Stundenlang brauchst du mich nicht...nicht direkt an deiner Seite. Du wuselst in der Wohnung rum, suchst dir Ecken, Hölen und Verstecke und führst intensive Gespräche mit den Räubern, Prinzen und Königinnen deiner Fantasie. Vor drei Monaten wolltest du auf gar keinen Fall auf die Windel verzichten. Heute bekomme ich nicht mehr mit, wenn du aufs Klo gehst. Es ist nicht aufzuhalten.
Höher, schneller, weiter scheint dein Motto bei jeder deiner Argumentationen. Du bleibst dran, wenn es um deine Ziele geht. Noch lebst du im Jetzt, machst Versprechen und Pläne für morgen, doch nur wenn es den Sinn im Jetzt erfüllt. Du suchst dir Ruhe, kuschelst dich ein in Decken, Tücher, Schals und Handtücher. Warum auch immer, hast du dabei meistens nackte Füße. Es ist nicht aufzuhalten.
Ich nehme mir ein Vorbild an deiner Fähigkeit über Gefühle zu sprechen. Wo mir der Hals geschlossen bleibt, erklärst du, nach Augenkontakt suchend, was in dir vorging, gerdae vorgeht oder wahrscheinlich vorgehen wird. Wo hast du all die Wörter her, die so präzise und doch naiv verdeutlichen, wie du dich fühlst? Du liest meine Mimik und Stimme, ohne dich zu täuschen. Unbemerkt stehst du zwischen uns ganz still. Verkriechen möchte ich mich, wenn du dann abends mir flüsterst, wie sehr es in deinem Herz wehtut, wenn wir streiten.
Du fühlst so viel und verstehst immer mehr. Es ist nicht aufzuhalten.
Und wenn ich wie gerade voller Sehnsucht an deine ersten Tage bei uns denke, kommst du gerannt und küsst mich einfach so. Ich will ja gar nichts aufhalten. Nicht für immer. Nur für kurz...
Wenn das Glück bei dir zuhause wohnt, kann das Pech ruhig mal zum Kaffee kommen. Mein Leben mit Mann, Kind, Hund und Katz.
Samstag, 6. Februar 2016
Mittwoch, 30. September 2015
Rehlein 3 Jahre
Ein paar Wochen zu spät, schaffe ich es dann doch den Geburtstagspost zu schreiben...mein liebes Kind.
Das erste Mal hast du so richtig verstanden, dass du Geburtstag hast. Du warst schon lange vorher aufgeregt und wir haben die Tage gezählt bis es endlich soweit ist. Bis kurz vorher hatten wir keine Ahnung, was wir dir schenken sollen, denn so wie alle Kinder im Wohlstand hast du alles was du brauchst.
Du bist 106 cm groß und wiegst 15 Kilo und hast einen unglaublich großen Schritt gemacht! Was die Sprache angeht, lässt deine Entwicklung keine Wünsche offen. Du sprichst deutlich und sehr gerne, erzählst von deinen Erlebnissen, Wünschen und Träumen und hast ein Mega Elefantengedächnis. Du erinnerst uns, wenn wir Dinge vergessen und wickelst uns mit deinem Charm um den Finger. Dabei benutzt du clever verschiedenen Redensarten und verhandelst gekonnt mit uns. Kompromisse kannst du eingehen. Wenn du doch mal sauer bist, dauert es meistens nicht lange, bis du einen Lösungsweg gefunden hast, w aber auch sehr von deiner Tagesform abhängt. Nach dem Kindergarten muss der Stress ja auch irgendwo hin und zuhause bei Mama und Papa gehts halt am Besten. Du kämpfst für deinen Willen, bis dabei äußerst kreativ und nicht selten habe ich Mühe nicht zu lachen, wenn du mit eisenfester Miene und erhobenen Zeigefinger mir mit schief gelegtem Kopf einen Vorschlag machst, der nur für dich alleine Vorteile bringt. Du erfindets neue Wörter und singst dir selber aus dem Liederbuch vor. Du räumst mitlerweile alleine auf, haste natürlich keine Lust drauf - alles andere wäre ja auch ungewöhnlich. Motorisch hast du aufgeholt. Springen, rennen, klettern, Laufrad und schaukeln. Alles alleine und sicher. Jetzt kommt der Roller dran, den du dir so sehr zum Geburtstag gewünschst hast. Zahlen und Wörter sind für dich sehr interessant und so zählst du ziemlich sicher bis 10. Du erkennst deinen Namen und weißt, dass er mit dem "hoch, runter, hoch, runter - Buchstaben" beginnt. Wenn du einmal schläfst, was selten länger als 5 min dauert, bist du bis morgens tiefenentspannt. Hier hälst du dich strickt an die Regel unter der Woche geweckt werden zu müssen und am Wochenende zwei Stunden eher aufzuwachen. Einen Tag nach deinem Geburtstag bist du morgens das erste Mal alleine in deinem Zimmer geblieben und ich konnte mich nochmal hinlegen. Das lag vermutlich an dem Traumzelt, welches du bekommen hast. Es war so zucker, wie du über das Babyphone zu hören warst. Ich habe mich im letzten Jahr daran gewöhnt, dass du dich auch wunderbar ohne mich entwickelst, dass du eigenständige Entscheidungen triffst und durchaus auch mal nicht mit mir spielen möchtest. Viele Dinge möchtest du ganz alleine tun, wie Brot schmieren, einschütten, an und ausziehen. Selbstbewusst sagst du, dass du noch zu faul fürs Klo bist und daher lieber eine Windel trägst. Regelmäßig probierst du es auf dem Kinderklositz und hattest schon ein paar mal Erfolg. Wir drängen dich nicht und vetrauen dir, dass du schon den richtigen Moment für dich findest.
Fremden gegenüber bist du nach wie vor schüchtern. Haben sie ein gutes Händchen, beginnst du zügig ein Gespräch. Fordern sie wehement eine Hand oder Augenkontakt, lässt du sie kalt abblitzen, was wir super finden! Deine beiden besten Kindergartenfreundinnen sind sehr wichtig. Sie kommen in fast jeder deiner spannenden Geschichten vor. Vater - Mutter - Kind und Feuerwehrfrau spielst du im Monet sehr gerne. Sonst werden Puppen und du selber verarztet oder du kaufst für mich im Laden ein. Du baust Buden und Schlösser, malst, schneidest und klebst. Dabei lasse ich dich größten Teils alleine wuseln. Es gibt natürlich noch unzählige Dinge, die dich ausmachen. Ich muss einfach aufhören, nichts vergessen zu wollen! Einen so kleinen Menschen kann man nur kennen, wenn man ihn erlebt. Bis jetzt hast du alle um dich herum verzaubert. Seit dem Urlaub mit der Freundin, möchtest du besonders gerne ein Brüderchen - weil die so einen netten Bruder hat. Ich habe, genau wie der Platzhirsch, gerade eine neue Stelle begonne, die irre viel Spaß macht, daher müssen und wollen wir diesen Herzenwunsch noch nicht erfüllen. Es ist gerade alles so erschreckend unstressig mit dir, dass wir alle diese Phase genießen möchten. Die beiden weltbesten Omis unterstützen tatkräftig bei der Betreuung UND ich habe diese Woche mit meiner Stundenreduzierung begonnen. 2 Nachmittage, an denen ich dich selber in der Kita abholen kann und die ich mir nicht mit irgendwelchen festen Termin zuballern werde. Zur Musikschule gehst du 1x wöchentlich mit der Oma und nach der zweiten Stunde darf sie nun draußen warten.
Heute sind wir zuhause, weil das Rehlein gestern Fieber hatte. Ich gehe mit gutem Vorbild voran und ermutige alle Eltern ihr Recht auf Krankheitstage des Kindes zu nehmen. Kita hätte heute keinen Sinn gemacht, denn das Rehlein weint bei jeder Kleinigkeit, will ununterbrochen meine Aufmerksamkeit und versucht sein Unwohlsein zu definieren: "mein Bauch tut weh...ach nee die Füße...Mami, mein Kopf.."Ich habe Inflodoron als Globoli schon gestern gegeben und denke das genügt erst einmal.
Also bringe ich die Bude auf Vordermann (mit unzähligen Unterbrechungen) und sitze einfach mit meinem Kind auf dem Boden, wo sich Spielzeug in Bergen ansammelt.
Ich habe wie immer ein schlechtes Gewissen dem Job gegenüber, doch es verflüchtigt sich, wenn ich das Rehlein in den Arm nehmen kann...eben jetzt, wenn es mich braucht!
Das erste Mal hast du so richtig verstanden, dass du Geburtstag hast. Du warst schon lange vorher aufgeregt und wir haben die Tage gezählt bis es endlich soweit ist. Bis kurz vorher hatten wir keine Ahnung, was wir dir schenken sollen, denn so wie alle Kinder im Wohlstand hast du alles was du brauchst.
Du bist 106 cm groß und wiegst 15 Kilo und hast einen unglaublich großen Schritt gemacht! Was die Sprache angeht, lässt deine Entwicklung keine Wünsche offen. Du sprichst deutlich und sehr gerne, erzählst von deinen Erlebnissen, Wünschen und Träumen und hast ein Mega Elefantengedächnis. Du erinnerst uns, wenn wir Dinge vergessen und wickelst uns mit deinem Charm um den Finger. Dabei benutzt du clever verschiedenen Redensarten und verhandelst gekonnt mit uns. Kompromisse kannst du eingehen. Wenn du doch mal sauer bist, dauert es meistens nicht lange, bis du einen Lösungsweg gefunden hast, w aber auch sehr von deiner Tagesform abhängt. Nach dem Kindergarten muss der Stress ja auch irgendwo hin und zuhause bei Mama und Papa gehts halt am Besten. Du kämpfst für deinen Willen, bis dabei äußerst kreativ und nicht selten habe ich Mühe nicht zu lachen, wenn du mit eisenfester Miene und erhobenen Zeigefinger mir mit schief gelegtem Kopf einen Vorschlag machst, der nur für dich alleine Vorteile bringt. Du erfindets neue Wörter und singst dir selber aus dem Liederbuch vor. Du räumst mitlerweile alleine auf, haste natürlich keine Lust drauf - alles andere wäre ja auch ungewöhnlich. Motorisch hast du aufgeholt. Springen, rennen, klettern, Laufrad und schaukeln. Alles alleine und sicher. Jetzt kommt der Roller dran, den du dir so sehr zum Geburtstag gewünschst hast. Zahlen und Wörter sind für dich sehr interessant und so zählst du ziemlich sicher bis 10. Du erkennst deinen Namen und weißt, dass er mit dem "hoch, runter, hoch, runter - Buchstaben" beginnt. Wenn du einmal schläfst, was selten länger als 5 min dauert, bist du bis morgens tiefenentspannt. Hier hälst du dich strickt an die Regel unter der Woche geweckt werden zu müssen und am Wochenende zwei Stunden eher aufzuwachen. Einen Tag nach deinem Geburtstag bist du morgens das erste Mal alleine in deinem Zimmer geblieben und ich konnte mich nochmal hinlegen. Das lag vermutlich an dem Traumzelt, welches du bekommen hast. Es war so zucker, wie du über das Babyphone zu hören warst. Ich habe mich im letzten Jahr daran gewöhnt, dass du dich auch wunderbar ohne mich entwickelst, dass du eigenständige Entscheidungen triffst und durchaus auch mal nicht mit mir spielen möchtest. Viele Dinge möchtest du ganz alleine tun, wie Brot schmieren, einschütten, an und ausziehen. Selbstbewusst sagst du, dass du noch zu faul fürs Klo bist und daher lieber eine Windel trägst. Regelmäßig probierst du es auf dem Kinderklositz und hattest schon ein paar mal Erfolg. Wir drängen dich nicht und vetrauen dir, dass du schon den richtigen Moment für dich findest.
Fremden gegenüber bist du nach wie vor schüchtern. Haben sie ein gutes Händchen, beginnst du zügig ein Gespräch. Fordern sie wehement eine Hand oder Augenkontakt, lässt du sie kalt abblitzen, was wir super finden! Deine beiden besten Kindergartenfreundinnen sind sehr wichtig. Sie kommen in fast jeder deiner spannenden Geschichten vor. Vater - Mutter - Kind und Feuerwehrfrau spielst du im Monet sehr gerne. Sonst werden Puppen und du selber verarztet oder du kaufst für mich im Laden ein. Du baust Buden und Schlösser, malst, schneidest und klebst. Dabei lasse ich dich größten Teils alleine wuseln. Es gibt natürlich noch unzählige Dinge, die dich ausmachen. Ich muss einfach aufhören, nichts vergessen zu wollen! Einen so kleinen Menschen kann man nur kennen, wenn man ihn erlebt. Bis jetzt hast du alle um dich herum verzaubert. Seit dem Urlaub mit der Freundin, möchtest du besonders gerne ein Brüderchen - weil die so einen netten Bruder hat. Ich habe, genau wie der Platzhirsch, gerade eine neue Stelle begonne, die irre viel Spaß macht, daher müssen und wollen wir diesen Herzenwunsch noch nicht erfüllen. Es ist gerade alles so erschreckend unstressig mit dir, dass wir alle diese Phase genießen möchten. Die beiden weltbesten Omis unterstützen tatkräftig bei der Betreuung UND ich habe diese Woche mit meiner Stundenreduzierung begonnen. 2 Nachmittage, an denen ich dich selber in der Kita abholen kann und die ich mir nicht mit irgendwelchen festen Termin zuballern werde. Zur Musikschule gehst du 1x wöchentlich mit der Oma und nach der zweiten Stunde darf sie nun draußen warten.
Heute sind wir zuhause, weil das Rehlein gestern Fieber hatte. Ich gehe mit gutem Vorbild voran und ermutige alle Eltern ihr Recht auf Krankheitstage des Kindes zu nehmen. Kita hätte heute keinen Sinn gemacht, denn das Rehlein weint bei jeder Kleinigkeit, will ununterbrochen meine Aufmerksamkeit und versucht sein Unwohlsein zu definieren: "mein Bauch tut weh...ach nee die Füße...Mami, mein Kopf.."Ich habe Inflodoron als Globoli schon gestern gegeben und denke das genügt erst einmal.
Also bringe ich die Bude auf Vordermann (mit unzähligen Unterbrechungen) und sitze einfach mit meinem Kind auf dem Boden, wo sich Spielzeug in Bergen ansammelt.
Ich habe wie immer ein schlechtes Gewissen dem Job gegenüber, doch es verflüchtigt sich, wenn ich das Rehlein in den Arm nehmen kann...eben jetzt, wenn es mich braucht!
Samstag, 21. März 2015
Die passenden Worte
Ich habe vor kurzem ein Seminar für Tageseltern gegeben. Dabei sind wir auf das Thema "Beißen" gekommen. Wir haben darüber gesprochen, wie man im Allgemeinen mit Aggressionen umgeht.
Später abends habe ich darüber nachgedacht und festgestellt, dass das Rehlein bis jetzt noch nie etwas wie Strafe erlebt hat. Wir konnten es immer anders lösen. Im schlimmsten Falle, hat das Rehlein erlebt, dass wir nicht jeden seiner Wünsche erfüllen, dass wir nicht alles wollen, was es will.Ok, das Rehlein beißt auch keine anderen Kinder, haut und schubst nicht...zumindestens konnte es seine Konflikte bis jetzt anders lösen.Wenn das eigene Kind betroffen ist, reagiert man eh emotional. Ich kann nur von meiner Arbeit berichten und da fühle ich natürlich auch sehr mit. Ich fühle die Schmerzen, wenn sich ein Kind das Knie aufschlägt, weil es geschubst wurde, ich bin auch mal wütend, wenn ein Kind bewusst ein anderes verletzt. Doch ich reagiere kontrolliert und jede meiner Handlungen und Worte geschehen bewusst. Marte Meo spielt in meinem Leben eine große Rolle und besonders in solchen Konfliktsituationen gibt mir diese Methode den nötigen roten Faden. Nehmen wir mal an der Paul haut der Lisa mit der Schüppe auf den Kopf. Ich beachte Lisa als Erstes. Damit schließe ich aus, dass Paul durch sein Verhalten Aufmerksamkeit bekommt. Ich mache einen Anschluss an Lisas Gefühl :" Oh je, das tut dir weh, jetzt weinst du! Du weinst, weil Paul die die Schüppe auf den Kopf gehauen hat." Dann hole ich Paul dazu. Ich gebe ihm die Möglichkeit sein Verhalten zu reflektieren. "Paul, schau die Lisa weint. Du hast sie mit der Schüppe gehauen, weil sie deinen Eimer wollte. Du kannst sagen, nein Lisa! Was können wir tun, um Lisa zu trösten?" Es ist toll, wenn Paul dann von alleine eine Idee hat (pusten, Taschentuch holen etc) falls nicht, helfe ich und schlage was vor. So kann auch er mit einem guten Gefühl aus der Sache raus und Lisa erfährt den nötigen Trost.
Ich kann schon verstehen, wenn Mütter, Väter und auch Pädagogen Kinder auf die Bank setzen, weil sie selber nicht weiter wissen. Es ist das Gefühl von Ohnmacht, dass uns solche Maßnahmen ergreifen lässt. Es bringt nur Nichts. Ich habe noch kein Kind erlebt, welches durchs Wegsetzen sein Verhalten ändert. Es fehlt dann an den wichtigen Informationen über die Gefühle des anderen. Am Ende bleibt das Gefühl "ich kriege es nicht hin, ich haue andere, ich genüge nicht aus, um hier mit anderen Spaß zu haben". Solche Kinder entwickeln schnell ein miserables Selbstbewusstsein. Keine gute Voraussetzung für eine gesunde Entwicklung! Durch Marte Meo aber geht das Kind mit der Info aus der Situation, dass es helfen und trösten kann, dass man sich verzeihen kann.Und es lernt, welche Gefühle beim anderen durch sein Verhalten entstehen. So kann Paul beim nächsten mal sein Verhalten besser reflektieren.
Einige von euch finden dies unnatürlich. Es kommt euch vielleicht gestellt und unrealistisch vor.
Ich kann nur sagen, dass es dir den A.... rettet, wenn du mit mehreren Kindern alleine bist. Es rettet dich, wenn ein fremdes Kind dein eigenes haut, denn die anderen Eltern sehen, dass du kompetent damit umgehst und fühlen sich nicht als schlechte Mutter oder Vater (was sonst zwangsläufig geschieht, wenn keiner so richtig weiß, wie er mit der Situation umgehen soll. "Sowas macht man nicht etc", peinliches Schweigen, man geht sich aus dem Weg, schämt sich für sein Kind). Man hat nicht immer die nötige Zeit dies so kleinschrittig zu besprechen (obwohl sowas in der Regel nur ca 5 min dauert). Mal lässt der Entwicklungsstand des Kindes so ein Gespräch gar nicht zu. Und wenn es zum dritten Mal kurz hintereinander passiert, muss ich mit Paul besprechen, dass er etwas Anderes spielen soll oder rein gehen muss, weil er es im Moment nicht schafft ohne hauen.
Und doch geschieht dies alles mit Respekt. Wenn eines eurer Kinder also demnächst ein Anderes verletzt, kümmert euch erst um das "Opfer" und benennt die Gefühle beider Kinder. Glaubt mir, ihr fühlt euch danach tausendmal besser, als wenn ihr rumschreit und Strafen verhängt. Ich habe keine Angst vor Konflikten. Ich fand das Kind aus der Spielgruppe, welches es auf mein Rehlein abgesehen hatte zwar ziemlich blöd, aber der Gedanke, dass es anscheinend noch keine geeigneten Modelle entwickelt hatte, lies mich Mitleid und keinen Hass empfinden. Und vor allem tat mir die Mama leid, die voller Panik ihr Kind beobachtete und einfach nicht wusste, was sie tun soll. Ich habe ihr damals keine Hilfe angeboten, weil ich mich nicht aufdrängen wollte und weil ich dachte, sie fände das unverschämt. Doch heute mache ich es und finde auch meistens die passenden Worte.
Später abends habe ich darüber nachgedacht und festgestellt, dass das Rehlein bis jetzt noch nie etwas wie Strafe erlebt hat. Wir konnten es immer anders lösen. Im schlimmsten Falle, hat das Rehlein erlebt, dass wir nicht jeden seiner Wünsche erfüllen, dass wir nicht alles wollen, was es will.Ok, das Rehlein beißt auch keine anderen Kinder, haut und schubst nicht...zumindestens konnte es seine Konflikte bis jetzt anders lösen.Wenn das eigene Kind betroffen ist, reagiert man eh emotional. Ich kann nur von meiner Arbeit berichten und da fühle ich natürlich auch sehr mit. Ich fühle die Schmerzen, wenn sich ein Kind das Knie aufschlägt, weil es geschubst wurde, ich bin auch mal wütend, wenn ein Kind bewusst ein anderes verletzt. Doch ich reagiere kontrolliert und jede meiner Handlungen und Worte geschehen bewusst. Marte Meo spielt in meinem Leben eine große Rolle und besonders in solchen Konfliktsituationen gibt mir diese Methode den nötigen roten Faden. Nehmen wir mal an der Paul haut der Lisa mit der Schüppe auf den Kopf. Ich beachte Lisa als Erstes. Damit schließe ich aus, dass Paul durch sein Verhalten Aufmerksamkeit bekommt. Ich mache einen Anschluss an Lisas Gefühl :" Oh je, das tut dir weh, jetzt weinst du! Du weinst, weil Paul die die Schüppe auf den Kopf gehauen hat." Dann hole ich Paul dazu. Ich gebe ihm die Möglichkeit sein Verhalten zu reflektieren. "Paul, schau die Lisa weint. Du hast sie mit der Schüppe gehauen, weil sie deinen Eimer wollte. Du kannst sagen, nein Lisa! Was können wir tun, um Lisa zu trösten?" Es ist toll, wenn Paul dann von alleine eine Idee hat (pusten, Taschentuch holen etc) falls nicht, helfe ich und schlage was vor. So kann auch er mit einem guten Gefühl aus der Sache raus und Lisa erfährt den nötigen Trost.
Ich kann schon verstehen, wenn Mütter, Väter und auch Pädagogen Kinder auf die Bank setzen, weil sie selber nicht weiter wissen. Es ist das Gefühl von Ohnmacht, dass uns solche Maßnahmen ergreifen lässt. Es bringt nur Nichts. Ich habe noch kein Kind erlebt, welches durchs Wegsetzen sein Verhalten ändert. Es fehlt dann an den wichtigen Informationen über die Gefühle des anderen. Am Ende bleibt das Gefühl "ich kriege es nicht hin, ich haue andere, ich genüge nicht aus, um hier mit anderen Spaß zu haben". Solche Kinder entwickeln schnell ein miserables Selbstbewusstsein. Keine gute Voraussetzung für eine gesunde Entwicklung! Durch Marte Meo aber geht das Kind mit der Info aus der Situation, dass es helfen und trösten kann, dass man sich verzeihen kann.Und es lernt, welche Gefühle beim anderen durch sein Verhalten entstehen. So kann Paul beim nächsten mal sein Verhalten besser reflektieren.
Einige von euch finden dies unnatürlich. Es kommt euch vielleicht gestellt und unrealistisch vor.
Ich kann nur sagen, dass es dir den A.... rettet, wenn du mit mehreren Kindern alleine bist. Es rettet dich, wenn ein fremdes Kind dein eigenes haut, denn die anderen Eltern sehen, dass du kompetent damit umgehst und fühlen sich nicht als schlechte Mutter oder Vater (was sonst zwangsläufig geschieht, wenn keiner so richtig weiß, wie er mit der Situation umgehen soll. "Sowas macht man nicht etc", peinliches Schweigen, man geht sich aus dem Weg, schämt sich für sein Kind). Man hat nicht immer die nötige Zeit dies so kleinschrittig zu besprechen (obwohl sowas in der Regel nur ca 5 min dauert). Mal lässt der Entwicklungsstand des Kindes so ein Gespräch gar nicht zu. Und wenn es zum dritten Mal kurz hintereinander passiert, muss ich mit Paul besprechen, dass er etwas Anderes spielen soll oder rein gehen muss, weil er es im Moment nicht schafft ohne hauen.
Und doch geschieht dies alles mit Respekt. Wenn eines eurer Kinder also demnächst ein Anderes verletzt, kümmert euch erst um das "Opfer" und benennt die Gefühle beider Kinder. Glaubt mir, ihr fühlt euch danach tausendmal besser, als wenn ihr rumschreit und Strafen verhängt. Ich habe keine Angst vor Konflikten. Ich fand das Kind aus der Spielgruppe, welches es auf mein Rehlein abgesehen hatte zwar ziemlich blöd, aber der Gedanke, dass es anscheinend noch keine geeigneten Modelle entwickelt hatte, lies mich Mitleid und keinen Hass empfinden. Und vor allem tat mir die Mama leid, die voller Panik ihr Kind beobachtete und einfach nicht wusste, was sie tun soll. Ich habe ihr damals keine Hilfe angeboten, weil ich mich nicht aufdrängen wollte und weil ich dachte, sie fände das unverschämt. Doch heute mache ich es und finde auch meistens die passenden Worte.
Sonntag, 22. Februar 2015
Die Sache mit dem lieben Gott
Als unsere Oma vor ein paar Wochen starb, war hier alles etwas anders. Wir Großen waren sehr traurig und obwohl wir vorwiegend abends, wenn das Rehlein im Bett war, weinten, kullerten auch in ihrem Beisein Tränen. Es ist nicht schlimm, wenn Kinder ihre Eltern weinen sehen. Das ist weitaus weniger verstörend, als wenn die Erwachsenen ins Bad verschwinden und auf die Frage :"Mama, Papa, was ist denn?" mit "Nix, alles ist gut!" antworten. Damit signalisiert man dem Kind nur, dass man seine Gefühle nicht zeigen und besser damit allein sein sollte. Auch Kinder, die noch nicht sprechen können, fühlen, wenn es den Eltern nicht so gut geht. So sah mich auch das Rehlein mit gerunzelter Stirn an, als ich etwas weinen musste. Der Platzhirsch hatte gerade ein paar Dinge von der Oma aus der Wohnung mitgebracht und die ganze Tasche roch nach ihr. Ich konnte den Kinderblick quasi auf meinem Rücken spüren (ich hatte mich dann doch weggedreht). Daraufhin gab es folgendes Gespräch:
Rehlein: Mama, was hast du?
Ich: ich bin ein bisschen traurig, weil die Oma M. gestorben ist.
R: Wo ist die jetzt?
I: ich glaube im Himmel
R: Was macht die da?
I: sie schaut auf uns runter und passt auf uns auf
R: Dann kommt die wieder!
I: ( Ich überlege, wie ich das jetzt einer 2 1/2 jährigen erkläre) Weißt du, wenn jemand tot ist, kann man denjenigen nicht mehr sehen.
R: Wir fahren da bald hin und essen Pommes
I: Wir können die Oma M. nicht mehr treffen Schatz. Aber wir können Pommes essen fahren und ganz doll an sie denken
R: Ich will auch Pommes!
So oder so ähnlich lief es und dann kam eine ganze Zeit nichts mehr vom Rehlein. Der Alltag hat uns langsam
wieder. Das Rehlein geht in einen katholischen Kindergarten und wir besuchen hin und wieder den Kleinkindergottesdienst. Wir beten abends ein kurzes Gebet, indem ich danke sage für all die schönen Dinge in unserem Leben. Im Anschluss erzählt das Rehlein dann noch etwas. Lange Zeit wollte es gar nicht oder das Erzähle hatte mit anderen Dingen zutun, doch gestern abend wurde es dann konkret. Beim Abendessen streichelte es über seinen Bauch und sagte :
R: Mama, weißt du, der liebe Gott ist in meinem Bauch.
I: Ach echt? was macht der denn da drin
R: Es geht mir gut in meinem Bauch, dann fühl ich den!
Weil man das, was "Gott" oder "Glauben" ist, nicht sehen und auch nicht anfassen kann, habe ich dem Rehlein versucht zu erklären, dass man ganz viel fühlen kann. Und wenn es mir gut geht und ich ein gutes Gefühl im Bauch habe, kann ich den "lieben Gott" spüren. Lustig, dass ich dann kurze Zeit später das Buch "Gott ist wie Himbeereis" gefunden habe. Es beschreibt sehr schön, wie sich Kinder im Kindergartenalter mit der Frage auseinandersetzen könnn.
Ich möchte erwähnen, dass ich die Bezeichnung "lieber" Gott schon ein bischen ungünstig finde. Das mit dem "lieb" führt oft zu einer meiner Lieblingsdiskussionen mit anderen Eltern. Was heißt denn bitte "lieb"? "Sei schön lieb, warst du denn auch lieb" etc. Im grunde vermitteln wir den Kindern dadurch die Info: "sei schön angepasst, mach das, was andere von dir wollen". Lieb ist soooo ein großer Begriff für Kinder, wenig konkret und nicht fassbar. Egal, das Rehlein wird den "lieben Gott" schon überstehen. Bei mir hieß er eben so und jetzt heißt er bei uns auch so. Zu dem Thema " Glaubensätze" will ich eh bald mal schreiben.
Ich war mir allerding schon immer sicher, dass es für Kinder von unschätzbarem großem Wert ist, wenn sie sich immer und überall geborgen fühlen! Etwas, was wir Erwachsene übrigens genauso brauchen - dieses Gefühl, ein "Gottvertrauen". Ob man dabei an Gott im Sinne der Kirche, an eine höhere Energie oder was anderes glaubt ist völlig egal.
Kinder haben ein Recht auf Wunder, ein Recht aufs Philosophieren! Gemeinsam mit uns überlegen, nachdenken und forschen.
Wenn meine Tochter einen toten Marienkäfer findet, ihn liebevoll in den nächsten Bluementopf legt und sich vorstellt wie er jetzt im Marienkäferhimmel rumfliegt, hat sie auf ihre Weise eine Antwort gefunden. Wir haben nie gesagt, wie der "Himmel" aussieht, was da genau geschieht. Ich muss mir nichts ausdenken, um ihr dies zu erklären. Falls sie das mal fragt, werde ich ähnlich antworten, wie ich dies bei den Kindern im Job tue. Da kommt schon mal die Frage auf, ob es den Weihnachtsmann oder den Osterhasen gibt.
Und dann sage ich: "Hmmm, ich muss mal überlegen...was meinst denn du"?
Und schon überlegen wir gemeinsam, ohne dass es Vorgaben und Wissensübermittlungen gibt.
Lasst den Kindern ihre eigenen Wunder - auch losgelöst von Religion!
Rehlein: Mama, was hast du?
Ich: ich bin ein bisschen traurig, weil die Oma M. gestorben ist.
R: Wo ist die jetzt?
I: ich glaube im Himmel
R: Was macht die da?
I: sie schaut auf uns runter und passt auf uns auf
R: Dann kommt die wieder!
I: ( Ich überlege, wie ich das jetzt einer 2 1/2 jährigen erkläre) Weißt du, wenn jemand tot ist, kann man denjenigen nicht mehr sehen.
R: Wir fahren da bald hin und essen Pommes
I: Wir können die Oma M. nicht mehr treffen Schatz. Aber wir können Pommes essen fahren und ganz doll an sie denken
R: Ich will auch Pommes!
So oder so ähnlich lief es und dann kam eine ganze Zeit nichts mehr vom Rehlein. Der Alltag hat uns langsam
wieder. Das Rehlein geht in einen katholischen Kindergarten und wir besuchen hin und wieder den Kleinkindergottesdienst. Wir beten abends ein kurzes Gebet, indem ich danke sage für all die schönen Dinge in unserem Leben. Im Anschluss erzählt das Rehlein dann noch etwas. Lange Zeit wollte es gar nicht oder das Erzähle hatte mit anderen Dingen zutun, doch gestern abend wurde es dann konkret. Beim Abendessen streichelte es über seinen Bauch und sagte :
R: Mama, weißt du, der liebe Gott ist in meinem Bauch.
I: Ach echt? was macht der denn da drin
R: Es geht mir gut in meinem Bauch, dann fühl ich den!
Weil man das, was "Gott" oder "Glauben" ist, nicht sehen und auch nicht anfassen kann, habe ich dem Rehlein versucht zu erklären, dass man ganz viel fühlen kann. Und wenn es mir gut geht und ich ein gutes Gefühl im Bauch habe, kann ich den "lieben Gott" spüren. Lustig, dass ich dann kurze Zeit später das Buch "Gott ist wie Himbeereis" gefunden habe. Es beschreibt sehr schön, wie sich Kinder im Kindergartenalter mit der Frage auseinandersetzen könnn.
Ich möchte erwähnen, dass ich die Bezeichnung "lieber" Gott schon ein bischen ungünstig finde. Das mit dem "lieb" führt oft zu einer meiner Lieblingsdiskussionen mit anderen Eltern. Was heißt denn bitte "lieb"? "Sei schön lieb, warst du denn auch lieb" etc. Im grunde vermitteln wir den Kindern dadurch die Info: "sei schön angepasst, mach das, was andere von dir wollen". Lieb ist soooo ein großer Begriff für Kinder, wenig konkret und nicht fassbar. Egal, das Rehlein wird den "lieben Gott" schon überstehen. Bei mir hieß er eben so und jetzt heißt er bei uns auch so. Zu dem Thema " Glaubensätze" will ich eh bald mal schreiben.Ich war mir allerding schon immer sicher, dass es für Kinder von unschätzbarem großem Wert ist, wenn sie sich immer und überall geborgen fühlen! Etwas, was wir Erwachsene übrigens genauso brauchen - dieses Gefühl, ein "Gottvertrauen". Ob man dabei an Gott im Sinne der Kirche, an eine höhere Energie oder was anderes glaubt ist völlig egal.
Kinder haben ein Recht auf Wunder, ein Recht aufs Philosophieren! Gemeinsam mit uns überlegen, nachdenken und forschen.
Wenn meine Tochter einen toten Marienkäfer findet, ihn liebevoll in den nächsten Bluementopf legt und sich vorstellt wie er jetzt im Marienkäferhimmel rumfliegt, hat sie auf ihre Weise eine Antwort gefunden. Wir haben nie gesagt, wie der "Himmel" aussieht, was da genau geschieht. Ich muss mir nichts ausdenken, um ihr dies zu erklären. Falls sie das mal fragt, werde ich ähnlich antworten, wie ich dies bei den Kindern im Job tue. Da kommt schon mal die Frage auf, ob es den Weihnachtsmann oder den Osterhasen gibt.
Und dann sage ich: "Hmmm, ich muss mal überlegen...was meinst denn du"?
Und schon überlegen wir gemeinsam, ohne dass es Vorgaben und Wissensübermittlungen gibt.
Lasst den Kindern ihre eigenen Wunder - auch losgelöst von Religion!
Dienstag, 16. Dezember 2014
Mein moralischer Teil
Es ist eine gefühlte Ewigkeit her, seitdem ich hier etwas geschreiben habe. Woran das lag? Keine Ahnung. Lese ich doch täglich von den vollberufstätigen Müttern, die neben Kindern, Haushalt, Job und sinnvoll - präsentier-geeigneten Tätigkeiten, wie Sport und DIY Kram es schaffen, regelmäßig zu bloggen. Ich mache keinen Sport und meine Nähmaschine wurde auch schon ein paar Tage nicht bewegt. Dennoch fühlte es sich in den vergangenen Tagen und Wochen so an, als würden die 24 Stunden nicht reichen. Jetzt habe ich Urlaub und siehe da, mein Rehlein sorgt dafür, dass ich nicht in den üblichen Putzwahn verfalle. Nachdem ich gestern den ganzen Tag mit Halsschmerzen im Bett verbrachte, war ich heute morgen schlagartig fit, als mich ein kleiner Quasimodo aus dem Kinderbett anschielte. Supi, Binderhautentzündung, hatten wir noch nicht. Da hat sich die Natur was Feines ausgedacht! Die eigenen Befindlichekeiten rücken in den Hintergrund und lösen sich auf. Zumindestens so lange, bis man wieder Luft holen kann. Aber mal ehrlich, so eine Binderhautentzündung ist zwar blöd, stört aber nicht beim Spielen und Rumrennen. Nur leider bedeutet das 2 Tage Kitaverbot und ich hatte mir so viel vorgrnommen. Allerdings bekomme ich dafür viele schöne Stunden mit dem Rehlein geschenkt. Selbst gedichtete Kinder und Weihnachtslieder tönen den ganzen Tag durch die Wohnung, ich übe mich im "Chaosertragen" und bin dankbar dafür, dass sich das Rehlein so wenigstens nicht die nächste Krankheit aus dem Kindergarten abholt *klopf, klopf*.
Das Thema Krankheiten hat mich seit dem Kruppanfall lange beschäftigt. Emotional meine ich. Dadurch, dass ich nicht arbeiten konnte, hatte ich zuhause ein schlechtes Gewissen. War ich in der Firma, dachte ich an das hustende Rehlein und wieder kratzte die Moral in meinem Kopf. Das war sehr anstrengend. Und so habe ich für das neue Jahr auch nur einen einzigen Vorsatz: Ich werde mir meinen moralischen Richter, der in meinem Kopf für das schlechte Gewissen sorgt, umerziehen! Ich kann nicht allen Rollen gleichzeitig gerecht werden und das will ich auch gar nicht. Naja, ein Teil von mir möchte das schon. Doch ich habe erkannt, dass dieser moralische Teil mein Verhalten beeinflusst. So backte ich bei völliger Erschöpfung am Nikolausabend noch drei verschiedene Plätzchensorten, weil ich den Nachbarn alle Jahre wieder einen Teller bunter Vielfalt hingestellen wollte. Ich putze ständig die Fenster, weil es mich stört, wenn ich die getrockneten Regentropfen darauf sehe und schäme mich innerlich, wenn der Rasen nicht gemäht ist. Mit anderen Worten, ich habe einen Hang zum Perfektionismus und einen nervigen Moralapostel im Kopf. Nicht, dass mich das früher so gestört hätte. Da konnte ich es aber noch voll ausleben. Jetzt mit dem Job bleibt nicht mehr viel Zeit dafür. Ich möchte viel lieber auf dem Sofa mit meinem Kind kuscheln und Budenbauen, anstatt schon wieder an den Staubsauger zu denken. Glücklicherweise trägt das Rehlein ja nicht nur meine, sondern auch die Gene vom Platzhirsch in sich. Und so bleibt die Hoffnung, dass unsere Tochter sich nicht zum Perfektionisten entwickelt. Ich gebe mein Bestes ein gutes Vorbild zu sein und stelle mit Blick ins Wohnzimmer fest, dass ich auf einem guten Weg bin!
Das Thema Krankheiten hat mich seit dem Kruppanfall lange beschäftigt. Emotional meine ich. Dadurch, dass ich nicht arbeiten konnte, hatte ich zuhause ein schlechtes Gewissen. War ich in der Firma, dachte ich an das hustende Rehlein und wieder kratzte die Moral in meinem Kopf. Das war sehr anstrengend. Und so habe ich für das neue Jahr auch nur einen einzigen Vorsatz: Ich werde mir meinen moralischen Richter, der in meinem Kopf für das schlechte Gewissen sorgt, umerziehen! Ich kann nicht allen Rollen gleichzeitig gerecht werden und das will ich auch gar nicht. Naja, ein Teil von mir möchte das schon. Doch ich habe erkannt, dass dieser moralische Teil mein Verhalten beeinflusst. So backte ich bei völliger Erschöpfung am Nikolausabend noch drei verschiedene Plätzchensorten, weil ich den Nachbarn alle Jahre wieder einen Teller bunter Vielfalt hingestellen wollte. Ich putze ständig die Fenster, weil es mich stört, wenn ich die getrockneten Regentropfen darauf sehe und schäme mich innerlich, wenn der Rasen nicht gemäht ist. Mit anderen Worten, ich habe einen Hang zum Perfektionismus und einen nervigen Moralapostel im Kopf. Nicht, dass mich das früher so gestört hätte. Da konnte ich es aber noch voll ausleben. Jetzt mit dem Job bleibt nicht mehr viel Zeit dafür. Ich möchte viel lieber auf dem Sofa mit meinem Kind kuscheln und Budenbauen, anstatt schon wieder an den Staubsauger zu denken. Glücklicherweise trägt das Rehlein ja nicht nur meine, sondern auch die Gene vom Platzhirsch in sich. Und so bleibt die Hoffnung, dass unsere Tochter sich nicht zum Perfektionisten entwickelt. Ich gebe mein Bestes ein gutes Vorbild zu sein und stelle mit Blick ins Wohnzimmer fest, dass ich auf einem guten Weg bin!
Dienstag, 23. September 2014
"Der Papa macht das!"
Liebe Leute, wir befinden uns in einer spannenden Phase. Das Rehlein löst sich von mir, erkundet tapfer seinen neuen Lebensraum Kita und genießt offensichtlich die Gegenwart der Kinder dort; auch weil es dort nicht nonstop unter Beobachtung steht. Zudem beginnen sekundäre Bezugspersonen, wie die beiden Omis an Bedeutung zu gewinnen. Die Trotzphase, oder wie ich sie lieber nenne, Selbstständigkeitsphase hat ihren Höhepunkt erreicht. Stellt euch folgende Situation vor. Ich bastel mit dem Rehlein gemütlich. Es klebt, malt und fummelt mit allmögliche Materialien herum. Ich sitze dabei, benenne nur ( sieh auch Marte Meo: http://frauchenfrieda.blogspot.de/2013/11/marte-meo-entschlusselt-die-botschaft.html) und alles ist gaaanz entspannt. Plötzlich hebt sich der Blick des Rehleins, es sperrt die Augen auf und kreischt energisch : " Ich mach das!" Ich bleibe cool. Toll, wenn sie Aufgaben alleine bewältigen möchte. Gut, wenn sie sich diesbezüglich ausdrücken kann. Machmal schwierig wird es, wenn mein Kind von seinem Gefühl der Ambivalenz überwältigt wird und nicht mit und nicht ohne die Mama durch eine Situation kann. Doch auch dies entspricht der normalen Entwicklung. Trotzdem bin ich hin und wieder überrascht, wie extrem sich das Rehlein um seine Selbstständigkeit bemüht. Nun gut. Jetzt haben wir ja die Trennung von mir im Kindergarten mehr als erfolgreich gemeistert. Großes Lob an dieser Stelle an die Traumerzieherinnen! Und somit hat mein Kind den ersten Schritt gemacht und muss sich ja auch für seine weitere Entwicklung immer mehr von unserer symbiotischen Beziehung lösen. Es erlebt, dass es auch ohne mich überleben kann, dass ich nicht vollkommen bin. Und hier kommt der Papa ins Spiel. Als wichtige Bezugsperson hatte er immer schon eine wichtige Stellung. Nun aber braucht das Rehlein ihn, um sich weiter von mir lösen zu können. Quasi wie einen Lotzen, der die Welt ohne Mama erfahrbar macht. Ich möchte Müttern, die das auch durchmachen beruhigen und werdene Mütter darauf vorbereiten. Mädels, macht euch nicht verrückt!Mein Rehlein lenht mich in bestimmten Situationen total ab. Schon wärend des Abendessens macht sie klar, dass der Papa gleich Zähneputzen, Umziehen und Vorlesen gestaltet. Manchmal darf ich sogar nicht gucken, wenn die zwei beschäftigt sind. "Der Papa macht das!" Wichtig ist hierbei, dass der Papa, ebenso wie die Mama nicht enttäuscht, wütend oder ähnliches reagiert. Damit würden wir dem Rehlein die Verantwortung für unsere Gefühle geben. z.B. "jetzt bin ich aber ein bischen traurig, dass du nicht zu mir möchtest.." Wir bleiben gelassen und akzeptieren das. Ich, die zweifelsohne beim Lesen gerne kuscheln würde, um die eigene Sehnsucht zu befriedigen und auch der Platzhirsch, der sich nach getaner Arbeit ein bischen Untersützung bei den Abendritualen wünscht. Ich bin deswegen ja nicht weniger wichtig. Im Gegenteil! Erlebt mein Kind die Akzeptanz seiner Gefühle durch mich, leiste ich einen wichtigen Beitrag zu seiner Entwicklung im Bereich Emotionswissen. Es lernt, dass es seinen Gefühlen vertrauen kann, dass es Gefühle aussprechen und ausleben darf. Natürlich geht das mit dem "der Papa macht das" nicht immer. Dann mache ich es und wir beide zeigen uns einig.
Wir sind gespannt, was sich das Rehlein noch alles einfallen lässt, um unsere Elternkompetenz zu prüfen.
Habt oder hattet ihr auch "Nur der Papa - Phasen"? Her damit, denn geteiltes Leid..ihr wisst schon.
Wir sind gespannt, was sich das Rehlein noch alles einfallen lässt, um unsere Elternkompetenz zu prüfen.
Habt oder hattet ihr auch "Nur der Papa - Phasen"? Her damit, denn geteiltes Leid..ihr wisst schon.
Samstag, 13. September 2014
Erstes "echtes" Wochenende
Die
erste Arbeitswoche liegt hinter mir. Tatsächlich ist es so, als wäre ich nie
fort gewesen. Es gab einige gesetzliche und konzeptionelle Änderungen, doch der
Alltag mit Kolleginnen, Eltern und Kinder
fühlt sich vertraut an. Es gab am ersten Freitag Pflaumenkuchen mit Sahne zum Einstand, womit ich allen eine Freude und den perfekten Einstieg fürs erste "echte" Wochenende gemacht habe.
Ja, ich habe wirklich Spaß! Ich komme morgens
gut aus den Federn und auch sonst das Gefühl, alles zu schaffen. Doch es gibt auch eine Kehrseite. Spätestens gegen 14:00 Uhr werden die Abstände, an
denen ich an mein Rehlein denken muss, kürzer.
Wenn jemand weint, jammert oder wütend ist und ich dies vom Büro aus
höre, legt sich der Mamaschalter um. Was ist da wohl los? Fühlt sich das Kind
nicht wohl? Ist es überfordert? Vermisst es seine Mama? Um es ganz deutlich zu
sagen, meine Muttergefühle beherrschen mich kurzzeitig. Bei 60 Kindern kommt es eben vor, dass Gefühlausbrüche die Bürotüre erreichen und zwangsläufig frage ich
mich dann, wie es meinem Kind gerade geht. Es ist kein beklemmendes oder
unangenehmes Gefühl. Es reißt mich nur kurzzeitig aus meiner Konzentration. Und
wenn ich dann auf der Autobahn bin, in Richtung Oma fahre, freue ich mich
riesig auf einen festen Drücker! Der Nachmittag ist verständlicherweise kurz
und ich achte darauf nicht noch mehr Termine reinzuquetschen. Das Rehlein schlägt
sich gut, doch natürlich ist ein ganzer Tag Kindergarten für ein kleines Kind
von zwei Jahren sehr anstrengend. Meistens fällt zuhause der Stress von ihr
ab. Wie ein Vorhang oder manchmal auch wie ein dicker Brocken. Dann knatscht
sie, ohne dass ich den Grund dafür immer gleich parat habe und ihre
Kooperationsfähigkeit schrumpft auf das Nötigste. Bis jetzt kommen wir damit
gut zurrecht. Ich lasse den Haushalt liegen und wir lesen ein Buch oder
kuscheln. Irgendwann möchte sie eh ihre Ruhe und verschwindet im
Kinderzimmer.
Dann beobachte ich sie heimlich am Türrahmen minutenlang und
versuche zu begreifen, wie die Zeit uns so überholen konnte. Vielleicht liegt es an dieser Wehmut, dass sich das Abendessen ab jetzt immer öfter in ein "kindgerechtes Spaßgericht" verwandelt. Habe ich etwa ein schlechtes Gewissen?
Ich denke, ich muss mich einfach daran gewöhnen, mein Kind Stück für Stück loszulassen. Ein Prozess, der ab jetzt erst wieder endet, wenn wir das Rehlein glücklich verheiratet wissen. Wie heißt es doch so schön? Man wächst mit seinen Aufgaben...Jetzt sitze ich hier in meiner Samstagsmorgenmüdigkeit und lausche den musikalischen Künsten, die sich in der Frühe noch nicht allzu melodisch anhören. Aber hey! Ich hab sie ganz nahe bei mir, keine Termine und jede Menge Kaffee. Es handelt sich im Übrigen um den Sandmännchensong, der sich mit ganz viel Konzentration und grenzenloser Liebe für mein Rehlein sogar annähernd danach anhört ;-)Dienstag, 2. September 2014
Nur noch einmal schlafen
Der letzte Abend als Mutter in Elternzeit. Und wisst ihr was? Es fühlt sich gut an. Hätte ich noch vor einem Monat gar nicht gedacht. Zu groß waren die Sorgen, ob die Organisation mit der Rehleinkita, der eigenen Kita und dem Platzhirsch hier zuhause klappt. Nun habe ich den Alltag einer vollzeitarbeitenden Mama noch gar nicht erlebt und trotzdem weiß ich, dass alles klappen wird. Wir haben alle drei gut mitgearbeitet, damit wir entspannt in den neuen Lebensabschnitt starten können. Der Platzhirsch und ich haben die morgentliche Routine neu eingespielt und er bringt das Rehlein seit zwei Tagen alleine zur Kita. In dem neuen "Flitzeauto", das anscheinend so viel cooler ist als das alte Auto. Heute gab es Geschrei, weil ich das Rehlein eben mit dem alten Auto abgeholt habe. Das alte Auto ist übrigens 3 Jahre alt und gerade abbezahlt, noch sehr schön inkl.bequemem Kindersitz. Allerdings ist jetzt das Auto vom Papa angesagter und natürlich ist auch der Kindersitz darin besser, schöner, toller! Kommt mir ganz recht. Auch, dass der Platzhirsch immer wichtiger für das Rehlein wird. Eben durfte ich nicht mittanzen.Eine kurze Geste mit der Hand "Die Mama...nicht! Lieber in die Küche!"
Da fällt dir dann nichts mehr ein. Ich habe generell das Gefühl, dass es dem Rehlein gut tut ein bischen Abstand von mir zu bekommen. Hört sich vielleicht hart an, entspricht aber einer gesunden Entwicklung. Seitdem es den Kindergarten besucht, ist es wesentlich entspannter, wenn sich unbekannte Personen nähern. Hin und wieder flirtet man auch an der Supermarktkasse. Nur drei Wochen zuvor, schien es eine schwere Körperverletzung zu sein, das Rehlein auch nur anzuschauen. Abgesehen vom Sprachschatz, der sich rasant entwickelt, zeigen sich immer mehr neu erworbene Spiel- und Handlungsmodelle.
Sicher wird es nicht immer einfach sein. Ich sehe mein Rehlein jetzt 21 Stunden nicht. Morgens kann ich es nicht zur Verabschiedung wecken, weil ich so früh los muss. Und dann bin ich eben erst gegen 16:45 Uhr zuhause. Wir sind in der glücklichen Lage zwei wundervolle Omas zu haben, von denen eine nicht berufstätig und die andere im Kindergarten des Rehleins ist. Also viel Zeit für unsere kleine Maus! Zudem vertraue ich beiden total. Auch das Vertrauen in meinem Mann (und dies war vorher natürlich auch schon da) ist gewaltig gewachsen. So konnte ich die letzten Tage erleben, wie es auch wunderbar ohne mich morgens klappt. Auch das "Abgeben" im Kindergarten geht super. Er hat ja auch noch nie das Vertrauen vom Rehlein missbraucht, war immer verfügbar und eine stabile Größe in ihrem Leben.
Ich bin ganz schön stolz auf meine beiden Wichtigmenschen! Die sind ein gutes Team. Wir sind ein super gutes Team. Unsere kleine Familie ist in den zwei Jahren mit Kind zu einer Oase der Sicherheit geworden, ohne die ich mir ein Leben nicht verstellen kann. Ich freue mich auf alle weiteren Stationen und bin besonders gespannt, wie ich meine beiden Jobs und Rollen unter einen Hut bekomme...
Challenge accepted!
(Mama, ich übersetze: Herausforderung angenommen!) ;-)
Da fällt dir dann nichts mehr ein. Ich habe generell das Gefühl, dass es dem Rehlein gut tut ein bischen Abstand von mir zu bekommen. Hört sich vielleicht hart an, entspricht aber einer gesunden Entwicklung. Seitdem es den Kindergarten besucht, ist es wesentlich entspannter, wenn sich unbekannte Personen nähern. Hin und wieder flirtet man auch an der Supermarktkasse. Nur drei Wochen zuvor, schien es eine schwere Körperverletzung zu sein, das Rehlein auch nur anzuschauen. Abgesehen vom Sprachschatz, der sich rasant entwickelt, zeigen sich immer mehr neu erworbene Spiel- und Handlungsmodelle.
Sicher wird es nicht immer einfach sein. Ich sehe mein Rehlein jetzt 21 Stunden nicht. Morgens kann ich es nicht zur Verabschiedung wecken, weil ich so früh los muss. Und dann bin ich eben erst gegen 16:45 Uhr zuhause. Wir sind in der glücklichen Lage zwei wundervolle Omas zu haben, von denen eine nicht berufstätig und die andere im Kindergarten des Rehleins ist. Also viel Zeit für unsere kleine Maus! Zudem vertraue ich beiden total. Auch das Vertrauen in meinem Mann (und dies war vorher natürlich auch schon da) ist gewaltig gewachsen. So konnte ich die letzten Tage erleben, wie es auch wunderbar ohne mich morgens klappt. Auch das "Abgeben" im Kindergarten geht super. Er hat ja auch noch nie das Vertrauen vom Rehlein missbraucht, war immer verfügbar und eine stabile Größe in ihrem Leben.
Ich bin ganz schön stolz auf meine beiden Wichtigmenschen! Die sind ein gutes Team. Wir sind ein super gutes Team. Unsere kleine Familie ist in den zwei Jahren mit Kind zu einer Oase der Sicherheit geworden, ohne die ich mir ein Leben nicht verstellen kann. Ich freue mich auf alle weiteren Stationen und bin besonders gespannt, wie ich meine beiden Jobs und Rollen unter einen Hut bekomme...
Challenge accepted!
(Mama, ich übersetze: Herausforderung angenommen!) ;-)
Sonntag, 17. August 2014
2 Jahre Rehlein
Mein kleines Rehlein. In Superultraschallgeschwindigkeit bist du 2 Jahre alt geworden. Nachdem ich das erste Jahr noch begreifen konnte, stellt sich mein Verstand, bei dem Versuch das zweite zu erfassen, einfach quer. Wie konnte das so schnell passieren?!
Du bist heute zwei Jahre und drei Tage alt. 93 cm groß und 11,8 kg schwer. Du hast Schuhgröße 25/26 und ich kaufe nix mehr unter 98/104 Kleidergröße.
Wenn du rennst, bleibt mir immer noch ab und zu das Herz stehen, so wackelig erscheint mir dein Flitzemodus. Doch nur selten geht was schief. Klettern, rennen, balancieren und springen klappt alles super
Dein Wotschatz erweitert sich täglich und gerade jetzt, nach zwei Wochen Kindergarten, sind wir immer wieder platt, was für Redewendungen du verwendest.
Aktuelle Favoriten:
"Das darf doch nicht wahr sein!"
"Alter Schwede!"
"Ach du meine Güte!"
Grundsätzlich kannst, möchstest und weißt du alles, was Mama und Papa können, möchten und wissen.
Der große Trotzanfall lässt noch auf sich warten und bis jetzt zeigst du eine große Kooperationsbereitschaft.
Du gehst aufs große Klo, aber bis jetzt nur als Trockenübung. Schlafen und Essen...ganz ehrlich? Völlig unkompliziert. Da haben wir wohl einfach Glück gehabt! Du isst und trinkst selbstständig. Die Flasche abends habe ich vor ca zwei Monaten einfach weggelassen. Stattdessen abends noch einen Schluck Wasser aus dem coolen pinken Becher. Dies hat irgendwie gereicht, um dich zu überzeugen. Ja, auch hier einfach Glück gehabt ;-) Viel spannender ist es aber, wie sich dein Character entwickelt. Du singst oder summst sehr viel. Ich kann die, dir bekannten Melodien gut erkennen. Bücher sind nach wie vor wichtig für dich. So ließt du dir oder deiner Puppe regelmäßig etwas vor. Zuhören lohnt sich immer, denn das ist zuckersüß und zum Totlachen! Du hast die ersten Freundschaften geschlossen, die durch regelmäßige Kontakte wirklich von großer Bedeutung für dich sind. Ich sehe dies daran, dass du mit deinen Freunden am Spielhandy telefonierst, Geschichten über sie erfindest oder auch beim Gute Nachgebet an sie denkst. Du gehst für eine Zweijährige recht sorgsam mit deinen Spielsachen um. Spielst ganze Einkaufsscenarien nach und fährst gefühlte 100 mal am Tag mit deiner Puppe in den Urlaub. Bei all dem Spielzeug, das du angesammelt hast, spielst du im Moment doch am liebsten mit dem Papa "Eismaschine". Dabei setzt ihr euch vor die Heizung und du schraubst an dem Temperaturregler rum. Der ist Waschbecken und Maschine zusammen. Immer wieder geht die Eismaschine kaputt, damit der Papa sie reparieren kann. Er macht dabei spannende Reperaturgeräusche und du himmelst ihn an und bekommst gar nicht genug von diesem Spiel. Du verwendest im Spiel unterschiedliche Stimmlagen und schlüpfst schon in verschiedene Rollen. Wir konnten dir einen großen Fundus an Spielfähigkeiten mitgeben, die dich im Kindergarten sicher zu einer beliebten Spielpartnerin machen. Überhaupt beschäftigst du dich gerne alleine, kramst in deinen Sachen rum und quasselst non stop vor dich hin. Du hast viel Sinn für Humor und ich wiederhole die Gags nur zu gerne für dich immer und immer wieder, nur um deine Quitschelache zu hören.
Du magst es nicht, wenn dir fremde Leute in die Augen schauen. Ist dir irgendwie zu nah, denke ich. Doch nach einer kleinen Weile wirst du mutiger und begegnest allen offen und freundlich. Leider kommst du selten kuscheln, doch damit komme ich zurecht. Wir haben viele kleine Rituale, mit denen wir uns unsere Zuneigung zeigen. So wird sich abends vor dem Schlafengehen immer noch einmal gedrückt. Alle drei mit umschlungenden Armen. Dabei klopfst du uns mit einem weisen Gesichtsausdruck liebevoll auf die Schultern.
Mein Kind, mein Herz ist bis zum Rand gefüllt mit Liebe für dich. In manchen Momenten läuft es über und dann tut es ein wenig weh. So bist du mir am Freitag das erste Mal in die Arme gelaufen, als ich dich aus der Kita abgeholt habe. Dafür hattest du vorher wahrscheinlich keine Kopf. Dabei hast du laut gelacht und wir haben kurz alles um uns herum vergessen. Ich lerne gerade dich loszulassen...ein kleines Stück. Wenn ich sehe, wie du selbstständig die Welt eroberst und dir deine Freiräume erkämpfst, platze ich vor Stolz! Jeden Tag aufs neue glaube ich, dich nicht noch mehr lieben zu können, bis du mich im nächsten Moment eines besseren belehrst.
Mein Rehlein, meine Zaubermaus, mein Wunder, meine große Tochter. Ich wünsche dir und uns als Familie, dass du dich so entwickeln kannst, wie es deiner kleinen Seele am besten gefällt!
Du bist heute zwei Jahre und drei Tage alt. 93 cm groß und 11,8 kg schwer. Du hast Schuhgröße 25/26 und ich kaufe nix mehr unter 98/104 Kleidergröße.
Wenn du rennst, bleibt mir immer noch ab und zu das Herz stehen, so wackelig erscheint mir dein Flitzemodus. Doch nur selten geht was schief. Klettern, rennen, balancieren und springen klappt alles super
Dein Wotschatz erweitert sich täglich und gerade jetzt, nach zwei Wochen Kindergarten, sind wir immer wieder platt, was für Redewendungen du verwendest.
Aktuelle Favoriten:
"Das darf doch nicht wahr sein!"
"Alter Schwede!"
"Ach du meine Güte!"
Grundsätzlich kannst, möchstest und weißt du alles, was Mama und Papa können, möchten und wissen.
Der große Trotzanfall lässt noch auf sich warten und bis jetzt zeigst du eine große Kooperationsbereitschaft.
Du gehst aufs große Klo, aber bis jetzt nur als Trockenübung. Schlafen und Essen...ganz ehrlich? Völlig unkompliziert. Da haben wir wohl einfach Glück gehabt! Du isst und trinkst selbstständig. Die Flasche abends habe ich vor ca zwei Monaten einfach weggelassen. Stattdessen abends noch einen Schluck Wasser aus dem coolen pinken Becher. Dies hat irgendwie gereicht, um dich zu überzeugen. Ja, auch hier einfach Glück gehabt ;-) Viel spannender ist es aber, wie sich dein Character entwickelt. Du singst oder summst sehr viel. Ich kann die, dir bekannten Melodien gut erkennen. Bücher sind nach wie vor wichtig für dich. So ließt du dir oder deiner Puppe regelmäßig etwas vor. Zuhören lohnt sich immer, denn das ist zuckersüß und zum Totlachen! Du hast die ersten Freundschaften geschlossen, die durch regelmäßige Kontakte wirklich von großer Bedeutung für dich sind. Ich sehe dies daran, dass du mit deinen Freunden am Spielhandy telefonierst, Geschichten über sie erfindest oder auch beim Gute Nachgebet an sie denkst. Du gehst für eine Zweijährige recht sorgsam mit deinen Spielsachen um. Spielst ganze Einkaufsscenarien nach und fährst gefühlte 100 mal am Tag mit deiner Puppe in den Urlaub. Bei all dem Spielzeug, das du angesammelt hast, spielst du im Moment doch am liebsten mit dem Papa "Eismaschine". Dabei setzt ihr euch vor die Heizung und du schraubst an dem Temperaturregler rum. Der ist Waschbecken und Maschine zusammen. Immer wieder geht die Eismaschine kaputt, damit der Papa sie reparieren kann. Er macht dabei spannende Reperaturgeräusche und du himmelst ihn an und bekommst gar nicht genug von diesem Spiel. Du verwendest im Spiel unterschiedliche Stimmlagen und schlüpfst schon in verschiedene Rollen. Wir konnten dir einen großen Fundus an Spielfähigkeiten mitgeben, die dich im Kindergarten sicher zu einer beliebten Spielpartnerin machen. Überhaupt beschäftigst du dich gerne alleine, kramst in deinen Sachen rum und quasselst non stop vor dich hin. Du hast viel Sinn für Humor und ich wiederhole die Gags nur zu gerne für dich immer und immer wieder, nur um deine Quitschelache zu hören.
Du magst es nicht, wenn dir fremde Leute in die Augen schauen. Ist dir irgendwie zu nah, denke ich. Doch nach einer kleinen Weile wirst du mutiger und begegnest allen offen und freundlich. Leider kommst du selten kuscheln, doch damit komme ich zurecht. Wir haben viele kleine Rituale, mit denen wir uns unsere Zuneigung zeigen. So wird sich abends vor dem Schlafengehen immer noch einmal gedrückt. Alle drei mit umschlungenden Armen. Dabei klopfst du uns mit einem weisen Gesichtsausdruck liebevoll auf die Schultern.
Mein Kind, mein Herz ist bis zum Rand gefüllt mit Liebe für dich. In manchen Momenten läuft es über und dann tut es ein wenig weh. So bist du mir am Freitag das erste Mal in die Arme gelaufen, als ich dich aus der Kita abgeholt habe. Dafür hattest du vorher wahrscheinlich keine Kopf. Dabei hast du laut gelacht und wir haben kurz alles um uns herum vergessen. Ich lerne gerade dich loszulassen...ein kleines Stück. Wenn ich sehe, wie du selbstständig die Welt eroberst und dir deine Freiräume erkämpfst, platze ich vor Stolz! Jeden Tag aufs neue glaube ich, dich nicht noch mehr lieben zu können, bis du mich im nächsten Moment eines besseren belehrst.
Mein Rehlein, meine Zaubermaus, mein Wunder, meine große Tochter. Ich wünsche dir und uns als Familie, dass du dich so entwickeln kannst, wie es deiner kleinen Seele am besten gefällt!
Dienstag, 12. August 2014
Nur eine Mami
Ich habe mich richtig dolle auf`s Wochenende gefreut. Seit einer Woche gehen das Rehlein und ich nämlich morgens zur Eingewöhnung in den Kindergarten. Das ist toll und spannend, doch ich habe schon nach vier Tagen unsere Vormittagsrituale vermisst. Morgens habe ich es nicht an den Rechner geschafft, die gemeinsame Hunderunde musste bis mittags warten und es gab einfach nicht dieses Rumgeschlumpfe. Das bereitet uns schon mal etwas auf den harten Alltag vor, der bald beginnt.
Ich glaube, das letzte Mal habe ich mir so viele Gedanken gemacht, als die Geburt näherrückte. Ich kann vieles planen, doch am Ende muss ich mich einfach drauf einlassen und sehen was kommt. " Et kütt wie et kütt..." ist einfach nicht mein Lebensmotto, doch ich arbeite dran! Da mir gerade so viele Dinge im Kopf rumschwirren, habe ich auch nicht die Ruhe gefunden um zu schreiben. Dabei hat sich das Rehlein so sehr verändert! Es quasselt wie ein Wasserfall und hat ein wahres Elefantengedächnis. Es weiß auch, dass es bald Geburtstag hat und wünscht sich von der Mama einen großen Kuchen mit Streuseln und Sahne. Damit wäre das Kind zufrieden...doch ihr wisst ja wie die ersten Geburtstage laufen.
Bis jetzt klappt die Eingewöhnung ganz gut. Die Kita arbeitet nach dem Berliner Modell, welches wir auch in meiner Einrichtung anwenden. Kenn ich also. Dennoch, die Gefühle fahren Achterbahn. Das Rehlein hat heute z.B. geweint als ich gegangen bin, ließ sich aber von der Bezugserzieherin rasch beruhigen. Hat keine 20 Sek gedauert. Weiß ich, weil ich an der Ecke im Flur stand und alle meine Sinne aufs Hören konzentriert habe. Habe also nix gesehen, nix gerochen, nix gefühlt oder geschmeckt. Nur gehört, ob mein Kind sich beruhigt. Ich finde auch, sie könnte sich das herzzerreißende "Maaaaamiiiiiiii, meine Maaaammmmiiii" sparen! Leute, das macht mich fertig! Aber wie gesagt, sie spielt, lacht, kramt und hat dann auch Spaß. Fragt nicht nach mir, erobert eben jetzt eine Welt, in der ich nicht das Sagen habe. Und das ist auch gut so! Die Herzensfreundin vom Rehlein geht auch in ihre Gruppe. Das macht es für alle schöner! Für`s Rehlein und die Freundin, weil sie sich haben und das Sicherheit gibt und für mich und die Mama der Freundin, weil wir uns haben und geteiltes Leid ist eben halbes Leid. Es wartet sich eindeutig besser zu zweit. Morgen schauen wir wie das mit dem Mittagessen klappt. Für eine noch nicht ganz Zweijährige ist das am achten Tag super. Ich denke, dass alle Mamas und Papas auf der Welt, ob sie nun auf dem Flur warten oder gleich abdüsen, gerne Mäuschen spielen würden. Es fehlt der kurze Blick ins Kindergesicht, der einem sofort verrät. ob eben wirklich alles ok ist. Doch dies muss ich lernen auszuhalten. Mal sehen, wie ich morgen den Vormittag verbringe. Für dreieinhalb Stunden lohnt es sich schon nachhause zu fahren. Besser nicht in die Stadt...gehöre ich doch zu den sog. Stressshoppern, die gerne unnötige schöne Dinge kaufen, wenn sie nervös sind. Dreieinhalb Stunden freie Zeit...das muss ich, glaube ich, auch ersteinmal wieder lernen. Habe ich schon erwähnt, dass ich mich mittlerweile wirklich - und ich meine es wirklich ehrlich - wieder auf meine Arbeit freue? Nachdem ich das Rehlein so selbstständig und glücklich im Kindergarten sehe, beruhigen sich meine Gedanken. Ganz gespannt bin ich darauf mit einer neuen Rolle, nämlich die der Mutter, in meinem Job den Eltern zu begegnen. Ich habe an Autenzitität gewonnen und werde die Sorgen und Ängste der Eltern vielleicht intensiver oder einfach anders wahrnehmen.
Auf jeden Fall - und da möchte ich auch ehrlich sein - freue ich mich auf mein Gehalt! Welches ich natürlich sicher und vernünftig einsetzen werde *räusper*, nachdem ich mir neue Klamotten geshoppt habe!
Bis dahin bin ich einfach nur eine Mami, die im Flur der Kita sitzt und dank ihrer Muttergefühle, bei jedem Knatschen aus der Gruppe einen kleinen Herzinfakt bekommt.
Ich glaube, das letzte Mal habe ich mir so viele Gedanken gemacht, als die Geburt näherrückte. Ich kann vieles planen, doch am Ende muss ich mich einfach drauf einlassen und sehen was kommt. " Et kütt wie et kütt..." ist einfach nicht mein Lebensmotto, doch ich arbeite dran! Da mir gerade so viele Dinge im Kopf rumschwirren, habe ich auch nicht die Ruhe gefunden um zu schreiben. Dabei hat sich das Rehlein so sehr verändert! Es quasselt wie ein Wasserfall und hat ein wahres Elefantengedächnis. Es weiß auch, dass es bald Geburtstag hat und wünscht sich von der Mama einen großen Kuchen mit Streuseln und Sahne. Damit wäre das Kind zufrieden...doch ihr wisst ja wie die ersten Geburtstage laufen.
Bis jetzt klappt die Eingewöhnung ganz gut. Die Kita arbeitet nach dem Berliner Modell, welches wir auch in meiner Einrichtung anwenden. Kenn ich also. Dennoch, die Gefühle fahren Achterbahn. Das Rehlein hat heute z.B. geweint als ich gegangen bin, ließ sich aber von der Bezugserzieherin rasch beruhigen. Hat keine 20 Sek gedauert. Weiß ich, weil ich an der Ecke im Flur stand und alle meine Sinne aufs Hören konzentriert habe. Habe also nix gesehen, nix gerochen, nix gefühlt oder geschmeckt. Nur gehört, ob mein Kind sich beruhigt. Ich finde auch, sie könnte sich das herzzerreißende "Maaaaamiiiiiiii, meine Maaaammmmiiii" sparen! Leute, das macht mich fertig! Aber wie gesagt, sie spielt, lacht, kramt und hat dann auch Spaß. Fragt nicht nach mir, erobert eben jetzt eine Welt, in der ich nicht das Sagen habe. Und das ist auch gut so! Die Herzensfreundin vom Rehlein geht auch in ihre Gruppe. Das macht es für alle schöner! Für`s Rehlein und die Freundin, weil sie sich haben und das Sicherheit gibt und für mich und die Mama der Freundin, weil wir uns haben und geteiltes Leid ist eben halbes Leid. Es wartet sich eindeutig besser zu zweit. Morgen schauen wir wie das mit dem Mittagessen klappt. Für eine noch nicht ganz Zweijährige ist das am achten Tag super. Ich denke, dass alle Mamas und Papas auf der Welt, ob sie nun auf dem Flur warten oder gleich abdüsen, gerne Mäuschen spielen würden. Es fehlt der kurze Blick ins Kindergesicht, der einem sofort verrät. ob eben wirklich alles ok ist. Doch dies muss ich lernen auszuhalten. Mal sehen, wie ich morgen den Vormittag verbringe. Für dreieinhalb Stunden lohnt es sich schon nachhause zu fahren. Besser nicht in die Stadt...gehöre ich doch zu den sog. Stressshoppern, die gerne unnötige schöne Dinge kaufen, wenn sie nervös sind. Dreieinhalb Stunden freie Zeit...das muss ich, glaube ich, auch ersteinmal wieder lernen. Habe ich schon erwähnt, dass ich mich mittlerweile wirklich - und ich meine es wirklich ehrlich - wieder auf meine Arbeit freue? Nachdem ich das Rehlein so selbstständig und glücklich im Kindergarten sehe, beruhigen sich meine Gedanken. Ganz gespannt bin ich darauf mit einer neuen Rolle, nämlich die der Mutter, in meinem Job den Eltern zu begegnen. Ich habe an Autenzitität gewonnen und werde die Sorgen und Ängste der Eltern vielleicht intensiver oder einfach anders wahrnehmen.
Auf jeden Fall - und da möchte ich auch ehrlich sein - freue ich mich auf mein Gehalt! Welches ich natürlich sicher und vernünftig einsetzen werde *räusper*, nachdem ich mir neue Klamotten geshoppt habe!
Bis dahin bin ich einfach nur eine Mami, die im Flur der Kita sitzt und dank ihrer Muttergefühle, bei jedem Knatschen aus der Gruppe einen kleinen Herzinfakt bekommt.
Mittwoch, 7. Mai 2014
10 Cent
Jetzt muss ich Euch doch noch schnell vom gestrigen Abend berichten. Ich wickel das Rehlein auf der Wickelkommode. Plötzlich würgt dieses und ich sehe, wie sich ein 10 Cent Stück im Rachen des Rehleins befindet. Zack - umgedreht und kräftig auf den Rücken geklopft. Leider ohne Erfolgt. Nach drei Sekunden Würgen, die sich für mich wie Stunden angefühlt haben, atmet das Rehlein wieder normal und sagt im fröhlichen Ton : "Oh, Geld schluckt!"
Herrje, ich habe mich so sehr erschrocken! Wie zur Hölle kommt die an das Geld? Sie muss es in der Hand gehabt haben und dann ist es wohl ausversehen in ihren Mund gefallen...von oben eben als sie auf dem Rücken lag. Auf jeden Fall ist es jetzt im Rehlein. Mein erstes Gefühl war relativ entspannt. Hört man doch ständig von Kindern, die irgendwas verschlucken. Doch der Platzhirsch hat mich wahnsinnig gemacht! Ich wurde von ihm echt zusammengestaucht, wie denn das Geld da rumliegen kann usw. Ich habe dann verschiedene Leute angerufen, bis mir eine Kinderärtzin im Krankenhaus die Ruhe wiedergab. Da das Rehlein nicht gehustet hatte und auch keine Anziechen von Schmerzen zeigte, solle ich einfach den Windelinhalt die nächsten drei Tage checken und hoffen, dass es bis dahin wieder draußen ist. Obwohl ich mir ja denken konnte, dass das heute morgen noch nicht der Fall sein konnte, habe ich trotzdem das morgentliche Ergebnis gecheckt und ganz ehrlich...das ist wirklich nicht so schön. Mein Kind zu wickeln war noch nie unangenehm. Und alle Eltern kennen die unglaublichen Stinkbomben gerade in einer Krankheitsphase, doch darin rumzustockern ist nochmal ne andere Nummer. Jetzt futtert das Rehlein getrocknete Aprikosen und Äpfel und ich hoffe soooo sehr, dass sich das von alleine erledigt und wir nichts weiter unternehmen müssen. Schließlich kann sich eine Münze auch iregndwo in eine Falte legen und dann müsste sie operativ entfernt werden. Also bitte Daumendrücken! Jetzt warte ich noch auf den Rückruf des Kinderarztes, von dem ich mir auch nochmal die "Wartevorgehensweise" bestätigen lassen möchte. Dank Google weiß ich jetzt auch wirklich alle Fakten zum Thema und beobachte mein Kind auf Schritt und Tritt. Irgentwie bescheuert, als würde das Centstück plötzlich aus ihrem Mund fallen! Als ich meine Mutter und deren Freundin angerufen habe, haben mich übrigens beide unabhängig voneinander gefragt, ob ich denn nie Michel aus Lönneberger geschaut habe. Der hat wohl auch so einiges verschluckt. Ich möchte aber auch nicht erleben, wie mein Rehlein mit dem Kopf in einer Suppenschüssel steckenbleibt! Mannomann, da machste was mit!
Herrje, ich habe mich so sehr erschrocken! Wie zur Hölle kommt die an das Geld? Sie muss es in der Hand gehabt haben und dann ist es wohl ausversehen in ihren Mund gefallen...von oben eben als sie auf dem Rücken lag. Auf jeden Fall ist es jetzt im Rehlein. Mein erstes Gefühl war relativ entspannt. Hört man doch ständig von Kindern, die irgendwas verschlucken. Doch der Platzhirsch hat mich wahnsinnig gemacht! Ich wurde von ihm echt zusammengestaucht, wie denn das Geld da rumliegen kann usw. Ich habe dann verschiedene Leute angerufen, bis mir eine Kinderärtzin im Krankenhaus die Ruhe wiedergab. Da das Rehlein nicht gehustet hatte und auch keine Anziechen von Schmerzen zeigte, solle ich einfach den Windelinhalt die nächsten drei Tage checken und hoffen, dass es bis dahin wieder draußen ist. Obwohl ich mir ja denken konnte, dass das heute morgen noch nicht der Fall sein konnte, habe ich trotzdem das morgentliche Ergebnis gecheckt und ganz ehrlich...das ist wirklich nicht so schön. Mein Kind zu wickeln war noch nie unangenehm. Und alle Eltern kennen die unglaublichen Stinkbomben gerade in einer Krankheitsphase, doch darin rumzustockern ist nochmal ne andere Nummer. Jetzt futtert das Rehlein getrocknete Aprikosen und Äpfel und ich hoffe soooo sehr, dass sich das von alleine erledigt und wir nichts weiter unternehmen müssen. Schließlich kann sich eine Münze auch iregndwo in eine Falte legen und dann müsste sie operativ entfernt werden. Also bitte Daumendrücken! Jetzt warte ich noch auf den Rückruf des Kinderarztes, von dem ich mir auch nochmal die "Wartevorgehensweise" bestätigen lassen möchte. Dank Google weiß ich jetzt auch wirklich alle Fakten zum Thema und beobachte mein Kind auf Schritt und Tritt. Irgentwie bescheuert, als würde das Centstück plötzlich aus ihrem Mund fallen! Als ich meine Mutter und deren Freundin angerufen habe, haben mich übrigens beide unabhängig voneinander gefragt, ob ich denn nie Michel aus Lönneberger geschaut habe. Der hat wohl auch so einiges verschluckt. Ich möchte aber auch nicht erleben, wie mein Rehlein mit dem Kopf in einer Suppenschüssel steckenbleibt! Mannomann, da machste was mit!
♥ Holland ♥
- die Fahr war pippifax - drei Stunden
- die Anlage ist ein Traum, alles sehr gepflegt
- das Häuschen war auch super - mit Sauna, vier Schlafzimmern und Garten
- der Strand 3 min Fußweg
- ach...der Strand
- weltbeste Pommesbude an der Ecke
- Shoppingbedürfnis hätte bei voller Urlaubskasse voll befriedigt werden können
- auch mit mehreren Personen, findet sich für jeden etwas
Es ist also auch eine Überlegung wert, mal öfters im Jahr für ein langes Wochenende dorthin zu verschwinden um wieder aufzutanken. Ich habe jedesfalls jetzt schon wieder Sehnsucht und brauche kein exotisches Lieblingsurlaubsziel, wenn ich mir in drei Stunden die Sonne ins Gesicht scheinen lassen kann, während mich das Meer schon alleine mit seinem Anblick entspannt!
Dienstag, 29. April 2014
von Frau zu Frau
Da gab es mal so eine Doku aus Schweden. Darin war eine Mutter zu sehen, die sehr enttäuscht darüber war, dass ihre 4 jährige Tochter in der Klamottenabteilung eines großen Kaufhauses automatisch zu den pinken Sachen rannte. Diese Mutter hatte ihre Tochter in einer Kita, in der man weder "sie" noch "er" sagt, untergebracht. Dort wolle man den Kindern einfach die Entscheidung selber überlassen, was sie später sein wollen, welche Klamotten sie tragen und mit welchen Spielsachen sie spielen. Ganz ehrlich? Diese Entscheidung möchte ich meinem Kind auch nicht nehmen. Dennoch geht mir diese Art von geschlechtsneutraler Pädagogik dann doch zu weit. Um die eigene Identität entwickeln zu können, begeben sich Kinder im Kindergartenalter geradezu auf die Suche nach Unterschieden zwischen Mädchen und Jungen. So habe ich Sätze wie diese schon tausendemale von Kindern gehört
- Das ist NUR für Mädchen!/ Jungs
- Das können NUR Mädchen/Jungen
- Das ist eine Mädchen - /Jungenfarbe
Manchmal sind die Eltern genervt, weil sie den ganzen Tag dieses "Mädchen - Jungen - Ding" hören. Es scheint also sehr wichtig für die kindliche Entwicklung zu sein, sich klar als Mädchen oder Junge zu definieren. Und bei uns allen löst das biologische Geschlecht eines Kindes - bewusst oder unbewusst - bestimmte Erwartungen, Deutungsmuster und Reaktionstendenzen aus. Dies hat eben auch einen geschlechtertypisierenden Umgang mit dem Kind zur Folge. Wichtig finde ich dabei, dass man z.B. Mädchen auch in ihrer Stärke und ihrem Mut bestätigt und Jungs in ihrer Emotionalität genauso unterstützt!
Als das Rehlein bei ihrem Kumpel zuhause war und begann sich besonders für Motorräder und Autos zu interessieren, wurde mir klar, dass es gar keine "Jungen typische" Spielsachen bei uns gab. Als wir nun noch eine zufällige Begegnung mit einem Bagger auf der Straße hatten, strahlte mein kleines Mädchen wie selten zuvor. Wie schön! Konnte ich mich jetzt durch die Welt der Baustellen und Fahrzeuge kaufen und mir so viele ungestörte Kaffee Stunden verschaffen, denn das Rehlein spielte stundenlang damit. Zu Ostern gab es dann den super coolen Bagger von Playmobil und einen Kinderrasenmäher. Also eher "Jungenkram". Ich sehe, wie meine Tochter diese Dinge in ihre Art des Spiels integriert und dabei dann doch wieder mädchentypische Sachen spielt. So fährt der Baggerfahrer die Hasen in seiner Schaufel, die dann anschließend getröstet werden müssen, weil sie ständig raus fallen. Trösten ist nämlich gerade hoch im Kurs. Dann werden sie zugedeckt, von der Mama gefüttert und gestreichelt. Vielleicht findet sie die Sachen nur toll, weil sie neu sind. Vielleicht wird sie ein genauso großer Barbiefan wie ich es einmal war. Vielleicht möcht sie später Profifussballerin (wohl kaum bei unseren Genen), Polizistin oder KFZ Mechanikerin werden. Alles gut. Trotzdem kann ich nicht leugnen, dass ich mich auf das erste Mal shoppen und Kaffeetrinken von "Frau zu Frau" freue!
Donnerstag, 10. April 2014
Magische Erinnerungen
Wie alle Eltern, möchte ich den ein oder anderen Moment mit meinem Kind, fest einschließen, um ihn für immer parat zu haben. Augen schließen und abspielen können. Irgentwie wächst dieser Wunsch in letzter Zeit so stark. Vielleicht, weil im August alles anders wird oder weil das Rehlein mal wieder einen riesen Sprung in seiner Entwicklung gemacht hat. Wenn ich mir die Videos von den letzten 1 1/2 Jahren anschaue, bin ich wirklich dankbar für diese Dokumentationshilfe.So kann ich mir die vielen Momente noch einmal anschauen und begriefen, wie schnell Kinder in dem Alter wachsen und sich entfalten.
Doch manchmal braucht man nicht zu filmen. Manche Dinge brennen sich ein. Abends im Bett versuche ich vor dem Einschlafen noch einmal alle wichtigen Ereignisse des Tages abzurufen, um sie besser speichern zu können. Hilft das? Keine Ahnung, es beruhigt mich. So musste ich gestern immer wieder daran denken, wie ich mit dem Rehlein vor dem Zubettgehen noch gebetet habe. Ich sage dann immer ein kleines Kindergebet und danach erzähle ich von unsrem Tag. Und wie ich da so erzählte vom Rutschen und Einkaufen, begann das Rehlein plötzlich von seinen Erinnerungen zu berichten.
R: "Oma daußen Reihe!"
ich: "ja, wir waren bei der Oma."
R: "Oma daußen Reihe!!!"
Ich hatte keine Ahnung. Wenn man nicht weiß, worum es geht, kann man zum Glück mit einer Bestätigung nix falsch machen.
ich: "hmmm, draußen waren wir".
R: "DA REIHE!"
Da viel mir ein, wie ich das Rehlein bei der Verabschiedung noch über den Zaun am Vorgarten gehoben habe, damit es da auf dem kleinen Weg hin und her laufen kann. Und ich erinnerte mich, wie es dabei leise gesungen hat :" Reihe, Reihe, Reihe...."
Wenn ich Dinge aneinanderreihe singe ich immer: " Eine lange Reihe....!" Und da das Rehlein genau die gleiche Melodie verwendete, gehe ich jetzt mal davon aus, dass es den Weg wie eine lange Reihe gesehen hat.
ich :" Ach ja, du bist da bei der Oma auf dem Weg gelaufen!"
Erleichterung in den Kinderaugen Endlich hat die es geschnallt!
R: " Ja! Reihe, Reihe, Reihe!"
Dann konnte entspannt geschlafen werden.
"Irre", dachte ich. An was die sich so alles erinnern.
Das Rehlein weiß wo Oma und Opa wohnen, wo es in unserer Stadt Bagger zu gucken gibt und natürlich auch, in welchem Laden es eine Wurst an der Theke gibt. An was es sich wohl erinnert, wenn es groß ist? Ob es auch die ruhigen, kuscheligen Herzmomente mit Mama und Papa sind? Oder der blöde Moment, in dem das Playmobilmännchen von der Hosentasche herausgefallen und für immer und ewig in unserem schönen Fluß der Itter verschwunden ist? Ich wünsche mir, dass seine Erinnerung an die Kindheit, ein warmes, wohliges Gefühl herbeirufen, dass auch ein wenig Sehnsucht mit sich bringt. So wie ich es fühle, wenn ich an meine Kindheit denke. Dann denke ich nämlich an warme Sommerabende (wisst ihr noch, als es in den Sommerferien tatsächlich sechs Wochen lang warm und sonnig war?), an tolle Verstecke im Garten, Bauchkribbeln an Weihnachten und wie wir alle zu fünft auf Matratzen im Wohnzimmer übernachtet haben. Ich denke daran, dass ich lieber zuhause als im Kindergarten war und dass ich stundenlang spielen konnte. Ich bin davon überzeugt, dass ich alle wichtigen Erinnerungen in mir habe (wie soll ich auch wissen, welche nicht mehr da sind?) Anstatt sich davor zu fürchten, dass alles so schnell vorbei geht, versuche ich jeden Moment bewusst zu erleben. Und so kann auch ein kurzer Blick, eine kleine Berührung oder ein einziges gesprochenes Wort zu einer magischen Erinnerung werden.
Wie gut, dass sich mein Gehirn auch an unwichtigere Dinge, wie an die Wäsche erinnert. Die muss nämlich jetzt aufgehangen werden.
Doch manchmal braucht man nicht zu filmen. Manche Dinge brennen sich ein. Abends im Bett versuche ich vor dem Einschlafen noch einmal alle wichtigen Ereignisse des Tages abzurufen, um sie besser speichern zu können. Hilft das? Keine Ahnung, es beruhigt mich. So musste ich gestern immer wieder daran denken, wie ich mit dem Rehlein vor dem Zubettgehen noch gebetet habe. Ich sage dann immer ein kleines Kindergebet und danach erzähle ich von unsrem Tag. Und wie ich da so erzählte vom Rutschen und Einkaufen, begann das Rehlein plötzlich von seinen Erinnerungen zu berichten.
R: "Oma daußen Reihe!"
ich: "ja, wir waren bei der Oma."
R: "Oma daußen Reihe!!!"
Ich hatte keine Ahnung. Wenn man nicht weiß, worum es geht, kann man zum Glück mit einer Bestätigung nix falsch machen.
ich: "hmmm, draußen waren wir".
R: "DA REIHE!"
Da viel mir ein, wie ich das Rehlein bei der Verabschiedung noch über den Zaun am Vorgarten gehoben habe, damit es da auf dem kleinen Weg hin und her laufen kann. Und ich erinnerte mich, wie es dabei leise gesungen hat :" Reihe, Reihe, Reihe...."
Wenn ich Dinge aneinanderreihe singe ich immer: " Eine lange Reihe....!" Und da das Rehlein genau die gleiche Melodie verwendete, gehe ich jetzt mal davon aus, dass es den Weg wie eine lange Reihe gesehen hat.
ich :" Ach ja, du bist da bei der Oma auf dem Weg gelaufen!"
Erleichterung in den Kinderaugen Endlich hat die es geschnallt!
R: " Ja! Reihe, Reihe, Reihe!"
Dann konnte entspannt geschlafen werden.
"Irre", dachte ich. An was die sich so alles erinnern.
Das Rehlein weiß wo Oma und Opa wohnen, wo es in unserer Stadt Bagger zu gucken gibt und natürlich auch, in welchem Laden es eine Wurst an der Theke gibt. An was es sich wohl erinnert, wenn es groß ist? Ob es auch die ruhigen, kuscheligen Herzmomente mit Mama und Papa sind? Oder der blöde Moment, in dem das Playmobilmännchen von der Hosentasche herausgefallen und für immer und ewig in unserem schönen Fluß der Itter verschwunden ist? Ich wünsche mir, dass seine Erinnerung an die Kindheit, ein warmes, wohliges Gefühl herbeirufen, dass auch ein wenig Sehnsucht mit sich bringt. So wie ich es fühle, wenn ich an meine Kindheit denke. Dann denke ich nämlich an warme Sommerabende (wisst ihr noch, als es in den Sommerferien tatsächlich sechs Wochen lang warm und sonnig war?), an tolle Verstecke im Garten, Bauchkribbeln an Weihnachten und wie wir alle zu fünft auf Matratzen im Wohnzimmer übernachtet haben. Ich denke daran, dass ich lieber zuhause als im Kindergarten war und dass ich stundenlang spielen konnte. Ich bin davon überzeugt, dass ich alle wichtigen Erinnerungen in mir habe (wie soll ich auch wissen, welche nicht mehr da sind?) Anstatt sich davor zu fürchten, dass alles so schnell vorbei geht, versuche ich jeden Moment bewusst zu erleben. Und so kann auch ein kurzer Blick, eine kleine Berührung oder ein einziges gesprochenes Wort zu einer magischen Erinnerung werden.
Wie gut, dass sich mein Gehirn auch an unwichtigere Dinge, wie an die Wäsche erinnert. Die muss nämlich jetzt aufgehangen werden.
Sonntag, 16. März 2014
Rallalla
Einer der Dinge, die sich der Platzhirsch und ich bereits vor der Geburt des Rehleins vorgenommen hatten, war zum Beispiel, den Fernsehkonsum so gering wie möglich zu halten. Das lässt sich auch ohne Weiteres durchführen, da tagsüber eh nix Vernünftiges läuft und ich es hasse, wenn die Kiste "beiläufig" in Betrieb ist. Wir wollten auch nicht, dass das Rehlein seinen Vater immer nur am Rechner erlebt. Zumindestens hatte ICH diesen Wunsch eindrücklich geäußert. Ist nur ein bischen schwierig, wenn der Papa im Homeoffice arbeitet und sich sein Arbeitsplatz im Wohnzimmer befindet. Glücklicherweise beherrscht er die Fähigkeit des Ausblendens perfekt, stört sich nicht an uns und macht sich selber quasi unsichtbar. Das Rehlein zeigte bislang kein großes Interesse für den PC. Dann kam diese wirklich anstrengende Phase und jedes Angebot wurde wütend und knatschig für blöd befunden. Da hatte ich die glohrreiche Idee, das Lieblingslied des Rehleins bei Youtube zu suchen und fand auch gleich viele Angebote, von ziemlich dämlich, bis irgendwie merkwürdig. Doch dann klickte ich plötzlich auf eine Version, die geradezu entzückend war. Die Vogelhochzeit lief liebevoll animiert ohne viel Tamtam vor unseren Augen ab und wir beide waren hin und weg. Sowas musste direkt 3 mal hintereinander geschaut werden. Das Rehlein gluckste dabei vergnügt und zeigte immer wieder aufgeregt auf den Bildschirm. Am nächsten Morgen, kam sie zu mir gerannt, streckte die Arme hoch und rief :" Arm...Rallalla!" Also "Rallalla" geguckt und zusammen gefreut.
Wir haben uns dazu entschieden, das Rehlein auch in der Zukunft nicht vor irgendwelche Sndungen zu setzten, sondern ausgewählte Videos zu nutzen, um im "Notfall" die Laune zu heben. Und das auch nicht täglich. Im Grunde muss es natürlich jeder selber wissen, ab wann und wieviel Medienkonsum man seinem Kind "antut". Ich persönlich hatte erst mit vier Jahren die Möglichkeit zuhause. Es gab da damals einmal die Woche "Die Sendung mit der Maus" in Schwarz-Weiß. Der Platzhirsch schaute mit vier Jahren zum ersten Mal Star Wars (Eps. 6) und es ist trotzdem ein intelligenter Mann draus geworden. Aber was das angeht, haben wir schon geklärt: Star Wars gibbet definitiv nicht mit vier Jahren fürs Rehlein! Nein auch nicht, wenn es da kein Blut und eine klare "Gut - Böse Darstellung" gibt. Der Platzhirsch ist ein Nerd, der in der Gamesbranche arbeitet. Medien werden also immer einen besonderen Stellenwert bei uns haben. Doch hier gilt Qalität statt Quantität! Entscheidend ist, wie sieht das Entertainmentprogramm ohne Medien aus? Doch Kinder brauchen Zeit. Zeit für sich. Zeit für Langeweile, um aus sich selber heraus eine Idee entwickeln zu können. Ich beginne manchmal ein Freispiel mit dem Rehlein und ziehe mich dann nach einiger Zeit zurück. Ich beschäftige mich alleine mit Haushalt oder Ähnlichem und wenn das Rehlein mit mir zusammen spielen möchte, habe ich auch meistens Zeit dafür. Und wenn es eben mal nicht geht, wird das erklärt. Die Akzeptanz dafür ist logischerweise in dem Alter von 1 1/2 Jahren noch recht gering. Und trotzdem lernt es, sich immer schneller zu regulieren. So klebte es eben noch an meinem Bein und wollte nix alleine machen, jetzt sitzt es mit einem großen Wimmelbuch alleine auf der Cauch.
Ich suche schon länger auf ebay nach meine liebsten Kinderfilmen und Serien, wie "Kinder aus Büllerbü", "Ronja Räubertochter" und "Es war einmal das Leben" und kann es nicht erwarten diese mit meinem Kind im Kuscheldress auf dem Bett zu gucken. Doch das hat noch Zeit. Bis dahin haben die großen Leute hier zuhause eben häufiger mal den "Rallalla - Ohrwurm".
Montag, 3. März 2014
Kontrollverlust
Seit fünf Tagen habe ich einen fanatischen Superfan-Stalker hier zuhause.
Nach einem 24 Stunden Fieber ging es los. Plötzlich verwandelte sich mein liebstes Rehlein in einen kleinen Wutzwerg, der wenn er nicht gerade wütend ist, bitterlich knatscht. Dabei heult das Rehlein in herzzerreißenden Tönen. Gerne auch ganz leise und hoch. So, als würde es für eine dramatische Szene im Theater üben. Außerdem klebt es an mir und fordert dies ständig - und ich meine ständig - von mir ein:
R: "Arm"!
Ich: " Ich kann dich jetzt nicht auf den Arm nehmen, weil ich gerade koche/putze/etwas anderes trage/ auf dem Klo sitze"!
R: "Schoß"!
Ich: " Nein, auf den Schoß geht jetzt auch nicht"!
Dann wird kräftig geweint. Und dabei zeigt sich eine erstaunliche Beharrlichkeit, die meistens dazu führt, dass ich - naja ihr wisst schon- meine Tätigkeit unterbreche.
Zunächst schob ich es auf die Zähne. Ist ja auch so einfach, um sich keine weiteren Sorgen machen zu müssen. Doch genauer betrachtet, glaube ich, dass mein Kind beginnt zu verstehen, dass wir beide nicht ein und die selbe Person sind. Das löst bestimmt eine Menge Stress aus, wenn man verzweifelt versucht die Kontrolle über die Mama zu behalten. Da erscheint mir die "Arm- Schoß" Strategie sinnvoll. Leider kann der Rehleinpapa nicht wirklich helfen, da das Kind einfach nicht zu ihm will. Es will schon, doch nur, wenn ich auch dabei bin. Wenn wir im Supermarkt eine Freundin treffen, muss das Rehlein plötzlich anfangen zu weinen. Und ich habe nur wunderschöne und nette Freundinnen. Egal, nicht die Mama - blöd!
Auch beim Essen scheint das Kind völlig von seiner eigenen Ambivalenz überfordert zu sein.
Ich: " Möchtest du Ei?" (Totales ♥ Essen)
R: " Ja!......NEIN..(schrei, heul)...Jaaaaaaa, haben"!
Ja, ich weiß. Ich bin mit einem wundervollen und normalerweise sehr anpassungsfähigen und flexiblen Kind gesegnet. Da haben andere Eltern nicht erst mit 18 Monaten das Gefühl bekommen, sie leben mit einem Kampfgnom. Ich bin wirklich selber schuld, dass ich andere Mütter, auf ihr Nachfragen hin, von unserer heilen Ponyhofatmosphäre erzählt habe. Zu denen muss ich jetzt nicht ankommen um mein Leid zu klagen. Ähhh, ja es sind erst fünf Tage und trotzdem kommt es mir vor wie eine Ewigkeit. Welche Erlösung bringt mir da der Einblick in diverse Fachliteratur, dessen Inhalt ich ja eigentlich aus beruflichen Gründen praktisch auswendig wissen müsste. Habe ich nicht selber den Mamas lächelnd über den Rücken gestrichen und geseuselt: " Sie wissen ja, mit anderthalb entdeckt ihr Kind, dass es nicht die totale Macht über sie und ihre Gefühle hat." Gesichtsausdruck der Mütter immer so: Hat es nicht?
Und jetzt ertappe ich mich, wie ich nervös wegschleiche vom Puppenspiel, um nur einen Kaffe wenigstens halb austrinken zu können, ohne spitze Kinderknochen auf dem Oberschenkel (wie machen die das nur, dass die ihr Gewicht immer so ausbalanchieren, dass...?)
Die Foren im Internet lassen vermuten, dass diese Phase sogar Monate dauern kann. Bestimmt gehts bei uns schneller! *Universumswunsch* und wenn man bedenkt, welche Kriese Kinder in dem Alter durchleben, muss man für einen fanatischen Superfan - Stalker noch dankbar sein. Habe ja schließlich selber auch gerne alles unter Kontrolle, ich alter Steinbock.
Nach einem 24 Stunden Fieber ging es los. Plötzlich verwandelte sich mein liebstes Rehlein in einen kleinen Wutzwerg, der wenn er nicht gerade wütend ist, bitterlich knatscht. Dabei heult das Rehlein in herzzerreißenden Tönen. Gerne auch ganz leise und hoch. So, als würde es für eine dramatische Szene im Theater üben. Außerdem klebt es an mir und fordert dies ständig - und ich meine ständig - von mir ein:
R: "Arm"!
Ich: " Ich kann dich jetzt nicht auf den Arm nehmen, weil ich gerade koche/putze/etwas anderes trage/ auf dem Klo sitze"!
R: "Schoß"!
Ich: " Nein, auf den Schoß geht jetzt auch nicht"!
Dann wird kräftig geweint. Und dabei zeigt sich eine erstaunliche Beharrlichkeit, die meistens dazu führt, dass ich - naja ihr wisst schon- meine Tätigkeit unterbreche.
Zunächst schob ich es auf die Zähne. Ist ja auch so einfach, um sich keine weiteren Sorgen machen zu müssen. Doch genauer betrachtet, glaube ich, dass mein Kind beginnt zu verstehen, dass wir beide nicht ein und die selbe Person sind. Das löst bestimmt eine Menge Stress aus, wenn man verzweifelt versucht die Kontrolle über die Mama zu behalten. Da erscheint mir die "Arm- Schoß" Strategie sinnvoll. Leider kann der Rehleinpapa nicht wirklich helfen, da das Kind einfach nicht zu ihm will. Es will schon, doch nur, wenn ich auch dabei bin. Wenn wir im Supermarkt eine Freundin treffen, muss das Rehlein plötzlich anfangen zu weinen. Und ich habe nur wunderschöne und nette Freundinnen. Egal, nicht die Mama - blöd!
Auch beim Essen scheint das Kind völlig von seiner eigenen Ambivalenz überfordert zu sein.
Ich: " Möchtest du Ei?" (Totales ♥ Essen)
R: " Ja!......NEIN..(schrei, heul)...Jaaaaaaa, haben"!
Ja, ich weiß. Ich bin mit einem wundervollen und normalerweise sehr anpassungsfähigen und flexiblen Kind gesegnet. Da haben andere Eltern nicht erst mit 18 Monaten das Gefühl bekommen, sie leben mit einem Kampfgnom. Ich bin wirklich selber schuld, dass ich andere Mütter, auf ihr Nachfragen hin, von unserer heilen Ponyhofatmosphäre erzählt habe. Zu denen muss ich jetzt nicht ankommen um mein Leid zu klagen. Ähhh, ja es sind erst fünf Tage und trotzdem kommt es mir vor wie eine Ewigkeit. Welche Erlösung bringt mir da der Einblick in diverse Fachliteratur, dessen Inhalt ich ja eigentlich aus beruflichen Gründen praktisch auswendig wissen müsste. Habe ich nicht selber den Mamas lächelnd über den Rücken gestrichen und geseuselt: " Sie wissen ja, mit anderthalb entdeckt ihr Kind, dass es nicht die totale Macht über sie und ihre Gefühle hat." Gesichtsausdruck der Mütter immer so: Hat es nicht?
Und jetzt ertappe ich mich, wie ich nervös wegschleiche vom Puppenspiel, um nur einen Kaffe wenigstens halb austrinken zu können, ohne spitze Kinderknochen auf dem Oberschenkel (wie machen die das nur, dass die ihr Gewicht immer so ausbalanchieren, dass...?)
Die Foren im Internet lassen vermuten, dass diese Phase sogar Monate dauern kann. Bestimmt gehts bei uns schneller! *Universumswunsch* und wenn man bedenkt, welche Kriese Kinder in dem Alter durchleben, muss man für einen fanatischen Superfan - Stalker noch dankbar sein. Habe ja schließlich selber auch gerne alles unter Kontrolle, ich alter Steinbock.
Freitag, 14. Februar 2014
18 Monate Rehlein
Der letzte Entwicklungsreport ist nun ein halbes Jahr her und wenn ich so daran zurückdenke, muss ich ein wenig schmunzeln. Denn jetzt mit deinen 1 1/2 Jahren stellst du unsere Welt ganz schön auf den Kopf mein liebes Kind! Ich habe das Gefühl, deine Synapsen explodieren ununterbrochen und jeden Morgen bin ich gespannt, was du mir Neues von dir zeigst.
Du bist jetzt 83cm groß und 11,5 Kilo schwer. Deine Haare kann ich nur noch mit mehreren Haarspangen bändigen, die dir immer wieder rausrutschen, da deine Haare so glatt sind. Du läufst seit November letzten Jahres und bisher sind wir mit einem Paar Schuhe in der Größe 22 ausgekommen. Noch lässt du dich ganz gerne im Kinderwagen oder Buggy rumschieben. Getragenwerden passt dir dagegen weniger, was du mit "LAUFEN!" im Befehlston alle wissen lässt.
Du quasselst in einer Tour und lernst täglich neu dazu. Vor ein paar Tagen wollte ich es genau wissen und kam auf ca 200 Worte. Am liebsten zählst du alle Familienmitglieder inkl. Partner und Haustiere auf. Du liebst deine Schleichtiere und Bären ("Bearfamily" aus den 80ern, die ich dir vermacht habe) und immer öfter spielst du damit "Mama, Papa, M...."). Bücher kannst du stundenlang verschlingen, wobei du dir selber etwas erzählst und in dich hineinkicherst. Sachen von A nach B tragen ist, wie bei allen Kindern deines Alters groß im Kurs und so bin ich nach wie vor von deiner ungeheuerlichen Kramtechnik beeindruckt. Operation "Schlachtfeld verursachen" beherrscht du perfekt. Siehst du andere Kinder ("Kinner") wirst du ganz euphotisch, hast du sie auch nur auf einer Reklametafel entdeckt. Du hast einen besten Freund, der auch ständig in deinen Erzählungen auftaucht. Er ist in deinem Leben verwurzelt und so ist es natürlich klar, dass in fast jedem deiner Bücher auch einer zu finden ist. Blonder Junge = L....
Du übernimmst Redensarten von uns oder kommentierst Situationen mit Sprüchen, die uns verdeutlichen, wie vorsichtig man jetzt mit Äußerrungen sein muss. Wenn wir mal lauter miteinander sprechen oder streiten, bringt uns dein "mann, mann" wieder auf den Boden der Tatsachen. Wenn ich mich ärger, sag ich das halt und so hälst du mir den Spiegel vor.
Alle Abläufe zuhause hast du verinnerlicht und hällst daran fest. Ich brauche quasi gar nicht mehr selber denken, sagst du mir doch, was ich als nächstes tun soll. Du kennst blau, lila, rot und grün und "zählst" gerne, wobei dein kleiner Zeigefinger auf Dinge tippt, du immerfort "eins, eins, eins" sagst und zustimmend nickst.
Nach wie vor schläfst du durch und lässt dich mittags wie abends problemlos hinlegen *Yeah*.
Du isst alles, mal mehr mal weniger und hast mich gestern das erst mal wissen lassen, dass du keinen Reis, sondern Nudeln haben möchtest. Gerne trinkst du alleine aus dem Becher. Doch wenn es mal mit dem Löffel nicht so klappt, gibst du ihn gerne mit einem bestimmenden "Mama!" an mich ab.
Du bist nun endlich auch zu einem "Kuschelkind" geworden, das mich drückt und küsst und gerne bei mir auf dem Arm ist. So verbringst du die ein oder andere Spielgruppe damit auf meinem Schoß rumzuhampeln, dann aufzuspringen und dich nach wenigen Minuten wieder auf mich zu werfen, als wäre ich ein Sitzsack oder Klettergerüst.
Du bleibst gerne bei deinen Omas und mein Papa scheint besonders wichtig zu sein. So hast du bis heute nicht vergessen, dass er dir mal mit nackten Füßen die Türe geöffnet hat. Bei jedem Besuch siehst du also erstenmal nach, ob er Socken an hat. Als du in der Puppenkiste ein kleinen blau kariertes Hemd gefunden hast, kamst du mit freudestrahlenden Augen und "Opa, Opa" rufend zu mir gelaufen. Hat halt nur der Opa an, solche Hemden.
Bei all den Dingen die du kannst, ist es doch deine Persönlichkeit, die mich jeden Tag aufs neue fasziniert. Ich schaue mir viele Filme an, die wir, Gott sei dank, so zahlreich von dir gemacht haben. Hätte ich sie nicht, wären so viele Momente einfach fort. Wie du ganz frisch in meinem Arm liegst, meist schlafend und noch so unberührt von dieser Welt. Jetzt bist du bereits geprägt. Geprägt von unseren Werten, unseren Vorstellungen wie man miteinander umgeht und das Leben gestaltet. Ich bedanke mich jeden Tag dafür, dass du ohne Angst, Hunger und Not aufwachsen kannst und Freude und Liebe deine Welt beherrschen. Ganz deutlich wird, dass nicht nur wir dich, sondern auch du uns prägst und uns Dinge zeigst, die in Vergessenheit geraten sind. Ich würde mit dir bis an mein Lebensende einen Käfer im Gras beobachten und den Mond hinter den Wolken suchen und hätte nichts verpasst. Ich sehe mich in dir, wenn du in die Ferne schaust und die Stirn kräuselst und wünsche mir so sehr, dass du eines Tages auch dieses Wunder erlebst! Ich gebe ALLES, damit du so sein kannst, wie du bist.
Du bist mein Glückskind, meine Herzensheilerin, Wundertüte, Zaubermaus.
Du bist jetzt 83cm groß und 11,5 Kilo schwer. Deine Haare kann ich nur noch mit mehreren Haarspangen bändigen, die dir immer wieder rausrutschen, da deine Haare so glatt sind. Du läufst seit November letzten Jahres und bisher sind wir mit einem Paar Schuhe in der Größe 22 ausgekommen. Noch lässt du dich ganz gerne im Kinderwagen oder Buggy rumschieben. Getragenwerden passt dir dagegen weniger, was du mit "LAUFEN!" im Befehlston alle wissen lässt.
Du quasselst in einer Tour und lernst täglich neu dazu. Vor ein paar Tagen wollte ich es genau wissen und kam auf ca 200 Worte. Am liebsten zählst du alle Familienmitglieder inkl. Partner und Haustiere auf. Du liebst deine Schleichtiere und Bären ("Bearfamily" aus den 80ern, die ich dir vermacht habe) und immer öfter spielst du damit "Mama, Papa, M...."). Bücher kannst du stundenlang verschlingen, wobei du dir selber etwas erzählst und in dich hineinkicherst. Sachen von A nach B tragen ist, wie bei allen Kindern deines Alters groß im Kurs und so bin ich nach wie vor von deiner ungeheuerlichen Kramtechnik beeindruckt. Operation "Schlachtfeld verursachen" beherrscht du perfekt. Siehst du andere Kinder ("Kinner") wirst du ganz euphotisch, hast du sie auch nur auf einer Reklametafel entdeckt. Du hast einen besten Freund, der auch ständig in deinen Erzählungen auftaucht. Er ist in deinem Leben verwurzelt und so ist es natürlich klar, dass in fast jedem deiner Bücher auch einer zu finden ist. Blonder Junge = L....
Du übernimmst Redensarten von uns oder kommentierst Situationen mit Sprüchen, die uns verdeutlichen, wie vorsichtig man jetzt mit Äußerrungen sein muss. Wenn wir mal lauter miteinander sprechen oder streiten, bringt uns dein "mann, mann" wieder auf den Boden der Tatsachen. Wenn ich mich ärger, sag ich das halt und so hälst du mir den Spiegel vor.
Alle Abläufe zuhause hast du verinnerlicht und hällst daran fest. Ich brauche quasi gar nicht mehr selber denken, sagst du mir doch, was ich als nächstes tun soll. Du kennst blau, lila, rot und grün und "zählst" gerne, wobei dein kleiner Zeigefinger auf Dinge tippt, du immerfort "eins, eins, eins" sagst und zustimmend nickst.
Nach wie vor schläfst du durch und lässt dich mittags wie abends problemlos hinlegen *Yeah*.
Du isst alles, mal mehr mal weniger und hast mich gestern das erst mal wissen lassen, dass du keinen Reis, sondern Nudeln haben möchtest. Gerne trinkst du alleine aus dem Becher. Doch wenn es mal mit dem Löffel nicht so klappt, gibst du ihn gerne mit einem bestimmenden "Mama!" an mich ab.
Du bist nun endlich auch zu einem "Kuschelkind" geworden, das mich drückt und küsst und gerne bei mir auf dem Arm ist. So verbringst du die ein oder andere Spielgruppe damit auf meinem Schoß rumzuhampeln, dann aufzuspringen und dich nach wenigen Minuten wieder auf mich zu werfen, als wäre ich ein Sitzsack oder Klettergerüst.
Du bleibst gerne bei deinen Omas und mein Papa scheint besonders wichtig zu sein. So hast du bis heute nicht vergessen, dass er dir mal mit nackten Füßen die Türe geöffnet hat. Bei jedem Besuch siehst du also erstenmal nach, ob er Socken an hat. Als du in der Puppenkiste ein kleinen blau kariertes Hemd gefunden hast, kamst du mit freudestrahlenden Augen und "Opa, Opa" rufend zu mir gelaufen. Hat halt nur der Opa an, solche Hemden.
Bei all den Dingen die du kannst, ist es doch deine Persönlichkeit, die mich jeden Tag aufs neue fasziniert. Ich schaue mir viele Filme an, die wir, Gott sei dank, so zahlreich von dir gemacht haben. Hätte ich sie nicht, wären so viele Momente einfach fort. Wie du ganz frisch in meinem Arm liegst, meist schlafend und noch so unberührt von dieser Welt. Jetzt bist du bereits geprägt. Geprägt von unseren Werten, unseren Vorstellungen wie man miteinander umgeht und das Leben gestaltet. Ich bedanke mich jeden Tag dafür, dass du ohne Angst, Hunger und Not aufwachsen kannst und Freude und Liebe deine Welt beherrschen. Ganz deutlich wird, dass nicht nur wir dich, sondern auch du uns prägst und uns Dinge zeigst, die in Vergessenheit geraten sind. Ich würde mit dir bis an mein Lebensende einen Käfer im Gras beobachten und den Mond hinter den Wolken suchen und hätte nichts verpasst. Ich sehe mich in dir, wenn du in die Ferne schaust und die Stirn kräuselst und wünsche mir so sehr, dass du eines Tages auch dieses Wunder erlebst! Ich gebe ALLES, damit du so sein kannst, wie du bist.
Du bist mein Glückskind, meine Herzensheilerin, Wundertüte, Zaubermaus.
Freitag, 7. Februar 2014
Löwenmutter
Natürlich bin ich eine Löwenmutter. So, wie alle anderen Mütter auch - immer bereit alles für ihr Kind zu geben, um es vor allen Gefahren und Ungerechtigkeiten des Lebens zu schützen. Nur musste ich bis jetzt das Rehlein nicht wirklich vor Ungerechtigkeiten beschützen. Mal da ein Spielzeug weggenommen, mal dort grob zur Seite geschoben. Situationen, die ich entspannt beobachten und ggf begleiten konnte. Doch jetzt haben wir ein Kind getroffen, das...sagen wir mal, meine Löwenmutterinsstinke wachgerüttelt hat.
Es geschah in einem großen Babyfachgeschäft unserer Stadt. So ein Laden, in das man einfach gerne geht, weil man auch ohne festes Vorhaben totsicher mit irgendeinem Kram rausgeht, den das Kind nicht wirklich braucht. Wir wollten ein Töpfchen kaufen. Das war dem Rehlein natürlich wurscht. Es hatte schon am Eingang das coole Spielhäuschen entdeckt, welches durch seine elektrische Klingel schon Sekunden nach Betreten des Ladens ein wenig an meinen Nerven kratzte. Doch das Rehlein - zack- "darrrrreeeein" und es wurde nicht mehr gesehen. Es gibt Mütter und natürlich auch Väter, die das Häuschen nutzen, um ihren Einkauf entspannt ohne Kinder verbringen zu können. So wohl auch die Mutter dieses Mädchens, welches eine klitzekleine Herausvorderung darstellte. Zunächsteinmal schob sie sich direkt grob an dem Rehlein vorbei ins Häuschen, wobei sie es mit der Hand gegen die Türe drückte. Verdutztes Rehleingesicht gepaart vom Blick leichter Verunsicherung in meine Richtung. Oh eine Planierraupe denke ich und strecke dem Rehlein meine Hände entgegen. Da dreht sich die Planierraupe um und schubst das Rehlein erneut gegen die Tür.. "HEY"! platzt es auch mir herraus. "Nicht schubsen! Schau mal, sie ist doch viel kleiner als du und du hast genug Platz!" Das Mädchen, ich schätze sie auch 3 bis 4 Jahre zeigt sich unbeeindruckt und dreht sich weg.
Jetzt muss ich das Rehlein auch nicht mehr bitten das Haus zu verlassen. Freiwillig zieht es mit mir in Richtung Rutsche. Ja...eine Rutsche haben die da auch. Das ist ja immer so eine Sache mit den Spielangeboten für Kinder in einem Laden für Erwachsene. Als wir da ankommen sitzt schon ein ca 9 bis 10 Monate alter Junge oben auf der Rutsche und ruft nach seiner Mama. Die Mama steht in der Autositzabteilung und ruft nur "ich komme gleich, rutsch du mal!" Sie lässt ihn tatsächlich 5 min da oben rufen bis sie kommt. Das ist jetzt nicht so meins - kann noch nicht laufen, hohe Rutsche, sitzt falschrum, andere Kinder, die auch rutschen wollen - und so. Aber hey, ich muss ja nicht die Welt retten und wahrscheinlich ist es ihr drittes Kind . Das Rehlein steht inzwischen vorne an der anderen Rutsche und versucht wie so oft den etwas anderen Weg hinauf. Ich will ihm gerade den richtigen Weg zeigen, da sehe ich im Augenwinkel die Planierraupe auf die Leiter hechten und mit Anlauf und ausgestreckten Beinen auf das Gesicht meines Kindes zurutschen. Gerade rechtzeitig bekomme ich die Unterschenkel des Mädchens zu fassen und schaue ihr fest in die Augen. Ganz ruhig schießt es mir durch den Kopf. Und so spreche ich zu ihr deutlich und leise " Hier sitzt ein Kind unten, du musst erst schauen, bevor du rutscht!" Sie quengelt und versucht sich aus meinem Griff zu befreien. Automatisch werfe ich einen suchenden Blick in den Raum. Keine Eltern da, die ihrem Kind das nochmal erklären könnten? Werde ich von jemanden beobachtet, der mich für rabiat hält? Keiner da, also schnappe ich mir das Rehlein und konzentriere mich auf den Töpfchenkauf. In Anbetracht des geschätzten Alters des Mädchens ging ich davon aus, dass sie bestimmte Verhaltensweisen bereits erlernt haben müsste. Weder das Schubsen noch die Rutschaktion ist versehentlich passiert. Vielleicht wollte sie einfach alleine im Häuschen sein oder wollte mal sehen was geschieht, wenn sie dem kleinen Kind vor ihr ins Gesicht rutscht. Auf jeden Fall machte sich ein Gefühl bei mir breit, welches ich den ganzen Tag nicht mehr los wurde. Das muss das Löwenmuttergefühl gewesen sein. Ich befürchte, dass es mich noch häufiger und heftiger erwischen wird und ich hoffe, dass ich ganz objektiv beurteilen kann, wenn meinem Rehlein mal wieder Gefahren und Ungerechtigkeiten geschehen. Ja nee, ist klar! Dieser Schutzinstikt aus der Steinzeit ist wohl eher für die grobe Gefühlswelt bestimmt und nicht für den sachlichen Austausch. Es ist gut dieses Gefühl zu kennen, doch es bringt nichts es zu unterdrücken. Da bin ich doch lieber ne schnaubende Löwenmutter, als ein schüchternes Kätzchen.
Es geschah in einem großen Babyfachgeschäft unserer Stadt. So ein Laden, in das man einfach gerne geht, weil man auch ohne festes Vorhaben totsicher mit irgendeinem Kram rausgeht, den das Kind nicht wirklich braucht. Wir wollten ein Töpfchen kaufen. Das war dem Rehlein natürlich wurscht. Es hatte schon am Eingang das coole Spielhäuschen entdeckt, welches durch seine elektrische Klingel schon Sekunden nach Betreten des Ladens ein wenig an meinen Nerven kratzte. Doch das Rehlein - zack- "darrrrreeeein" und es wurde nicht mehr gesehen. Es gibt Mütter und natürlich auch Väter, die das Häuschen nutzen, um ihren Einkauf entspannt ohne Kinder verbringen zu können. So wohl auch die Mutter dieses Mädchens, welches eine klitzekleine Herausvorderung darstellte. Zunächsteinmal schob sie sich direkt grob an dem Rehlein vorbei ins Häuschen, wobei sie es mit der Hand gegen die Türe drückte. Verdutztes Rehleingesicht gepaart vom Blick leichter Verunsicherung in meine Richtung. Oh eine Planierraupe denke ich und strecke dem Rehlein meine Hände entgegen. Da dreht sich die Planierraupe um und schubst das Rehlein erneut gegen die Tür.. "HEY"! platzt es auch mir herraus. "Nicht schubsen! Schau mal, sie ist doch viel kleiner als du und du hast genug Platz!" Das Mädchen, ich schätze sie auch 3 bis 4 Jahre zeigt sich unbeeindruckt und dreht sich weg.
Jetzt muss ich das Rehlein auch nicht mehr bitten das Haus zu verlassen. Freiwillig zieht es mit mir in Richtung Rutsche. Ja...eine Rutsche haben die da auch. Das ist ja immer so eine Sache mit den Spielangeboten für Kinder in einem Laden für Erwachsene. Als wir da ankommen sitzt schon ein ca 9 bis 10 Monate alter Junge oben auf der Rutsche und ruft nach seiner Mama. Die Mama steht in der Autositzabteilung und ruft nur "ich komme gleich, rutsch du mal!" Sie lässt ihn tatsächlich 5 min da oben rufen bis sie kommt. Das ist jetzt nicht so meins - kann noch nicht laufen, hohe Rutsche, sitzt falschrum, andere Kinder, die auch rutschen wollen - und so. Aber hey, ich muss ja nicht die Welt retten und wahrscheinlich ist es ihr drittes Kind . Das Rehlein steht inzwischen vorne an der anderen Rutsche und versucht wie so oft den etwas anderen Weg hinauf. Ich will ihm gerade den richtigen Weg zeigen, da sehe ich im Augenwinkel die Planierraupe auf die Leiter hechten und mit Anlauf und ausgestreckten Beinen auf das Gesicht meines Kindes zurutschen. Gerade rechtzeitig bekomme ich die Unterschenkel des Mädchens zu fassen und schaue ihr fest in die Augen. Ganz ruhig schießt es mir durch den Kopf. Und so spreche ich zu ihr deutlich und leise " Hier sitzt ein Kind unten, du musst erst schauen, bevor du rutscht!" Sie quengelt und versucht sich aus meinem Griff zu befreien. Automatisch werfe ich einen suchenden Blick in den Raum. Keine Eltern da, die ihrem Kind das nochmal erklären könnten? Werde ich von jemanden beobachtet, der mich für rabiat hält? Keiner da, also schnappe ich mir das Rehlein und konzentriere mich auf den Töpfchenkauf. In Anbetracht des geschätzten Alters des Mädchens ging ich davon aus, dass sie bestimmte Verhaltensweisen bereits erlernt haben müsste. Weder das Schubsen noch die Rutschaktion ist versehentlich passiert. Vielleicht wollte sie einfach alleine im Häuschen sein oder wollte mal sehen was geschieht, wenn sie dem kleinen Kind vor ihr ins Gesicht rutscht. Auf jeden Fall machte sich ein Gefühl bei mir breit, welches ich den ganzen Tag nicht mehr los wurde. Das muss das Löwenmuttergefühl gewesen sein. Ich befürchte, dass es mich noch häufiger und heftiger erwischen wird und ich hoffe, dass ich ganz objektiv beurteilen kann, wenn meinem Rehlein mal wieder Gefahren und Ungerechtigkeiten geschehen. Ja nee, ist klar! Dieser Schutzinstikt aus der Steinzeit ist wohl eher für die grobe Gefühlswelt bestimmt und nicht für den sachlichen Austausch. Es ist gut dieses Gefühl zu kennen, doch es bringt nichts es zu unterdrücken. Da bin ich doch lieber ne schnaubende Löwenmutter, als ein schüchternes Kätzchen.
Donnerstag, 6. Februar 2014
Kita - Panik
Nur so viel sei gesagt: Wir haben einen Kitaplatz! Und ich schicke täglich 1000 Dankesgebete los. Denn ich hatte nicht erwartet, dass dies so einen emensen Druck auf die Mütter ausüben könnte! Durch meinen Job weiß ich natürlich, wie die Eltern bangen, immer wieder in der Kita anrufen um sich in Erinnerung zu bringen und was am Tag nach den Zusagen immer los war. Trotzdem war ich erschüttert, als ich am Montag in unsere Spielgruppe kam und erst einmal eine Mama trösten musste, die vor lauter Verzweiflung die Tränen nicht zurückhalten konnte. Sie hatte so auf einen Platz in der katholischen Einrichtung gehofft. Beide haben in der Gemeinde geheiratet, beide sind katholisch und das Kind wurde dort getauft. Trotzdem keine Chance...in diesem Jahr. Eine andere Mutter schimpfte über die Leitung, da ihr moslemisches Kind noch nicht einmal auf der Warteliste war. Eine Mutter erzählte zu Beginn ganz frei raus, dass sie drei Zusagen hätte und wurde daraufhin die ganze Spielgruppenzeit mit kritischen Blicken gestraft. Die kids spielten derweil wie immer ausgelassen und ahnten nichts von den Rivalitäten. Ist es nicht verrückt, dass ich mich jetzt bei den Treffen mit den anderen Muttis eher zurückhalte, weil ich einen der beliebten Plätze in einer eben auch beliebten Kita bekommen habe? Wenn ich mir vorstelle, ich müsste das Rehlein in eine Kita geben, von der ich selber nicht viel halte - schrecklich!
Alle Eltern, gehen wir mal davon aus, wollen das Beste für ihre Kinder und wollen sie daher auch dort unterbringen, wo sie selber ein gutes Bauchgefühl haben. Und die Kita? Die muss auch die Plätze so vergeben, dass eine gute pädagoische Arbeit möglich ist. Es gibt sog. Aufnahmekriterien, die mit unter vom Träger, Elternbeirat oder anderen Gremien aufgestellt werden. Alter und Geschlecht des Kindes, soziale Notlagen der Eltern, Berufstätigkeit und andere Dinge bestimmen so über die Platzvergabe. Und dennoch scheinen sich die Mütter selbst angegriffen zu fühlen.
Es geht halt ums Liebste - da ist Schluss mit lustig. Puhhhhh! Ganz schön hitzig die Stimmung der letzten Tage. Jetzt drücke ich noch die Daumen für ein paar Herzensfreundinnen, die leider noch nicht "versorgt" sind und stelle mich schon mal seelisch darauf ein, im nächsten Jahr wieder selber die zu sein, die den Eltern die gute oder schlechte Nachricht überbringen darf. The same procedure as every year - Kita - Panik...
Alle Eltern, gehen wir mal davon aus, wollen das Beste für ihre Kinder und wollen sie daher auch dort unterbringen, wo sie selber ein gutes Bauchgefühl haben. Und die Kita? Die muss auch die Plätze so vergeben, dass eine gute pädagoische Arbeit möglich ist. Es gibt sog. Aufnahmekriterien, die mit unter vom Träger, Elternbeirat oder anderen Gremien aufgestellt werden. Alter und Geschlecht des Kindes, soziale Notlagen der Eltern, Berufstätigkeit und andere Dinge bestimmen so über die Platzvergabe. Und dennoch scheinen sich die Mütter selbst angegriffen zu fühlen.
Es geht halt ums Liebste - da ist Schluss mit lustig. Puhhhhh! Ganz schön hitzig die Stimmung der letzten Tage. Jetzt drücke ich noch die Daumen für ein paar Herzensfreundinnen, die leider noch nicht "versorgt" sind und stelle mich schon mal seelisch darauf ein, im nächsten Jahr wieder selber die zu sein, die den Eltern die gute oder schlechte Nachricht überbringen darf. The same procedure as every year - Kita - Panik...
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