Mittwoch, 24. April 2013

Mein kleines Wunder

Heute ist zum ersten mal passiert! Mir ist die Decke auf den Kopf gefallen. Ganz plötzlich. Nach über einem Jahr zuhause, wünschte ich mir heute meinen Job zurück. Heute, anders als sonst, hatte ich schon morgens das Gefühl, nichts mit mir anfangen zu können. Die Nacht war erschreckend kurz. Ich fühlte mich als hätte ich bis morgens durchgetanzt. Und das spürte wohl auch das Rehlein, das mir beharrlich zeigte, dass es mit der schlechten Laune prima mithalten konnte. Sie aß schlecht, sie schlief schlecht und das Fieber der letzten Nacht hielt sich ebenfalls wacker. Ich sagte einen Termin ab, auf den ich mich gefreut hatte und stand nun vor einem leeren Nachmittag mit einem knatschigen Kind.Und da, während ich am Rechner sitze und kurz gedankenverlohren aus dem Fenster glotze (ich habe schon öfters erwähnt, wie gut das "ausdemFensterglotzen" tun kann), ist sie einfach auf mich gefallen. Diese Decke. Es war ein Gefühl der Langeweile. Ein "Ich muss doch hier raus" Gedanke. Für gewöhnlich fällt mir immer was Schönes ein. Doch heute schien ich wie gelämt. Aus irgendeinem Grund war alles doof. Wir gingen nicht raus, denn es fand sich nichts, dass mich motiviert hätte.Und so bekam ich schlicht und ergreifend schlechte Laune. 
Das zog sich den ganzen Tag hin und alle mussten unter mir leiden. Natürlich gab es auch vereinzelte schöne Momente. Schließlich habe ich ja das süßeste Kind der Welt. Doch dieses verhielt sich ähnlich wie seine Mutter, wahrscheinlich um sich einfach an die Gegebenheiten anzupassen. Sogar der Hund musste das ein oder andere völlig unnötige Leinenrucken über sich ergehen lassen und entschied sich so zum Dauerziehen, nur um nicht neben mir, der Spaßbremse laufen zu müssen.
Als nun endlich der Rehleinpapa von der Arbeit kam, verdoppelte sich das üble Karma, denn er hatte anscheinend einen ähnlich bescheidenen Tag hinter sich. Ich fieberte dem Feierabend entgegen, um mich von leichter Unterhaltung des Fernsehens berieseln und leise in den Schlaf labbern zu lassen. Doch wie das Leben nun mal so spielt, lief alles anders. Ich habe mich stets damit gebrüstet, wie schön doch das Rehlein abends ins Bett geht. Flasche, singen hinlegen, fertig! 
Heute nicht. Heute schien sie wütend und traurig zugleich zu sein. Sie weinte, schrie und kam auch nach mehreren "Hand auf den Bauch, Spieluhr an, Kuss und tschüss" nicht zur Ruhe. Als sich spürte, wie die schlechte Laune sich in Wut wandelte, beschloss ich eine Auszeit zu nehmen. Ich setzte mich auf den Balkon. Kurz die Augen schließen und durchatmen. "Bitte, bitte gib mir mehr Gelassenheit" murmelte ich. Gelassenheit, die ich mich durch alle Arten des Stresses sicher hindurchführt. Alles ist gut, ich bin ein glücklicher Mensch und schätze, dass man mich auch so wahrnimmt. Die Kleine darf auch mal einen schlechten Tag haben! Ich hörte das Kind, dass jetzt jammernd und schlurztend durch das Babyfon dröhnte. Wie war das noch mit dem Schreien lassen? Soll man doch nicht tun, weil die Kinder sich dann alleine und verlassen vorkommen...irgendwie kam ich mir auch alleine und verlassen vor. Mich durchströhmte eine Welle des schlechten Gewissens und so ging ich zu ihr, setze mich an das Bett und athmete tief in mich hinein.



 In der Stille des Kinderzimmers schaute sie mich durch die Stäbe des Bettes an, beruhigte sich sofort und als ob ich ihre Gedanken lesen könnte, wusste ich, dass sie einfach nur noch ein wenig Sicherheit brauchte. Sicherheit für dieses Tag, an dem ich mit schlechter Enrgie großzügig nur so um mich geschmissen hatte. Plötzlich war ich ganz ruhig und für einen Bruchteil einer Sekunde sah ich die Welt durch ihren Augen. Ich begriff, dass ich mich an diesem Abend noch nicht, wie sonst üblich, bedankt hatte. Noch nicht "danke" gesagt für dieses wunderschöne Leben! Noch nicht "danke" gesagt für dieses Geschenk da vor mir! Ich schämte mich für meinen Missmut und dafür, dass ich für das Wesentliche heute kein Auge hatte. Da streckte mir das Rehlein seine kleinen Hände durch das Bett. Ich ergriff sie sofort und es verschlug mir den Atem, wie wundervoll dieser Moment war. Aufmerkam beobachtete sie mich und ohne den geringsten Laut streichelte sie mehrere Minuten meine Hand. Ich bin mir sicher, dass das die Antwort auf meine Bitte nach Gelassenheit war. Mit der Gelassenheit kam die Dankbarkeit und ich konnte Teil dieses Momentes sein. Kurz darauf ließ sie mich los, aber folgte jede meiner Bewegungen mit ihren dunklen großen Augen.
Dann schlief mein Fuß ein und ich wollte natürlich auch nicht für den restlichen Abend hier im Dunkeln sitzen. So stand ich mit einer "Was tun wenns nicht klappt - Strategie" im Kopf, einfach auf und ging hinaus.
"Wenn das jetzt klappt, fress ich nen Besen!" sagte ich zur besseren Hälfte im Wohnzimmer. Bescheuertes Sprichwort und doch wieder gesagt!
Was soll ich sagen. Es hat geklappt sie war damit zufrieden. Damit, dass ich mit viel Gelassenheit den Abend beendet habe.
 Das Danken hilft, wenn man vergessen hat, wie es eigentlich geht, das Zufrieden sein. Das hier ist sehr persönlich und dennoch schreibe ich es, um vielleicht den ein oder anderen zum "danke" sagen zu animieren und um mich ewig an diesen Moment zu erinnern. An diesen Moment in dem ich mein kleines Wunder erlebte. Ganz unaufgeregt. In Jogginghose auf dem Fußboden vor dem Bett meiner Tochter.



Freitag, 12. April 2013

 8 Monate Rehlein

Jeden Morgen sehe ich dich an und bin mir sicher, dass du dich erneut verändert hast. Ein anderer Blick ein neues Geräusch, eine noch nie dagewesene Geste. Nach wie vor bist du ein sooo zufriedenes Kind! Wenn du Platz hast, kugelst du hin und her. Wenn nicht, dann eben nicht. Immer häufiger lässt du dein Nachmittagsschläfchen aus, denn solange etwas passiert, möchtest du nichts verpassen. Seit den Fiebernächten schläfst du unruhiger und Träume reißen dich aus dem Schlaf. Wie schön, dass dich unsere Hand auf dem Bauch und ein kleines Summen, wieder zur Ruhe bringt. Ich erschrecke jedes Mal, wenn das Babyfon anspringt. So sehr ich es auch versuche, das kann ich nicht abstellen. Nachts trinkst du uns die Haare vom Kopf, während du tagsüber nicht auf die Idee kommen würdest nach Essen zu verlangen. Klar, du magst deinen Brei (nur bitte keinen Blumenkohl) und auch das Fläschchen wird genehmigt, aber eben erst, wenn man es dir unter die Nase hält. Also von mir haste das nicht! Das Wickeln ist inzwischen Schwerstarbeit, da du nur zu gerne Mamasordnungssystem auf dem Wickeltisch durcheinander bringst und komischerweise das Drehen da besonders wichtig für dich scheint.. Dabei windest und wendest du dich wie ein Wurm und findets es sehr witzig, wenn ich verzweifelt "nein, nein, nein" sage. Dein Held ist der Rehleinpapa und wenn er durch den Raum läuft, könnte man meinen, du drehst deinen Kopf um 360 Grad. Guckt er dann, zappelst du ganz aufgeregt und lachst so süß, dass er dich einfach schnappen muss, egal, was er gerade vorhatte. Ich bin also ganz sicher nicht mehr die wichtigste Frau in seinem Leben :-)
Du liebst es, Tücher von irgetwo runterzuziehen. Kurz bevor es auf dich fällt, guckst du mich ganz aufmerksam an und wir kichern gemeinsam vor Spannung. Es folgt ein Lachen, das mich alles vergessen lässt. Du bist die beste Seelensalbe, die ich mir vorstellen kann! Wenn du da bist, muss ich dich ständig anschauen, um dir ein Lächeln zu entlocken. Wenn du schläfst vermisse ich dich und wenn du in den seltenen Fällen mal nicht in meiner Nähe bist, versuche ich mir deinen Geruch herbeizuriechen. Du hast zwei Zähnchen bekommen und sie blitzen unten auf, sobald du den Mund aufmachst. Beim Abendessen sehnst du schon während des Breis die Möhre herbei, die du danach fachmännisch untersuchst. Dabei drehst du sie langsam in deiner Hand und kommentiert höchst konzentriert alle Einzelheiten. Deine zwei Zähne knabbern darauf herum und mittlerweile bist du nicht mehr ganz so irritiert, wenn du tatsächlich ein Stück abbeißt.
Manchmal weiß ich nicht, ob ich glücklich oder traurig sein soll, dass du nun schon so groß bist. Ich freue mich über jeden Entwicklungsschritt und doch bin ich mir bewusst, dass jeder Einzelne davon dich zu mehr Selbstständigkeit führt und dadurch auch mehr Raum zwischen uns entsteht.

Ich gönne dir jeden Zentimeter, mein ♥ Kind!!!!

Freitag, 29. März 2013

Oh weh, oh weh, Zahnen tut weh! Oder, wie ich solidarisch mitleide...

Nachdem das Rehlein seine ersten beide Zähne ganz leise und unauffällig an die Oberfläche brachte, machen sich nun andere der weißen Spitzen auf den Weg. Ich weiß gar nicht, ob es einer oder mehr sind, denn ehrlich gesagt, zu sehen ist nix. Könnte daran liegen, dass es schier unmöglich ist, einem Baby so im Mund herumzufummeln, wie man es möchte. Das Baby möchte das nämlich nicht! Egal, es müssen Zähne sein, da bin ich mir sicher! Habe ich doch in mühseliger Detektivsarbeit alle Indizien und Beweise gesammelt. Zunächet einmal eine Art von Quengeligkeit, die ihres Gleichen sucht. Wie einer Frau an ihren besonderen Tagen, kann man dem Rehlein nichts recht machen. Legt man es hin - blöd! Nehm ich es auf den Arm und setze mich hin - noch blöder! Latsche ich rum mit ihr auf dem Arm - ok. Aber bloß nicht stehenbleiben! Nächster Punkt ist der Inhalt der Windeln. ich gehe jetzt nicht weiter darauf ein. Alle Mamas wissen, was ich meine, wenn ich sage, es sieht anders aus und riecht auch so wie es aussieht.
Als ich meine Tochter gestern morgen aus dem Bett nahm, sah sie aus, als hätte sie eine Ohrfeige bekommen. Eine Wagne knatsch rot und heiß. Nach dem Fiebermessen war dann alles klar. 38,5...noch kein Grund zur Panik. Und nein, wir haben noch keins dieser tollen, neumodischen Fieberthermometer, die man lediglich ans Ohr halten muss. Habe ich aber natürlich direkt bestellt, als mir klar wurde, wie dämlich es sein muss, das Kind in der Nacht zu wecken, Windel ab usw. An dieser Stelle ein Dank an Amazon Prime. Morgen haben wir das Ding :-)
Der Tag nahm dann so seinen Lauf und gegen Abend waren es schon 39,2....! Ich bin ja umgeben von Familienmitgliedern und Freundinnen, die alle auf Homöopathie schwören und ich selber greife schon seit Jahren lieber zum Globuli als zur Pille. Daher gab es für dasRehlein erst einmal Camomilla und gaaaanz viel Liebe. Kurz noch schnell den Status in meiner Muttigruppe bei Facebook aktualisiert, damit auch wirklcih alle bescheid wissen. Grandios, wie meine Mädels eben sind, riefen auch gleich zwei von ihnen an, um sich auf den neusten Stand der Zahnung zu bringen und um, ich denke, dass war der eigentliche Grund ihres Anrufes, mich zu beruhigen. Danke, Ich liebe euch! Ich wollte cool bleiben und stecke das Rehlein in sein Bett. Was sollte es schon bringen, sie neben mich zu legen und die ganze Zeit anzustarren. Davon sinkt das Fieber nun auch nicht. Also rüber zum Fernsehen und Topmodel gucken. Schnell musste ich feststellen, dass ich noch nicht einmal dieser leichten TV Kost folgen konnte. So nervös, war ich das letzte mal kurz vor der Geburt. Und da ging es mir besser, denn ich hatte das Kind ja nah bei mir. Wachmachen wollte ich sie auch nicht und so schlich ins rüber um die Lage zu checken. Sie wimmerte leise vor sich hin und als ich die Hand auf ihr Köpfchen legte, kam es mir vor, als könne man ein Spiegelei darauf braten. Mein Herz zersprang! Was war ich doch für eine schlechte Mutter, sie hier einfach sich selbst zu überlassen. Der Rehleinpapa,  dessen Urlaub soeben begonnen hatte, versuchte mich zu beruhigen. Nett gemeint, brachte dennoch gar nichts. Ich wartete also auf ihr Erwachen und tiegerte leise im Zimmer hin und her. Es dauerte nicht lange, bis sie sich meldete und mein bereits zersprungenes Herz bröckelte von meiner Brust. Sie quasselte wildes Zeug, also nicht das übliche Babygequassel, und war völlig von der Rolle. Jetzt oder nie! Thermometer rein, 39,5, Zäpfchen rein und rüber in unser Bett. Noch nie habe ich meinen Mann so schnell und folgsam erlebt. In sachlicher, leicht überspannter Weise, schickte ich ihn diverse Dinge holen oder vorbereiten und er machte alles, ohne nachzufragen. Jetzt sah ich auch bei ihm die Sorge im Gesicht. Für ale, die jetzt denken : "Hallo, das ist nur Fieber!" Ich weiß es! Doch die Gefühle einer Mama, wenn das Kind eben das erste mal Fieber hat, sind nicht zu erklären. Man hat quasi selber fiebrige Unruhe. Nun lagen wir Kopf an Kof im Bett und schauten uns in die Augen. Sie quasselte immer noch wild vor sich hin und wimmerte, während sie in meinen Haaren fummelte. Bald wirkte das Zäpfchen und sie schlef vor Erschöpfung ein. Die darauffolgende Stunden erinnerte mich vom Schlafpensum stark an die ersten Nächte mit ihr und genauso intensiv war es dann auch. Endloses Kopfstreicheln und viele angefangene Fläschchen später kam der Morgen und jetzt liegt sie hier einigermaßen zufrieden auf ihrer Decke. Selber noch ganz erschöpftf, verschiebe ich die Dusche auf später und bin mir sicher, in der nächste Nacht bin ich zwar weniger nervös, aber ich werde genauso mitleiden!


Montag, 25. März 2013

7 Monate Rehlein

Ich möchte eine schöne Tradition von einem meiner ♥ Blogs übernehmen. Mamamiez schreibt monatlich so liebevoll über die Entwicklung ihrer Kinder, dass ich mich nun auch darin versuchen möchte.
So, mein Rehlein. du bist heute sieben Monate, eine Woche und vier Tage alt. Wirklich, du bist ein sehr zufriedenes Kind. Immer und überall kann man dir ein Lächeln entlocken, vorausgesetzt, man steht auf deiner Favoritenliste! Morgens begrüßt du uns mit einem verschmitzten Lachen und liegst immer komplett falsch herum im Bett. Keine Ahnung wie du das machst. Du kannst dich vom Rücken auf den Bauch drehen, aber dann muss es da schon etwas sehr wichtiges zu tun geben. Am liebsten stehst du mit unserer Hilfe. Dann bist du stolz wie Oskar. Sitzen klappt auch super und du kippst immer seltener zur Seite um. Auch das, erfreut dich eher. Alles, was mit Bewegung zu tun hat, findest du super! Du brabbelst den ganzen Tag und von Flüstern bis Pfeifen ist alles dabei. Wenn du einmal gemütlich auf deiner Decke liegst und einer von uns kommt vorbei, freust du dich so sehr, dass du mit Armen und Beinen aufgeregt zappelst. Wehe, wir gehen dann einfach wieder weg. Dann zeigst du uns, dass du eben auch mal meckern kannst! Alles, was du zwischen deine kleine Hände bekommst, wird eingehend untersucht und so schnell nicht wieder hergegeben.Weder mittags noch abends gibt es Schwierigkeiten mit deinem Schlaf, was uns sehr stolz macht. Natürlich bist du der Star auf jeder Familienfeier und deine positive Energie lässt jede schlechte Laune wir im Flug verschwinden.
Wenn du müde bist, nimmst du mein Gesicht in deine Hände und reibst deine kleine Nase an meiner. Es ist das allerschönste auf der Welt, wenn du dich so zu mir drehst. Wir kuscheln viel und wenn ich singe und du auf meinem Arm liegst, singst du ganz leise mit. Abends essen wir alle zusammen, was jedes Mal ein großes Vergnügen ist, da wir dich gerne beim Erkunden beobachten! Ich trage dich im Tuch, wenn ich im Keller die Wäsche mache und wirklich alles wird von dir kommentiert und hin und wieder lachst du einfach laut los.
In meinem Herzen nimmst du den meisten Platz ein, was bestimmt für den Rehleinpapa in Ordnung ist, da es ihm genauso geht.

Du bist unser allergrößte Schatz!

Samstag, 23. März 2013

Die Zeit davor

Wenn ich abends im Bett liege, gehe ich gedanklich noch einmal den Tag durch. Was hab ich geschafft? Was muss ich noch erledigen? Und was ist morgen angesagt? Da kommt mir eine Frage in den Sinn. Wie war denn eigentlich die Zeit davor? Vor der Geburt vom Rehlein. Ich denke natürlich als erstes an meinen Job, den ich ja auch ein wenig vermisse. Ich bin um 5:45 aufgestanden und war schon um 7:00 im Automeeting mit meiner Chefin. Mittags erschlagender Müdigkeitsanfall, der aber täglich gekonnt ignoriert wurde, da man in einer Instutition wie unserer, schlecht Powernapping betreiben kann. Kinder, Eltern, Träger, Kollegen alle möchten umsorgt und betreut sein. So powerte ich jeden Tag bis 16:00 durch, um dann erneut im Automeeting auch noch die Fahrt nachhause sinnvoll zu nutzen. Dort angekommen, war erst der Hunde und dann der Haushalt dran. Der Rehleinpapa und ich freuten uns auf einen gemütlichen Abend mit lecker Essen und einem spannenden Film. Heute bin ich weit davon entfernt um 5:45 entdgültig aufzustehen. Und die Mettings halte ich mit meiner Tochter im halbdunklen Kinderzimmer. Wenn ich gegen 7:00 von ihr geweckt werde, bin ich zwar müde, aber höchst motiviert! Unser Tag ist ebenfalls strukturiert, doch es lassen sich viele Pausen einlegen, von denen ich damals nicht gewagt hätte zu träumen. Ich gebe zu, es gibt Schöneres, als im Regen mit Hund und Kinderwagen über die Felder zu spazieren, sich viermal täglich umzuziehen, um Essen, verdaut oder gerade frisch zubereitet, nicht länger auf der Kleidung tragen zu müssen und wenn das Rehlein schlecht drauf ist, fehlt auch mal die Zeit um einfach nur stupide aus dem Fenster zu glotzen. Das habe ich früher an ganz schlimmen Tagn im Büro betrieben und es kann wunderbar sein, glaubt mir! Damals erwischte ich mich selber manchmal dabei, wie ich mich im Trubel zwischen all den Anforderungen nach dem eigentlichen Sinn gefragt habe. Also, wen oder was würde es stören, wenn du hier nicht mehr arbeitest, einfach morgen nicht mehr kommst? Als ich meiner Chefin dann eines Morgens zwischen Papierbergen und dauerklingelndem Telefon, von meiner Schwangerschaft erzählte, wusste ich, dass es wohl doch jemanden stören würde. Und dennoch, der Laden läuft auch ohne mich. Abgesehen von jetzt gerade, denke ich verhältnismäßig selten an die Vergangeheit, an Damals. Das Leben mit Kind läßt einem kaum die Möglichkeit. In der wunderschönen Gegenwart, in der ich täglich so unzählig viele Momente erlebe, die für mich und unsere Familie so wichtig sind, wäre es einfach verschwendete Zeit sich damit rumzuschlagen. Wir, der Rehleinpappa und ich, hatten über 10 Jahre, in denen wir alles erleben durften, was man so erleben muss. Wochenenden, an denen der Morgen niemals aufhörte, nächtelange Partys und aufregende Urlaube. Nur für zwei gedacht. Wie langweilig und unvollständig uns dies alles einmal vorkommen würde, wer hätte das gedacht!

Ich liebe meinen neuen Job und habe mich noch nie so sinngebend und wichtig empfunden. Und auch wenn etwas Sorge und Angst dazugehört, der wichtigste Mensch für ein hilfloses Wesen zu sein, so erfüllt es mich doch mit Freude und Zufriedenheit. Die Zeit davor, war wie ein schönes praktisches Zuhause, das man nie verlässt und dadurch auch nichts von der Welt sieht. Wer oder Was auch immer dafür verantwortlich ist, dass unser Weg so verlaufen ist, ich danke dir!

Mittwoch, 13. März 2013

Lies doch mal wieder ein gutes Buch!

Nachdem ich festellen musste, dass ich aufgrund der plötzlich wiedererlangten Verfügbarkeit des Fernsehgerätes, meine Abende nur noch vor der Glotze verbringe, habe ich mich mit meinem Bücherregal und den darin verborgenen Schätzen beschäftigt. Dabei stolperte ich über die Bilderbücher, die ich schon vor der Geburt vom Rehlein für sie gekauft hatte. Der Wunsch nach schöner, verzaubernder Kinderliteratur, welche einen großen Erinnerungswert hat, spielte hier eine wichtige Rolle. Das kleine Hababüchlein hat sie geschenkt bekommen und dies ist auch das einzige, dass ich im Moment mit ihr lese. Doch ich freue mich wahnsinnig darauf zu erfahren, welche zu ihren ♥ Büchern werden. Ich hatte eine Menge Bilderbücher als Kind und liebe sie nach wie vor! Sie haben einen besonderen Platz im Regal und werden sorgfältig von mir entstaubt und gepflegt.

Meine Mutter hat, bis auf eines, alle behalten. Und dieses eine (welches sie, glaube ich, weggeschmissen hatte), wurde von ihr in mühseliger Recherche ausfindig gemacht und nachgekauft. Natürlich nur, weil ich als Teenager vom Verlust eben genau diesen Bucher erfuhr und ein aus heutiger Sicht, albernes Theater gemacht habe. Jetzt kann ich zugegebener Weise nicht mehr nachvollziehen, warum ich es so geliebt habe :-)
Es könnte natürlich auch sein, dass das Rehlein keines der von mir auserwählten Bücher lesen möchte. Es könnte sogar sein, dass die Comicsammlung vom Platzhirsch ihr Interesse weckt und nicht die Tigerente sondern Spiderman oder Wonder Woman sie vor dem Schlafengehen begleiten. Egal, für was sie sich entscheiden wird...."Beim Lesen lässt sich vortrefflich denken." Zit. Tolstoi

Mittwoch, 6. März 2013

Ein Stückchen loslassen

Du meine allerliebste Wiege, geliehen von einer allerliebsten Freundin. Es ist mir, als wäre es gestern gewesen, als ich dich entstaubt, gesäubert und mit frischer Wäsche bestückt habe. Du warst ein Zeichen für die unbeschreibliche Vorfreude und standest schon Monate vor deinem eigentlichen Einsatzes bereit. Das Kinderzimmer, welches mein ganzer Stolz ist, wurde im Gegensatz zu dir, fast beiläufig bestaunt. "Nein, was für eine wunderschöne Wiege!" "Und so schön alt!" Männer klopften nickend auf dein Holz, Frauen schlugen verzückt die Hände vor`s Gesicht.
Jetzt hast du über sechs Monate das wertvollste in unserem Leben behütet und seitdem du nun ein paar Tage und Nächte leer im Schlafzimmer verbracht hast, wage ich den Schritt und schicke dich in deinen wohlverdienten Urlaub. Es ist verrückt, wie schwer es mir fällt! Ich sehe das Rehlein, fünf Tage nach dem Schlüpfen, wie es seelig in dir schlummert. Jetzt schlummert es in seinem "nächsten" Bett. In dem Bett, welches es wohl für ein paar Jahre behalten wird...bis es in die Schule geht. Ich besuche dich, wenn ich im Keller die Wäsche mache und schaue dann, ob es dir gut geht. Und wer weiß schon, wann ich dich wieder bei uns einziehen lasse? Mit frischer Wäsche und unbeschreiblicher Vorfreude!