole die Gags nur zu gerne für dich immer und immer wieder, nur um deine Quitschelache zu hören.
Du magst es nicht, wenn dir fremde Leute in die Augen schauen. Ist dir irgendwie zu nah, denke ich. Doch nach einer kleinen Weile wirst du mutiger und begegnest allen offen und freundlich. Leider kommst du selten kuscheln, doch damit komme ich zurecht. Wir haben viele kleine Rituale, mit denen wir uns unsere Zuneigung zeigen. So wird sich abends vor dem Schlafengehen immer noch einmal gedrückt. Alle drei mit umschlungenden Armen. Dabei klopfst du uns mit einem weisen Gesichtsausdruck liebevoll auf die Schultern.
Mein Kind, mein Herz ist bis zum Rand gefüllt mit Liebe für dich. In manchen Momenten läuft es über und dann tut es ein wenig weh. So bist du mir am Freitag das erste Mal in die Arme gelaufen, als ich dich aus der Kita abgeholt habe. Dafür hattest du vorher wahrscheinlich keine Kopf. Dabei hast du laut gelacht und wir haben kurz alles um uns herum vergessen. Ich lerne gerade dich loszulassen...ein kleines Stück. Wenn ich sehe, wie du selbstständig die Welt eroberst und dir deine Freiräume erkämpfst, platze ich vor Stolz! Jeden Tag aufs neue glaube ich, dich nicht noch mehr lieben zu können, bis du mich im nächsten Moment eines besseren belehrst.
Mein Rehlein, meine Zaubermaus, mein Wunder, meine große Tochter. Ich wünsche dir und uns als Familie, dass du dich so entwickeln kannst, wie es deiner kleinen Seele am besten gefällt!

Sonntag, 16. März 2014

Rallalla

Einer der Dinge, die sich der Platzhirsch und ich bereits vor der Geburt des Rehleins vorgenommen hatten, war zum Beispiel, den Fernsehkonsum so gering wie möglich zu halten. Das lässt sich auch ohne Weiteres durchführen, da tagsüber eh nix Vernünftiges läuft und ich es hasse, wenn die Kiste "beiläufig" in Betrieb ist. Wir wollten auch nicht, dass das Rehlein seinen Vater immer nur am Rechner erlebt. Zumindestens hatte ICH diesen Wunsch eindrücklich geäußert. Ist nur ein bischen schwierig, wenn der Papa im Homeoffice arbeitet und sich sein Arbeitsplatz im Wohnzimmer befindet. Glücklicherweise beherrscht er die Fähigkeit des Ausblendens perfekt, stört sich nicht an uns und macht sich selber quasi unsichtbar. Das Rehlein zeigte bislang kein großes Interesse für den PC. Dann kam diese wirklich anstrengende Phase und jedes Angebot wurde wütend und knatschig für blöd befunden. Da hatte ich die glohrreiche Idee, das Lieblingslied des Rehleins bei Youtube zu suchen und fand auch gleich viele Angebote, von ziemlich dämlich, bis irgendwie merkwürdig. Doch dann klickte ich plötzlich auf eine Version, die geradezu entzückend war. Die Vogelhochzeit lief liebevoll animiert ohne viel Tamtam vor unseren Augen ab und wir beide waren hin und weg. Sowas musste direkt 3 mal hintereinander geschaut werden. Das Rehlein gluckste dabei vergnügt und zeigte immer wieder aufgeregt auf den Bildschirm. Am nächsten Morgen, kam sie zu mir gerannt, streckte die Arme hoch und rief :" Arm...Rallalla!" Also "Rallalla" geguckt und zusammen gefreut. 
Ob es auch den kleinen Maulwurf gibt? Oder die kleine Raupe Nimmersatt? Ja, es gibt sie, die schönen unaufgeregten Filmchen, die max 5 min dauern und genau den im Buch geschriebenen Text wiedergeben. Also haben wir nun drei Favoriten, die hin und wieder zum Einsatz kommen, wenn ich z.B. mal den Tisch decken möchte, ohne Kind am Bein. Doch nur, wenn der Platzhirsch da ist und mit dem Rehlein zusammen schauen kann.
Ich habe mich auch stets bemüht, nicht ständig Fotos mit meinem Smartphone zu machen, um nicht allzu viel Interesse des Rehleins am Handy zu wecken. Dieser Versuch war natürlich für`n A....! Unbeobachtet kann ich sie zwar knipsen oder Filmen, aber wenn ich entdeckt werden, hab ich augenblicklich einen kleinen Zwerg auf dem Schoß, der unbedingt und sofort, alles neu Entstandene sehen möchte.
Wir haben uns dazu entschieden, das Rehlein auch in der Zukunft nicht vor irgendwelche Sndungen zu setzten, sondern ausgewählte Videos zu nutzen, um im "Notfall" die Laune zu heben. Und das auch nicht täglich. Im Grunde muss es natürlich jeder selber wissen, ab wann und wieviel Medienkonsum man seinem Kind "antut". Ich persönlich hatte erst mit vier Jahren die Möglichkeit zuhause. Es gab da damals einmal die Woche "Die Sendung mit der Maus" in Schwarz-Weiß. Der Platzhirsch schaute mit vier Jahren zum ersten Mal Star Wars (Eps. 6) und es ist trotzdem ein intelligenter Mann draus geworden. Aber was das angeht, haben wir schon geklärt: Star Wars gibbet definitiv nicht mit vier Jahren fürs Rehlein! Nein auch nicht, wenn es da kein Blut und eine klare "Gut - Böse Darstellung" gibt. Der Platzhirsch ist ein Nerd, der in der Gamesbranche arbeitet. Medien werden also immer einen besonderen Stellenwert bei uns haben. Doch hier gilt Qalität statt Quantität! Entscheidend ist, wie sieht das Entertainmentprogramm ohne Medien aus? Doch Kinder brauchen Zeit. Zeit für sich. Zeit für Langeweile, um aus sich selber heraus eine Idee entwickeln zu können. Ich beginne manchmal ein Freispiel mit dem Rehlein und ziehe mich dann nach einiger Zeit zurück. Ich beschäftige mich alleine mit Haushalt oder Ähnlichem und wenn das Rehlein mit mir zusammen spielen möchte, habe ich auch meistens Zeit dafür. Und wenn es eben mal nicht geht, wird das erklärt. Die Akzeptanz dafür ist logischerweise in dem Alter von 1 1/2 Jahren noch recht gering. Und trotzdem lernt es, sich immer schneller zu regulieren. So klebte es eben noch an meinem Bein und wollte nix alleine machen, jetzt sitzt es mit einem großen Wimmelbuch alleine auf der Cauch.
Ich suche schon länger auf ebay nach meine  liebsten Kinderfilmen und Serien, wie "Kinder aus Büllerbü", "Ronja Räubertochter" und "Es war einmal das Leben" und kann es nicht erwarten diese mit meinem Kind im Kuscheldress auf dem Bett zu gucken. Doch das hat noch Zeit. Bis dahin haben die großen Leute hier zuhause eben häufiger mal den "Rallalla - Ohrwurm".

























Montag, 3. März 2014

Kontrollverlust

Seit fünf Tagen habe ich einen fanatischen Superfan-Stalker hier zuhause.
Nach einem 24 Stunden Fieber ging es los. Plötzlich verwandelte sich mein liebstes Rehlein in einen kleinen Wutzwerg, der wenn er nicht gerade wütend ist, bitterlich knatscht. Dabei heult das Rehlein in herzzerreißenden Tönen. Gerne auch ganz leise und hoch. So, als würde es für eine dramatische Szene im Theater üben. Außerdem klebt es an mir und fordert dies ständig - und ich meine ständig - von mir ein:
R: "Arm"!
Ich: " Ich kann dich jetzt nicht auf den Arm nehmen, weil ich gerade koche/putze/etwas anderes trage/ auf dem Klo sitze"!
R: "Schoß"!
Ich: " Nein, auf den Schoß geht jetzt auch nicht"!
Dann wird kräftig geweint. Und dabei zeigt sich eine erstaunliche Beharrlichkeit, die meistens dazu führt, dass ich - naja ihr wisst schon- meine Tätigkeit unterbreche.
Zunächst schob ich es auf die Zähne. Ist ja auch so einfach, um sich keine weiteren Sorgen machen zu müssen. Doch genauer betrachtet, glaube ich, dass mein Kind beginnt zu verstehen, dass wir beide nicht ein und die selbe Person sind. Das löst bestimmt eine Menge Stress aus, wenn man verzweifelt versucht die Kontrolle über die Mama zu behalten. Da erscheint mir die "Arm- Schoß" Strategie sinnvoll. Leider kann der Rehleinpapa nicht wirklich helfen, da das Kind einfach nicht zu ihm will. Es will schon, doch nur, wenn ich auch dabei bin. Wenn wir im Supermarkt eine Freundin treffen, muss das Rehlein plötzlich anfangen zu weinen. Und ich habe nur wunderschöne und nette Freundinnen. Egal, nicht die Mama - blöd!
Auch beim Essen scheint das Kind völlig von seiner eigenen Ambivalenz überfordert zu sein.
Ich: " Möchtest du Ei?" (Totales ♥ Essen)
R: " Ja!......NEIN..(schrei, heul)...Jaaaaaaa, haben"!
Ja, ich weiß. Ich bin mit einem wundervollen und normalerweise sehr anpassungsfähigen und flexiblen Kind gesegnet. Da haben andere Eltern nicht erst mit 18 Monaten das Gefühl bekommen, sie leben mit einem Kampfgnom. Ich bin wirklich selber schuld, dass ich andere Mütter, auf ihr Nachfragen hin, von unserer heilen Ponyhofatmosphäre erzählt habe. Zu denen muss ich jetzt nicht ankommen um mein Leid zu klagen. Ähhh, ja es sind erst fünf Tage und trotzdem kommt es mir vor wie eine Ewigkeit. Welche Erlösung bringt mir da der Einblick in diverse Fachliteratur, dessen Inhalt ich ja eigentlich aus beruflichen Gründen praktisch auswendig wissen müsste. Habe ich nicht selber den Mamas lächelnd über den Rücken gestrichen und geseuselt: " Sie wissen ja, mit anderthalb entdeckt ihr Kind, dass es nicht die totale Macht über sie und ihre Gefühle hat." Gesichtsausdruck der Mütter immer so: Hat es nicht?
Und jetzt ertappe ich mich, wie ich nervös wegschleiche vom Puppenspiel, um nur einen Kaffe wenigstens halb austrinken zu können, ohne spitze Kinderknochen auf dem Oberschenkel (wie machen die das nur, dass die ihr Gewicht immer so ausbalanchieren, dass...?)
Die Foren im Internet lassen vermuten, dass diese Phase sogar Monate dauern kann. Bestimmt gehts bei uns schneller! *Universumswunsch* und wenn man bedenkt, welche Kriese Kinder in dem Alter durchleben, muss man für einen fanatischen Superfan - Stalker noch dankbar sein. Habe ja schließlich selber auch gerne alles unter Kontrolle, ich alter Steinbock.


Freitag, 14. Februar 2014

18 Monate Rehlein

Der letzte Entwicklungsreport ist nun ein halbes Jahr her und wenn ich so daran zurückdenke, muss ich ein wenig schmunzeln. Denn jetzt mit deinen 1 1/2 Jahren stellst du unsere Welt ganz schön auf den Kopf mein liebes Kind! Ich habe das Gefühl, deine Synapsen explodieren ununterbrochen und jeden Morgen bin ich gespannt, was du mir Neues  von dir zeigst.
Du bist jetzt 83cm groß und 11,5 Kilo schwer. Deine Haare kann ich nur noch mit mehreren Haarspangen bändigen, die dir immer wieder rausrutschen, da deine Haare so glatt sind. Du läufst seit November letzten Jahres und bisher sind wir mit einem Paar Schuhe in der Größe 22 ausgekommen. Noch lässt du dich ganz gerne im Kinderwagen oder Buggy rumschieben. Getragenwerden passt dir dagegen weniger, was du mit "LAUFEN!" im Befehlston alle wissen lässt.
Du quasselst in einer Tour und lernst täglich neu dazu. Vor ein paar Tagen wollte ich es genau wissen und kam auf ca 200 Worte. Am liebsten zählst du alle Familienmitglieder inkl. Partner und Haustiere auf. Du liebst deine Schleichtiere und Bären ("Bearfamily" aus den 80ern, die ich dir vermacht habe) und immer öfter spielst du damit "Mama, Papa, M...."). Bücher kannst du stundenlang verschlingen, wobei du dir selber etwas erzählst und in dich hineinkicherst. Sachen von A nach B tragen ist, wie bei allen Kindern deines Alters groß im Kurs und so bin ich nach wie vor von deiner ungeheuerlichen Kramtechnik beeindruckt. Operation "Schlachtfeld verursachen" beherrscht du perfekt. Siehst du andere Kinder ("Kinner") wirst du ganz euphotisch, hast du sie auch nur auf einer Reklametafel entdeckt. Du hast einen besten Freund, der auch ständig in deinen Erzählungen auftaucht. Er ist in deinem Leben verwurzelt und so ist es natürlich klar, dass in fast jedem deiner Bücher auch einer zu finden ist. Blonder Junge = L....
Du übernimmst Redensarten von uns oder kommentierst Situationen mit Sprüchen, die uns verdeutlichen, wie vorsichtig man jetzt mit Äußerrungen sein muss. Wenn wir mal lauter miteinander sprechen oder streiten, bringt uns dein "mann, mann" wieder auf den Boden der Tatsachen. Wenn ich mich ärger, sag ich das halt und so hälst du mir den Spiegel vor.
Alle Abläufe zuhause hast du verinnerlicht und hällst daran fest. Ich brauche quasi gar nicht mehr selber denken, sagst du mir doch, was ich als nächstes tun soll. Du kennst blau, lila, rot und grün und "zählst" gerne, wobei dein kleiner Zeigefinger auf Dinge tippt, du immerfort "eins, eins, eins" sagst und zustimmend nickst.
Nach wie vor schläfst du durch und lässt dich mittags wie abends problemlos hinlegen *Yeah*.
Du isst alles, mal mehr mal weniger und hast mich gestern das erst mal wissen lassen, dass du keinen Reis, sondern Nudeln haben möchtest. Gerne trinkst du alleine aus dem Becher. Doch wenn es mal mit dem Löffel nicht so klappt, gibst du ihn gerne mit einem bestimmenden "Mama!" an mich ab.
Du bist nun endlich auch zu einem "Kuschelkind" geworden, das mich drückt und küsst und gerne bei mir auf dem Arm ist. So verbringst du die ein oder andere Spielgruppe damit auf meinem Schoß rumzuhampeln, dann aufzuspringen und dich nach wenigen Minuten  wieder auf mich zu werfen, als wäre ich ein Sitzsack oder Klettergerüst.
Du bleibst gerne bei deinen Omas und mein Papa scheint besonders wichtig zu sein. So hast du bis heute nicht vergessen, dass er dir mal mit nackten Füßen die Türe geöffnet hat. Bei jedem Besuch siehst du also erstenmal nach, ob er Socken an hat. Als du in der Puppenkiste ein kleinen blau kariertes Hemd gefunden hast, kamst du mit freudestrahlenden Augen und "Opa, Opa" rufend zu mir gelaufen. Hat halt nur der Opa an, solche Hemden.
Bei all den Dingen die du kannst, ist es doch deine Persönlichkeit, die mich jeden Tag aufs neue fasziniert. Ich schaue mir viele Filme an, die wir, Gott sei dank, so zahlreich von dir gemacht haben. Hätte ich sie nicht, wären so viele Momente einfach fort. Wie du ganz frisch in meinem Arm liegst, meist schlafend und noch so unberührt von dieser Welt. Jetzt bist du bereits geprägt. Geprägt von unseren Werten, unseren Vorstellungen wie man miteinander umgeht und das Leben gestaltet. Ich bedanke mich jeden Tag dafür, dass du ohne Angst, Hunger und Not aufwachsen kannst und Freude und Liebe deine Welt beherrschen. Ganz deutlich wird, dass nicht nur wir dich, sondern auch du uns prägst und uns Dinge zeigst, die in Vergessenheit geraten sind. Ich würde mit dir bis an mein Lebensende einen Käfer im Gras beobachten und den Mond hinter den Wolken suchen und hätte nichts verpasst. Ich sehe mich in dir, wenn du in die Ferne schaust und die Stirn kräuselst und wünsche mir so sehr, dass du eines Tages auch dieses Wunder erlebst! Ich gebe ALLES, damit du so sein kannst, wie du bist.
Du bist mein Glückskind, meine Herzensheilerin, Wundertüte, Zaubermaus.


Freitag, 20. Dezember 2013

noch 8 Monate

Manchmal habe ich das Gefühl, ich lebe nur noch für die Zukunft. Was steht nächste Woche an? Wann wird das Rehlein 1 1/2 Monate alt? Jetzt Weihnachten, dann Ostern. Bald kommt das Rehlein in die Kita und ich muss wieder voll arbeiten. Ein Glück, dass ein Kind dich immer wieder in die Gegenwart schmießt und dich quasi zwingt sich im Hier und Jetzt zu bewegen. Heute morgen um 6:30 Uhr dachte ich noch, ich würde über eine erneut schwierige Phase bloggen, die mich in den letzten drei Tagen viele Nerven gekostet hat. Jetzt spielt das Kind schon seit 1 Stunde friedlich auf dem Sofa mit seinen kleinen Puppen. So lerne ich erneut, nicht an irgendwelchen Erwartungen festzuhalten, sondern sich einfach auf den Tag einzulassen. Ich habe also Zeit, hier zu schreiben, meinen Kaffee zu schlürfen und das Rehlein zu beobachten. Jeden Tag kommt nun ein neues Wort, ein neuer Zusammenhang. Schöne Momente voller Staunen und Verwunderung werden uns geschenkt. So macht es zum Beispiel bei allem, was es tut, so lustige Geräusche. Es kommentiert alles. Mit "Oh"!, "Hihi" oder "Wups" (Schwups) bringt es mich dazu meine Tätigkeiten zu unterbrechen und ihm zu folgen. Ein gutes Team sind wir geworden, verstehen uns oft auch ohne Worte. So erwische ich mich täglich dabei, wie meine Gedanken um die Sorge kreisen, im Sommer so vieles nicht mehr mitzubekommen. Das Kind loszulassen. Ich bruhige mich dann damit, dass es noch 8 Monate sind, bis wir diesen Schritt gehen. Doch bitte! Was sind 8 Monate? Genau die Hälfte vom bisherigen Leben des Rehleins.16 Monate ist es jetzt alt und und bringt uns dazu, jeden Abend vor dem Schlafengehen, nicht mehr "Gute Nacht", sondern "Heute war doch besonders süß, süßer als sonst!" zu sagen.
Wir freuen uns so sehr auf Weihnachten! Es ist erst ein richtiges Weihnachtsfest, wenn Kindergetrappel im Haus zu hören ist. Morgen kaufen wir einen Tannenbaum und ich werde die alte "Christmas - best of hits" rauskramen, um ihn am Abend traditionell mit einem sentimentalen Gefühl im Bauch zu schmücken.
Und wenn dann der Jahreswechsel kommt, mit unaufgeregtem Abend, gemütlich in Jogginghose vor dem Fenster hängend, nehme ich mir für 2014 vor, die nächsten acht Monate zu den Längsten in meinem Leben zu machen.

Montag, 2. September 2013

Schluss mit lustig

Ich gebe zu, es ist schon etwas her, dass ich hier etwas geschrieben habe. Erst dachte ich, es läge an dieser Geburtstagssache, doch das ist ja jetzt auch schon erschreckende 3 Wochen her. Dann wurde es mir bewusst, als ich mich heute morgen (endlich mal wieder ein Vormittag ohne Termine) mit meinem Kaffe an den Rechner setzte, um mein Standartprogramm, welches ich so liebe, abzufahren. Anstatt meine Emails zu checken und in meinen Lieblings-Blogs zu stöbern, wendete sich meine Aufmerksamkeit ausschließlich dem kleinen Menschlein zu, das vor ein paar Tagen gelernt hat auf das Sofa zu klettern. Das Rehlein steht im sicheren Stand an der Kante und wirft mir einen Blick zu, der soviel sagt, wie : "Hey, guckst du? Siehst du?!" Und dann, wie ne Rakete sitzt es oben, gestikuliert wild mit den Händen und Armen und freut sich wie Bolle.
Dann läuft das übliche Zenario ab, welches alle Eltern kennen. Erstmal kurz abwarten, nein, besser doch nicht, hinhechten, Kind vom Sofa holen und von vorn. Dass jetzt die ein oder andere Freundin leise vor sich hin schmunzelt, kann ich gut verstehen. Waren ja nicht alle so wie ich mit einem schon fast unheimlich zufriedenen Baby gesegnet. Das Rehlein konzentrierte sich in den ersten 12 Monaten auf die Perfektionierung seiner Feinmotorik und sparte sich die Grobmotorik auf. Bis jetzt! Bitte nicht falsch verstehen, natürlich habe ich mich sehr über die "Sofahochklettertechnik" meines Kindes gefreut, auch wenn sie sich das erste mal an einem Papatag zeigte und ich vorerst nur durch Erzählungen davon erfuhr. Es ist wie mit jedem Entwicklungsschritt: zuerst wünscht man ihn sich gaaanz doll herbei und dann ist eben Schluss mit lustig. Zumindestens mit meinen ruhigen Kaffetrinker-Tagen!

Mittwoch, 14. August 2013

1. Geburtstag Rehlein

Überwältigt von der Tatsache, dass noch nie ein Jahr in meinem Leben so schnell verflogen ist, wie das Letzte, fehlen mir fast die Worte, um dich zu beschreiben, mein Rehlein. Wir haben uns gut kennengelernt wir beide. Sind zusammengewachsen, für immer. Heute bist du ein Jahr alt.
Meine Gedanken kreisten in diesen Tagen immer wieder um die letzten Schwangerschaftstage. Wie ich da lag, auf der Sonnenliege, meinen Bauch streichelnd. Wie ich am Tag vor deiner Geburt bei 30°  noch die Beete im Garten in Ordnung gebracht habe und wie ich kurz darauf gespürt habe, dass du nun endlich zu uns möchtest. Jetzt bist du ein wichtiger Teil, nein eigentlich DER Teil der Familie geworden. Du hast vieles bewegt, uns in Entwicklung gebracht, Freunde wieder enger zusammengefügt, uns alle sensibilisiert für die Herzensmomente im Leben. Doch wie bist du jetzt nach einem Jahr?
In den letzten vier Wochen hast du wiedereinmal einen unglaublichen Sprung in deiner Entwicklung gemacht. Du krabbelst wie ein kleines Äffchen, indem dein rechtes Bein (auch "Captain Morgan-Bein" genannt) für den nötigen Schwung sorgt. Robben ist out und seit einer Woche stellst du dich auf alle Viere, guckst dabei unter deinem Bauch hindurch zu deinen Füßen. Du ziehst dich hoch an allem was du findest und musst dabei die ein oder andere Beule in Kauf nehmen. Das muss alles ganz schön anstrengend sein, denn du futterst ordendlich. Eigentlich isst du mittlerweile alles, was ich dir anbiete. Beim letzten Grillfest, hättest du fast meine ganze Bratwurst gegessen! Fläschchen gibt es nur noch nachts, wenn du nicht durchschläfst. Das kommt zur Freue aller immer seltener vor (Obwohl ich das Kuscheln beim Fläschchengeben nachts sooo schön finde).
Deine Kommunikation hast du um Laute und Gesten erweitert. Du klatscht und drehst dich hin und her. Deine ersten Tanzbewegungen zwingen mich immer wieder vor Entzückung in die Knie.
Deine dazugewonnenen Möglichkeiten, machen dich noch zufriedener als du eh schon bist. Stößt du allerdings an deine Grenzen und es klappt nicht so, wie geplant, erkenne ich mich in dir wieder. Die Verzweiflung ist groß, aber kurz. Nachts, wenn du schlecht geträumt hast, bringst du erstaunliche Kräfte hervor. Du windest und wendest dich so sehr in meinem Arm, dass ich dich kaum halten kann. So standest du mit den Beinen (im Schlafsack!) schon ruckzuck auf meinem Schlüsselbein. Nicht so einfach, wenn man selber noch im Halbschlaf ist!
Du spielst am liebsten mit Bändern und Klimperkram. Körbe, Kisten und Taschen, die man ausräumen kann, sind nicht vor dir sicher. Doch der größte Spaß sind andere Kinder. Es ist einfach wundervoll, dich im Spiel mit ihnen zu beobachten.
Du bist ein wenig kuscheliger geworden. Ich denke das liegt an deinem stetig wachsenen Krabbelradius.
Wenn man sich vorstellt, dass man als Erwachsener so viel in einem Monat lernen würde, wie die Kinder...wie aufregend wäre wohl diese Zeit!
So wanke ich täglich zwischen Wehmut und Spannung. Wehmut, weil du jetzt kein Baby, sondern offiziell ein Kleinkind bist. Spannung, weil noch so viele Fähigkeiten und Eigenschaften in dir schlummern, die ich alle mit dir entdecken möchte.
Wie gut, dass sich der Rehleinpapa und ich einig sind! "Dann machen wir halt noch eins!" hat er gestern vor dem Fernsehen gesagt. Doch halt! Noch nicht sofort. Wir möchten uns noch nicht teilen müssen und dich noch eine Zeitlang als größtest Wunder erleben. Mein Rehlein, mein Baby!


Mittwoch, 17. Juli 2013

11 Monate Rehlein

Heute war ein langer Tag. Du hast so viel entdeckt, dich so viel bewegt und am Ende so viel geweint. Jetzt schläfst du seit 30 min und mein Herz vermisst dich schon sooo viel! Heut bist du 11 Monate und einen Tag alt.
Wenn ich die letzten vier Wochen rückblickend betrachte, weiß ich nicht, wann du das letzte Mal so einen großen Sprung gemacht hast. Innerhalb von drei Tagen hast du gelernt dich alleine hinzusetzen und in einem Affenzahn durch die Bude zu robben. Du bist ein wenig kuscheliger geworden (jipiiiii!!!) und sooo zufrieden! Aber immernoch kein "Auf dem Schoß - Kind". Du zappelst dann rum, willst aufstehen, an Ohren und Haaren ziehen am liebsten an die entferntesten Dinge. Obwohl du dich wie ein Weltmeister vorwärts schiebst, hälst du immer noch gerne inne und verbringst die ruhigen Minuten auf dem Rücken liegend. Erwachsene, ganz gleich wer es ist, werden nur zu gerne von dir zum Hochziehen benutzt. Auch hier zeigst du dein Temperament, falls man mal keine Lust oder Zeit hat dir als Turnstange zu dienen. Möbelrücken scheint besonders schön zu sein. Der ewig quitschende Sound vom Stuhlbein auf den Holzdielen gehört bereits zum Alltag. Der Hund ist jetzt näher in dein Interessensfeld gerutscht. Man könnte sagen, du verfolgst das arme Ding. Ihm ist es nicht geheuer, wenn du fröhlich quitschend auf ihn zu robbst und so verschwindet er meistens in seinem Körbchen. Wir üben das natürlich und schmusen regelmäßig zusammen.
Du hast bereits absolute Lieblingsspeisen, wie Erdbeeren, Äpfel und Brot mit Ziegenfrischkäse. Du scheinst nie Hunger zu haben, bis zu dem Momant wo man dir etwas anbietet. Deine Hände schnappen dann schnell auf und zu und du wirst ganz aufgeregt. Wehe, ich bin dann nicht schnell genug.
Dein Schlafverhalten ist wirklich traumhaft. Mittags schläfst du 2 Stunden, nachst wirst du nur noch einmal wach.
Du scheinst überall zufrieden, doch am liebsten kramst du zuhause in deinen Spielzeugkisten oder im Bücherregal rum. Dein interesse an anderen Kindern ist deutlich gestiegen. Du fuchtelst vergnügt mit den Armen, beobachtest konzentriert und lachst glücklich vor dich hin, wenn sie an dir vorbei rennen oder sich mit dir beschäftigen.
Hören wir Musik, singst du leise mit und scheinst in deiner eigenen Welt. Ich habe jetzt täglich Ohrwürmer von den klassischen Kinderliedern und ertrage dies tapfer!
Mit deinen 82cm und 10 kg bist du ein großes Mädchen. Ich hoffe, es bleibt dir im Gegensatz zu mir erspart, mit 12 bereits Schuhgröße 42 zu haben. Der Rehleinpapa und ich finden immer mehr Gemeinsamkeiten mit uns. Du hast seine Füße und Wimpern und meine Hände und Nase. Du, mein kleines Rehlein beschäftigst dich stundenlang alleine, was mich zu einer ebenfalls sehr zufriedenen Mama macht.
Täglich entdeckst du mehr deiner Fähigkeiten und es ist erstaunlich, wie du mein Verhalten bereits schon jetzt durchschaust. Wir sind ein gutes Team und sollte ich doch mal anderer Meinung sein als du, findest du immer schnell Wege der Regulation für dich.
Schon jetzt bin ich so stolz auf mein Mädchen. Mit Spannung erwarte ich all deine noch verborgenen Wesenszüge und Eigenschaften. Ich wünsche dir, dass du deinen Koffer mit Fähigkeiten voll packen kannst, mit Dingen, die dich zu einem starken, selbständigen und ausgelichenen Kind machen.
In vier Wochen dann, bist du offiziell kein Baby mehr. Ein Kleinkind wird aus dir. Wie gut, dass ich dich in meinem Herzen trage und du so ewig mein Baby sein kannst. Mein Schatz, mein Wunder!

Samstag, 6. Juli 2013

Breiverweigerung

Heute beim Abendessen, hat das Rehlein einfach mal auf den Brei verzichtet. Oder besser gesagt, es drehte sich abrupt zur Seite und schüttelte anschließend energisch den Kopf. Ok, das war deutlich! Also gab es erst einmal Brot mit Ziegenkäse. Erstaunlicherweise kam ich mit dem Nachliefern gar nicht hinterher. Es wurde gesaugt und gekaut, als gäbe es ab morgen nix mehr zu essen. Ich konnte endlich mal in Ruhe meinen eigenen Teller leer essen. Alle Eltern wissen ja, dass man eher zum Schluss der gemeinsamen Mahlzeit dazu kommt sich selber mit Nahrung zu versorgen. Geht die kindliche Futterluke doch unaufhaltsam immer wieder auf und zu. Doch jetzt, so allein beschäftigt, konnten der Rehleinpapa und ich ein entspanntes Gespräch führen und gemeinsam über die Selbstständigkeit unserer Tochter staunen. Dabei stierte sie auf unsere Teller und stand hin und wieder vor lauter Aufregung in ihrem Hochstuhl auf. Musste schließlich alles genau inspiziert werden. Vielleicht gab es da noch mehr, bessere Sachen. Und wirklich!
Essensschlacht
Denn ich entschloss mich spontan ihr ein Ei anzubieten. Ich erinnerte ich mich an die allergische Reaktion des Kindes meiner Freundin auf Hühnerei. Allerdings war da schon der größte Teil im Rehleinmund verschwunden und siehe da, nicht die kleinste Idee einer Unverträglichkeit. Es kamen noch andere Speisen in den kleinen Kinderteller. Allerdings schön der Reihe nach! Denn kaum hatte ich was Neues reingelegt, wurde das bereits Angekaute sofort fallengelassen. Es scheint eine anstrengende Sache zu sein neue Nahrung auszuprobieren! Schon beim Hinlegen ins Bettchen war das Kind im Land der Träume. Mal sehen, ob die Breiverweigerung jetzt zum Programm gehört. Mir ist es recht, auch wenn ich die Küche danach einer Spezialreinigung unterziehen muss. Wie gut, dass mich dabei der Hund unterstützt, der sich mit absoluter Sicherheit über die neue Vielfalt seines Nachtischen freut.

Sonntag, 30. Juni 2013

Rollt sie noch, oder passt sie schon?

Wie jede Mutter wünschte ich mir schon vor der Schwangerschaft ein gesundes Kind, das sich nach seinen individuellen Bedürfnissen gut entwickelt. Gerade das Verständnis und die Akzeptanz für eben diese Individualität spielten in meiner Vorstellung von mir als Mama eine große Rolle. Weiß ich doch aufgrund meiner Arbeit und der daraus resultierenden Erfahrung, dass jedes Kind unterschiedlich ist und die elterlichen Erwartungen nicht immer mit dem "Entwicklungsplan" des Kindes übereinstimmen. Auf gar keinen Fall wollte ich zu den Müttern gehören, die ihr Kind in den Spiel und Krabbelgruppen mit anderen akribisch vergleichen. In zahlreichen Entwicklungsgesprächen blickte ich in enttäuschte und manchmal sogar empörte Mama- und Papaaugen, wenn die Bildungsdokumentation des Kindes nicht ihren Vorstellungen entsprach. Ich fragte mich oft, wie dies aus Sicht des Kindes zu betrachten sei und kam zu dem Schluss, dass sich ein Menschenkind besonders gut entwickeln kann, wenn es von seinen Eltern so angenommen wird, wie es eben ist. Mit all seinen Stärken und Schwächen. Ich nahm mir also vor, geduldig und zufrieden zu sein mit dem, was mein Kind mit sich bringt. Vorausgesetzt die Entwicklung verläuft "gesund". Und der Plan ging auf. Das Rehlein wuchs, lernte immer wieder neue Dinge und war darüber hinaus wirklich zuckersüß. Dann fand ich plötzlich in meinem Emailfach eine Mail vom "Babyentwicklungskalender". Ich hatte mich in der Schwangerschaft bei einem Portal angemeldet, um die Entwicklung des Babys zu verfolgen und die monatlichen Infos kamen jetzt auch nach der Geburt. "Och!" dachte ich. Da kann man ja mal reinschauen. Ein kleiner Teil meines Gehirns schien mich schon zu warnen. "Denke dran, egal was da steht, es wird nicht hundertprozentig auf dein Kind zutreffen!" Kein Problem, alles nur Statistik. Um es mal ganz selbstreflexiv zu beschreiben, bei jeder Fähigkeit, die es laut Kalender bereits entwickelt haben sollte, überprüften meine Gedanken den Status Quo. Ich konnte quasi gar nicht anders. Ich fand es nicht schlimm, dass mein Kind den Kopf noch nicht so lange hoch halten konnte wie der Durchschnitt und auch in den darauffolgenden Monaten blieb ich gelassen. Und dies obwohl sich eines ziemlich schnell zeigte: Mein Kind gehört nicht zu den Motorikzündern, die die Fortbewegung als Nahziel haben. Erst mit sieben Monaten drehte sich das Rehlein das erste Mal vom Rücken auf den Bauch. Ich habe mein Kind immer viel beobachtet und mir fiel auf, dass es mit Vorliebe kleine Dinge genau untersucht. Und das kann man eben besser, wenn man auf dem Rücken liegt und das Objekt der Begierde direkt vor die Augen hält! Vor ein paar Tagen fing sie das erste Mal an auf dem Bauch vorwärts zu robben. Zugegeben, ich freute mich wie eine Schneekönigin. Darauf hatte ich schon lange gewartet. Im Pekipkurs war sie die Einzige, die den direkten Vorwärtsgang noch nicht entdeckt hatte. Ich erwischte mich also immer wieder dabei, wie ich so ein klitzkleines Seufzen in mir aufsteigen fühlte, wenn all die anderen Kinder an mir vorbei krabbelten und mein kleines Rehlein glucksend glückseelig vor mir auf dem Rücken lag. Und ich denke, dass das allen Mamas so geht. Man vergleicht unwillkührlich und das ist auch nicht das Problem. Was man aus den gewonnenen Erkenntnissen macht ist entscheidend! Mein Kind hat sich gegen die übliche Variante entschieden. Es wird allen Anschein nach auch nicht durchs Krabbeln, sondern über die Seite zum Sitzen kommen und das ist ok. Das Rehlein bewegt sich wie eine kleine Ballerina kugelnd durch die Wohnung. Seine langen Beine und die kleinen Arme tanzen dabei umher und jede Geste, jede Regung scheint geplant und gewollt. Ist das Ziel nah, wird gerobbt, ist es fern wird gerollt. Dabei ist sie ständig in Bewegung. In ihrer eigenen Art der Bewegung. Ob es das Schlafen oder Essen, die Sprach - oder kognitive Entwicklung ist, wir wollen alle nur das Beste für unser Kind. Dabei vergessen wir manchmal, dass wir selber auch nicht alles gleich gut oder gleich schnell wie andere können. Wer nun doch nach Literatur sucht, die Aufschluss über die kindliche Entwicklung gibt, kann ich nur "Kinderjahre" von Remo H. Lago empfehlen! Dort lernen wir "Die Individualität des Kindes als erzieherische Herausforderung" zu verstehen. Das oft ans Herz gelegte Buch "Oje, ich wachse" hat mich dagegen eher verrückt gemacht. Demnach befinden sich die meisten Kinder ja in einer Dauerphase :-) Für mich war es immer sinnvoll mir mit Hilfe von Literatur Sicherheit zu beschaffen. Doch nun habe ich die Fähigkeit der Beobachtung neu für mich entdeckt. Wenn ich all die Erwartungen und Vorstellungen außenvor lasse und mich auf die pure Beobachtung meines Kindes einlasse, kann ich so viel über seine Entwicklung erfahren. Und wenn ich es genau betrachte, stelle ich immer wieder fest: Dieses Kind passt zu mir, wie die Faust auf`s Auge! Es passt nicht nur zu mir, es passt mir auch so wie es ist.

Samstag, 15. Juni 2013

10 Monate Rehlein

Mein kleines Rehlein, heute bist du 10 Monate und einen Tag alt. Unfassbar, dass du bald deinen ersten Geburtstag mit uns feierst!
Du bist der absolute Sonnenschein und verzauberst jeden Menschen um dich herum. Die meiste Zeit des Tages bist du mehr als zufrieden, kramst in deinen Spielzeugkisten oder kugelst in einem Affenzahn durch die Wohnung. Hast du ein Ziel, erreichst du es mit deiner Kugel- Wendetechnik. Auf dem Bauch liegend, stützt du dich seitwärts hoch, so dass du fast in den Sitz kommst. Zugegeben, eine nicht sehr verbreitete Technik, aber wer möchte schon zur Norm gehören! Du schiebst den Po immer öfter nach oben und wir fragen uns, ob du noch krabbeln wirst, oder direkt zum Laufen übergehst. Stehen ist nämlich eine deiner Leidenschaften und wird das Vergnügen beendet, zeigst du deutlich dein Unbehagen darüber. Deine feinmotorischen Fähigkeiten sind nach wie vor beeindruckend. Jede Schnur, jeder Krümel oder Schnipsel wird ausgiebig untersucht. Wenn du beim Essen auf den Tisch kleckerst, kannst du dich erst wieder auf die Nahrungsaufnahme konzentrieren, wenn der Klecks "erledigt" wurde. Egal, was um dich herum passiert, dein Drang allen Geräuschquellen nachzugehen, deutet auf eine kleine Forscherin hin. Wenn du auf meinem Arm bist und der Drama - Kater flitzt durch die Wohnung, habe ich Mühe dich festzuhalten. So schnell  und kräftig drehst du dich hin und her um nur nichts zu verpassen.

Du liebst es, wenn du mit den Füßen gegen die Türe treten kannst und so eine Menge Krach erzeugst. Das Bücherregal und den Zeitschriftenkorb besuchst du regelmäßig und alles, was du zuvor noch nie gesehen hast, hat es dir besonders angetan. Wie ist es sonst zu erklären, dass du heute morgen ganze 20 min mit einer Dose Zahnseide zufrieden warst!?
Du giggelst und lachst wenn etwas Unerwartetes passiert, ich dir Luft ins Gesicht puste oder du einen von uns plötzlich entdeckst. Doch wenn wir zusammen tanzen, bist du nicht mehr zu halten. Dein fröhliches Quietschen hallt dann durch das ganze Haus und ich bekomme Gänsehaut, weil mich dein Glück so berührt! Dich zum Lachen zu bringen ist wie eine Sucht. Der Rehleinpapa und ich können nicht genug davon bekommen. Ein kleines Lied, ein bischen Wackeln, du brauchst keine große Einladung von uns. Fremde belohnst du dagegen nur selten mit einer spontanen Regung. Du nimmst jeden genau unter die Lupe und zeigst dabei eine gesunde Skepsis. Wenn es dir zuviel wird, drehst du dich weg. Gefremdelt hast du bis jetzt immer noch nicht wirklich.
Bist du wütend, schmeißt du die Beine auf den Boden, so heftig, dass wir manchmal befürchten, du tust dir weh. Doch du scheinst eher von der harten Sorte zu sein. Abends finde ich Kratzer und blaue Flecken, die du dir tagsüber auf deinen Untersuchungsreisen zuziehst. Und wenns mal richtig rummst, weinst du nur kurz. Es gibst einfach zu viel zu tun um sich mit Weinen aufzuhalten.

Du hast mich gerne im Blick, aber du bist eindeutig keins dieser Kuschelkinder. Ein bisschen schade für mich als Mama, aber ich akzeptiere das.Wenn du müde bist und dir die Augen reibst, nutze ich die Chance und lege meinen Kopf an deinen und küsse deine kühle Wange. Diese Momente könnten ewig dauern.

Du quasselst den ganzen Tag. Ununterbrochen kommentierst du einfach Alles. Sage ich "Nein", weil du vielleicht mal wieder in Richtung Katzenklo unterwegs bist, grinst du mich an und schiebst ein lautes "neinneinnein"! hinterher. Wenn ich singe, singst du leise mit und besonders interessante Dinge werden schon mal mit einem "Da" kommentiert. Ich könnte dir stundenlang zuhören. Wir verstehen uns sehr gut :-)

Du schläft super. Mittags 2 Stunden und abends gehst du um 19:30 Uhr ins Bett. Ich hatte ein Ritual eingeführt, bei dem ich dir noch "Lalelu" singe, bevor ich dich hinlege. Gerne verzichtest du darauf. Wenn du müde bist, willst du einfach nur noch ins Bett und mit deinem Hasi kuscheln. "Zack" auf die linke Seite gedreht, Beine zusammenklappen, fertig! Wie ein kleines Klappmesser und bist innerhalb von 2 Sekunden im Land der Träume verschwunden. Du schläfst alleine ein, und wenn du wach wirst, kann ich dich mit ein paar Kopfstreichlern beruhigen. Du möchtest noch 2x nachts dein Fläschchen und das stört mich nicht, denn du schläft danach sofort wieder ein. 

Seit einer Woche isst du wie ein Scheunendrescher. Vorgestern hast du abends 3 Stücke Brot mit Frischkäse verdrückt. Obst jeder Art und Tomaten sind für dich das Größte. Du hast schnell gelernt dich nicht zu verschlucken und mit deinen 6 Zähnchen beißt du dich genüsslich durch die Speisekarte. Ich spüre, dass du lieber feste Kost magst. Den Brei verweigerst du immer öfter. Du bist jetzt 81 cm groß und 9,8 kg schwer und hast Schuhgröße 20. Wir kennen 1 1/2 Jährige, die genauso groß und schwer sind. Die Kartons mit aussortierter Babykleidung stapeln sich im Keller und ich frage mich, wo willst du nur hin, mein Schatz?

Du hast dich so in mein Herz gebort, dass ein Leben ohne dich nicht mehr vorstellbar ist. Die ganze Familie ist vernarrt in dich und deine Späße. Alle Augen leuchten, wenn du dabei bist. Du hast alles verändert. Und ich bin mir sicher, ich habe dich schon mein ganzes Leben geliebt! Mein kleines Monster, mein Rehlein.



Freitag, 12. April 2013

 8 Monate Rehlein

Jeden Morgen sehe ich dich an und bin mir sicher, dass du dich erneut verändert hast. Ein anderer Blick ein neues Geräusch, eine noch nie dagewesene Geste. Nach wie vor bist du ein sooo zufriedenes Kind! Wenn du Platz hast, kugelst du hin und her. Wenn nicht, dann eben nicht. Immer häufiger lässt du dein Nachmittagsschläfchen aus, denn solange etwas passiert, möchtest du nichts verpassen. Seit den Fiebernächten schläfst du unruhiger und Träume reißen dich aus dem Schlaf. Wie schön, dass dich unsere Hand auf dem Bauch und ein kleines Summen, wieder zur Ruhe bringt. Ich erschrecke jedes Mal, wenn das Babyfon anspringt. So sehr ich es auch versuche, das kann ich nicht abstellen. Nachts trinkst du uns die Haare vom Kopf, während du tagsüber nicht auf die Idee kommen würdest nach Essen zu verlangen. Klar, du magst deinen Brei (nur bitte keinen Blumenkohl) und auch das Fläschchen wird genehmigt, aber eben erst, wenn man es dir unter die Nase hält. Also von mir haste das nicht! Das Wickeln ist inzwischen Schwerstarbeit, da du nur zu gerne Mamasordnungssystem auf dem Wickeltisch durcheinander bringst und komischerweise das Drehen da besonders wichtig für dich scheint.. Dabei windest und wendest du dich wie ein Wurm und findets es sehr witzig, wenn ich verzweifelt "nein, nein, nein" sage. Dein Held ist der Rehleinpapa und wenn er durch den Raum läuft, könnte man meinen, du drehst deinen Kopf um 360 Grad. Guckt er dann, zappelst du ganz aufgeregt und lachst so süß, dass er dich einfach schnappen muss, egal, was er gerade vorhatte. Ich bin also ganz sicher nicht mehr die wichtigste Frau in seinem Leben :-)
Du liebst es, Tücher von irgetwo runterzuziehen. Kurz bevor es auf dich fällt, guckst du mich ganz aufmerksam an und wir kichern gemeinsam vor Spannung. Es folgt ein Lachen, das mich alles vergessen lässt. Du bist die beste Seelensalbe, die ich mir vorstellen kann! Wenn du da bist, muss ich dich ständig anschauen, um dir ein Lächeln zu entlocken. Wenn du schläfst vermisse ich dich und wenn du in den seltenen Fällen mal nicht in meiner Nähe bist, versuche ich mir deinen Geruch herbeizuriechen. Du hast zwei Zähnchen bekommen und sie blitzen unten auf, sobald du den Mund aufmachst. Beim Abendessen sehnst du schon während des Breis die Möhre herbei, die du danach fachmännisch untersuchst. Dabei drehst du sie langsam in deiner Hand und kommentiert höchst konzentriert alle Einzelheiten. Deine zwei Zähne knabbern darauf herum und mittlerweile bist du nicht mehr ganz so irritiert, wenn du tatsächlich ein Stück abbeißt.
Manchmal weiß ich nicht, ob ich glücklich oder traurig sein soll, dass du nun schon so groß bist. Ich freue mich über jeden Entwicklungsschritt und doch bin ich mir bewusst, dass jeder Einzelne davon dich zu mehr Selbstständigkeit führt und dadurch auch mehr Raum zwischen uns entsteht.

Ich gönne dir jeden Zentimeter, mein ♥ Kind!!!!