Mittwoch, 22. Mai 2013

Wo ein Wille ist...

Ich bekenne mich schon seit einiger Zeit zur "Teilzeit - Spießigkeit". Das heißt, ich verbringe meine Freizeit mit Tätigkeiten, die für andere Menschen den typischen Spießer ausmachen. Nicht ausschließlich, aber eben doch hin und wieder ganz gerne. So halte ich mich zum Beispiel, bei schönem Wetter, jede freie Minute in unserem Garten auf, um etwas ein - oder umzupflanzen, zu beschneiden, zu düngen oder auch rauszureißen. Letzteres mit viel Bedacht, denn noch lieber schaue ich einfach zu, wie die Natur sich ihren Weg bahnt und immer wieder neue Pflanzen zu uns trägt. Aber natürlich ist dies auch ein schönes Stück Arbeit und nicht immer habe ich Lust den Rasen zu mähen, wo ich dies doch erst vor einer Woche getan habe. Recht angenehm kann da der ein oder andere Regentag sein. Wenn es so kalt und "usselig" wie in den letzten Tagen ist, habe ich selbstverständlich andere Dinge zu tun, als mich dem Urwald hinterm Haus zu witmen. Und wirklich, als ob es kein Morgen geben würde, sammelt das Grün all seine Kraft und explodiert quasi im tristen April / Mai Wetter. So fing mein Schnittlauch, welches im letzten Winter mehr als erfrohrens schien, an sich auf die Blüte vorzubereiten. Noch nie hatte ich blühendes Schnittlauch!
Was mich aber noch mehr wundert, ist der Überlebenswille des Efeus. Kennt man ja, das resistente Kletterkraut. Im letzten Herbst habe ich die Wand der Nachbarn komplett davon befreit. Es hatte sich schon unter das Dach vom Anbau geschoben und so viel Natur wollte dann doch niemand im eigenen Wohnzimmer. Jetzt fiel mir die Tage dieser kleine Trieb auf, der von mir völlig unbemerkt wieder zu neuem Leben erwacht ist, ohne Kontakt zur Erde zu haben. Seit Monaten vom Erdboden getrennt, versucht es die Pflnaze doch noch den Weg zum Sonnenlicht zu finden.
Und die Erdbeeren, die hin und wieder den "Hundespezialdünger" erhielten, suchen sich nun ihren ganz eigenen Weg und bevorzugen anscheinden die Steine vor dem Beet.
Unserem Garten ist es also erst einmal egal, dass vom Sonnenschein weit und breit nix zu sehen ist. Und schließlich muss es ja weitergehen. Wo ein Wille ist, ist eben auch ein Weg! Kann es kaum erwarten, dem rehlein eine Matschecke einzurichten und mit ihm gemeinsam Blumen und Gemüse zu säen.

Mittwoch, 15. Mai 2013

9 Monate Rehlein

Heute bist du 9 Monate und 1 Tag alt und das Leben mit dir macht einfach nur Spaß! Im Moment leidest du allerdings sehr unter den 4 Zähnen, die frecherweise alle gleichzeitig aus deinem Oberkiefer sprießen. Fieber und Schmerzen bestimmen nun schon den zweiten Tag unseren Alltag. Doch auch das geht vorüber und gemeinsam schaffen wir das *Schakka*!
Wenn du also nicht gerade Zähne bekommst verbringst du so deinen Tag:
Du bist wirklich ein zufriedenes Kind. Nachs kommst du wie ein Urwerk und trinkst alles bis zum letzten Tropfen auf. Auch sonst beginnst du immer häufiger wie ein Scheunendrescher zu futtern. Wir bewegen uns langsam von total pürriert hin zu stark zerstampft und obwohl du nach wie vor empfindlich auf ungewohnte Nahrung im Rachenbereich reagierst, wird nicht alles wie sonst ausgespuckt. Wasser geht immer und so liebst du deine kleine Trinkflasche abgöttisch. Der Schnabel geht schon auf, da hast du sie gerade mal irgendwo entdeckt. Du kugelst dich quer durch den Raum, wobei dein Radius immer noch überschaubar ist. Schön für mich, denn so klappen Haushalt und Babybespaßung noch sehr gut! Am liebsten räumst du deine Spielkisten aus. Betohnung liegt hier auf AUS. Das mit dem EINräumen kommt sicher später :-)
 Hin und wieder gibt es Tage, an denen du am liebsten an meinen Bauch getackert wärst. Wenn ich den Raum verlasse, zeigst du deutlich, dass dir das nicht gefällt. Also kommst du auch schon mal mit ins Bad und darfst mir von Badezimmerteppich aus beim Duschen zuschauen. Dabeisein ist eben alles! Der Kinderwagen ist deine Festung. Schön die Lehne hochgestellt, wird alles und jeder streng beobachtet. Dabei saugst du nach wie vor alles wie ein Schwamm in dich auf. Du wechselst gerne auch mal den Schoß, so lange ich in der Nähe bin - kein Problem. Der Hund und der Chaoskater werden morgens mit einem lauten Quitschen von dir begrüßt und wenn sie sich durch die Bude jagen oder vor deiner Nase schmusen, gluckst du vergnügt. Deine Harre wachsen zunehmend dichter, man könnte schon eine kleine Locken hinter den Ohren abschneiden, doch der Platzhirsch weigert sich. Vielleicht befürchtet er, dass ihm dadurch dein schnelles Wachstum noch bewusster wird. Vor ein paar Tagen hast du zum ersten mal mein Gesicht in deine kleinen Hände genommen und mich mit aufgerissenen Mund und einem langen "aaaahhhhhh" abgelutscht. Das sollte doch bestimmt ein Küsschen sein, oder?
Es ist ein bischen schwer, über das gutgelaunte Baby zu schreiben, wenn man seit über 48 Stunden nur ein weinerliches "armes" Baby zuhause hat. Ich leide so sehr mit dir! Doch das Größerwerden beinhaltet eben auch mal solche Tage und wie heißt es doch so schön : " Jeder Infekt, jedes Fieber stärkt das Imunsystem ihres Kindes!" Ich kann mich zwar wirklich nicht darüber freuen, aber ich spüre, wie ich immer gelassener damit umgehe, wenn es dir schlecht geht. Da ich die letzt Nacht mal wieder mit dir gemeinsam im Bett verbracht habe, schmerzt mein Nacken vom eweigen "Rechtsliegen", denn du hast mich mit deinen Händen festgehalten und deine Beine sind direkt nach dem Einschlafen - zack- wie ein Klappmesser zur Seite gekippt und halb auf meinen leigen geblieben. So konntest du sicher gehen, dass ich bei dir bleibe.  Jetzt schlummerst du deinen Mittagsschlaf und ich bete die Zähnchen an, dass sie dir nicht noch mehr Schmerzen bereiten. Unvorstellbar dich jetzt nicht bei mir zu haben! Was machen die Mamas, die wieder arbeiten müssen? Wie schaffen sie ihren Tag, mit dem Wissen, dass das Kind wo anders auf einem anderen Arm leidet? Zum Glück haben wir noch 15 Monate Zeit, bis wir zwei tagsüber getrennte Wege gehen. Und dann bleibe ich bei jedem Fieber und wenns dir schlecht geht, bei dir. Da kenn ich nix. Versprochen!

Freitag, 10. Mai 2013

Kein Geld der Welt...

Wie schön, dass es immer rnoch Dinge gibt, die man selbst mit 32 zum ersten mal tut! So habe ich gestern zum ersten mal Lotto gspielt. Online, von zuhause aus. Ich glaube, ich wäre nie in eine Lottobude gegangen. Bis jetzt hatte ich immer Sorge, ich würde etwas falsch machen. Das ist natürlich Quatsch. Schließlich möchten die Chef`s vom Lottoverein, dass jeder Idiot die Regeln versteht. Mein Enthusiasmus wurde allerdings promt vom Platzhirsch zerstört, der mir erst einmal erklärte, dass es total sinnfrei wäre, die Zahl 19 zu tippen, da ja viele Menschen 19...irgendwas Geburtstag haben und man weiß ja, dass alle ihren Geburtstag tippen. Ich wusste nicht, weswegen ich mich mehr ertappt fühlte. Wegen der Tatsache, dass gleich zweimal die 19 auf meinem Schein stand, oder dass ich einfach drauflos getippt hatte. Also quasi die Zahl, die mir vor die Linse kam. Ganz spontan, ohne nachzudenken. Querbeet eben. Glücklicherweise ist der Platzhirsch ein schlauer Mann und so hielt er sich nicht weiter an meiner "Tippen für Anfänger" Wahl auf, sondern überlegte direkt, was man mit dem Geld machen könnte. Welche Summer dabei heraus kommt, war uns egal, hauptsache es reicht für alle! Und wenn man so überlegt, wer alles unter "Alle" fällt, muss es eine hohe Summe sein. Wir denken da nämlich an Dinge wie Häuser der Liebsten abbezahlen, gemeinsamer Urlaub mit der ganzen Familie, Anbauen, Ausbildungsfond fürs Rehlein, Selbstständigkeit, Firmengründung usw. Nicht etwa so etwas unnötigens wie Shoppen...*räusper*. Als wir mit der "Wünsch dir was" Sache durch waren, fragte er mich, wie so oft: "gehts dir gut?" Eine eher retorische, routinierte Frage. Und ich sagte " Wie könnte es mir nicht gut gehen?" Und wir beide wussten, was gemeint war! Kein Geld der Welt kann kaufen, was wir schon besitzen. Unsere Liebe und ihr Resultat.
Jetzt hängt der ausgedruckte Schein an meiner Pinnwand und ich warte auf die Samstagsziehung. Für 10 Euro und 10 cent kann man sich ruhig mal ein wenig Träumen gönnen um dann ganz nebenbei feststellen, dass man schon alles hat.
Schönes Ding!

Mittwoch, 24. April 2013

Mein kleines Wunder

Heute ist zum ersten mal passiert! Mir ist die Decke auf den Kopf gefallen. Ganz plötzlich. Nach über einem Jahr zuhause, wünschte ich mir heute meinen Job zurück. Heute, anders als sonst, hatte ich schon morgens das Gefühl, nichts mit mir anfangen zu können. Die Nacht war erschreckend kurz. Ich fühlte mich als hätte ich bis morgens durchgetanzt. Und das spürte wohl auch das Rehlein, das mir beharrlich zeigte, dass es mit der schlechten Laune prima mithalten konnte. Sie aß schlecht, sie schlief schlecht und das Fieber der letzten Nacht hielt sich ebenfalls wacker. Ich sagte einen Termin ab, auf den ich mich gefreut hatte und stand nun vor einem leeren Nachmittag mit einem knatschigen Kind.Und da, während ich am Rechner sitze und kurz gedankenverlohren aus dem Fenster glotze (ich habe schon öfters erwähnt, wie gut das "ausdemFensterglotzen" tun kann), ist sie einfach auf mich gefallen. Diese Decke. Es war ein Gefühl der Langeweile. Ein "Ich muss doch hier raus" Gedanke. Für gewöhnlich fällt mir immer was Schönes ein. Doch heute schien ich wie gelämt. Aus irgendeinem Grund war alles doof. Wir gingen nicht raus, denn es fand sich nichts, dass mich motiviert hätte.Und so bekam ich schlicht und ergreifend schlechte Laune. 
Das zog sich den ganzen Tag hin und alle mussten unter mir leiden. Natürlich gab es auch vereinzelte schöne Momente. Schließlich habe ich ja das süßeste Kind der Welt. Doch dieses verhielt sich ähnlich wie seine Mutter, wahrscheinlich um sich einfach an die Gegebenheiten anzupassen. Sogar der Hund musste das ein oder andere völlig unnötige Leinenrucken über sich ergehen lassen und entschied sich so zum Dauerziehen, nur um nicht neben mir, der Spaßbremse laufen zu müssen.
Als nun endlich der Rehleinpapa von der Arbeit kam, verdoppelte sich das üble Karma, denn er hatte anscheinend einen ähnlich bescheidenen Tag hinter sich. Ich fieberte dem Feierabend entgegen, um mich von leichter Unterhaltung des Fernsehens berieseln und leise in den Schlaf labbern zu lassen. Doch wie das Leben nun mal so spielt, lief alles anders. Ich habe mich stets damit gebrüstet, wie schön doch das Rehlein abends ins Bett geht. Flasche, singen hinlegen, fertig! 
Heute nicht. Heute schien sie wütend und traurig zugleich zu sein. Sie weinte, schrie und kam auch nach mehreren "Hand auf den Bauch, Spieluhr an, Kuss und tschüss" nicht zur Ruhe. Als sich spürte, wie die schlechte Laune sich in Wut wandelte, beschloss ich eine Auszeit zu nehmen. Ich setzte mich auf den Balkon. Kurz die Augen schließen und durchatmen. "Bitte, bitte gib mir mehr Gelassenheit" murmelte ich. Gelassenheit, die ich mich durch alle Arten des Stresses sicher hindurchführt. Alles ist gut, ich bin ein glücklicher Mensch und schätze, dass man mich auch so wahrnimmt. Die Kleine darf auch mal einen schlechten Tag haben! Ich hörte das Kind, dass jetzt jammernd und schlurztend durch das Babyfon dröhnte. Wie war das noch mit dem Schreien lassen? Soll man doch nicht tun, weil die Kinder sich dann alleine und verlassen vorkommen...irgendwie kam ich mir auch alleine und verlassen vor. Mich durchströhmte eine Welle des schlechten Gewissens und so ging ich zu ihr, setze mich an das Bett und athmete tief in mich hinein.



 In der Stille des Kinderzimmers schaute sie mich durch die Stäbe des Bettes an, beruhigte sich sofort und als ob ich ihre Gedanken lesen könnte, wusste ich, dass sie einfach nur noch ein wenig Sicherheit brauchte. Sicherheit für dieses Tag, an dem ich mit schlechter Enrgie großzügig nur so um mich geschmissen hatte. Plötzlich war ich ganz ruhig und für einen Bruchteil einer Sekunde sah ich die Welt durch ihren Augen. Ich begriff, dass ich mich an diesem Abend noch nicht, wie sonst üblich, bedankt hatte. Noch nicht "danke" gesagt für dieses wunderschöne Leben! Noch nicht "danke" gesagt für dieses Geschenk da vor mir! Ich schämte mich für meinen Missmut und dafür, dass ich für das Wesentliche heute kein Auge hatte. Da streckte mir das Rehlein seine kleinen Hände durch das Bett. Ich ergriff sie sofort und es verschlug mir den Atem, wie wundervoll dieser Moment war. Aufmerkam beobachtete sie mich und ohne den geringsten Laut streichelte sie mehrere Minuten meine Hand. Ich bin mir sicher, dass das die Antwort auf meine Bitte nach Gelassenheit war. Mit der Gelassenheit kam die Dankbarkeit und ich konnte Teil dieses Momentes sein. Kurz darauf ließ sie mich los, aber folgte jede meiner Bewegungen mit ihren dunklen großen Augen.
Dann schlief mein Fuß ein und ich wollte natürlich auch nicht für den restlichen Abend hier im Dunkeln sitzen. So stand ich mit einer "Was tun wenns nicht klappt - Strategie" im Kopf, einfach auf und ging hinaus.
"Wenn das jetzt klappt, fress ich nen Besen!" sagte ich zur besseren Hälfte im Wohnzimmer. Bescheuertes Sprichwort und doch wieder gesagt!
Was soll ich sagen. Es hat geklappt sie war damit zufrieden. Damit, dass ich mit viel Gelassenheit den Abend beendet habe.
 Das Danken hilft, wenn man vergessen hat, wie es eigentlich geht, das Zufrieden sein. Das hier ist sehr persönlich und dennoch schreibe ich es, um vielleicht den ein oder anderen zum "danke" sagen zu animieren und um mich ewig an diesen Moment zu erinnern. An diesen Moment in dem ich mein kleines Wunder erlebte. Ganz unaufgeregt. In Jogginghose auf dem Fußboden vor dem Bett meiner Tochter.



Freitag, 12. April 2013

 8 Monate Rehlein

Jeden Morgen sehe ich dich an und bin mir sicher, dass du dich erneut verändert hast. Ein anderer Blick ein neues Geräusch, eine noch nie dagewesene Geste. Nach wie vor bist du ein sooo zufriedenes Kind! Wenn du Platz hast, kugelst du hin und her. Wenn nicht, dann eben nicht. Immer häufiger lässt du dein Nachmittagsschläfchen aus, denn solange etwas passiert, möchtest du nichts verpassen. Seit den Fiebernächten schläfst du unruhiger und Träume reißen dich aus dem Schlaf. Wie schön, dass dich unsere Hand auf dem Bauch und ein kleines Summen, wieder zur Ruhe bringt. Ich erschrecke jedes Mal, wenn das Babyfon anspringt. So sehr ich es auch versuche, das kann ich nicht abstellen. Nachts trinkst du uns die Haare vom Kopf, während du tagsüber nicht auf die Idee kommen würdest nach Essen zu verlangen. Klar, du magst deinen Brei (nur bitte keinen Blumenkohl) und auch das Fläschchen wird genehmigt, aber eben erst, wenn man es dir unter die Nase hält. Also von mir haste das nicht! Das Wickeln ist inzwischen Schwerstarbeit, da du nur zu gerne Mamasordnungssystem auf dem Wickeltisch durcheinander bringst und komischerweise das Drehen da besonders wichtig für dich scheint.. Dabei windest und wendest du dich wie ein Wurm und findets es sehr witzig, wenn ich verzweifelt "nein, nein, nein" sage. Dein Held ist der Rehleinpapa und wenn er durch den Raum läuft, könnte man meinen, du drehst deinen Kopf um 360 Grad. Guckt er dann, zappelst du ganz aufgeregt und lachst so süß, dass er dich einfach schnappen muss, egal, was er gerade vorhatte. Ich bin also ganz sicher nicht mehr die wichtigste Frau in seinem Leben :-)
Du liebst es, Tücher von irgetwo runterzuziehen. Kurz bevor es auf dich fällt, guckst du mich ganz aufmerksam an und wir kichern gemeinsam vor Spannung. Es folgt ein Lachen, das mich alles vergessen lässt. Du bist die beste Seelensalbe, die ich mir vorstellen kann! Wenn du da bist, muss ich dich ständig anschauen, um dir ein Lächeln zu entlocken. Wenn du schläfst vermisse ich dich und wenn du in den seltenen Fällen mal nicht in meiner Nähe bist, versuche ich mir deinen Geruch herbeizuriechen. Du hast zwei Zähnchen bekommen und sie blitzen unten auf, sobald du den Mund aufmachst. Beim Abendessen sehnst du schon während des Breis die Möhre herbei, die du danach fachmännisch untersuchst. Dabei drehst du sie langsam in deiner Hand und kommentiert höchst konzentriert alle Einzelheiten. Deine zwei Zähne knabbern darauf herum und mittlerweile bist du nicht mehr ganz so irritiert, wenn du tatsächlich ein Stück abbeißt.
Manchmal weiß ich nicht, ob ich glücklich oder traurig sein soll, dass du nun schon so groß bist. Ich freue mich über jeden Entwicklungsschritt und doch bin ich mir bewusst, dass jeder Einzelne davon dich zu mehr Selbstständigkeit führt und dadurch auch mehr Raum zwischen uns entsteht.

Ich gönne dir jeden Zentimeter, mein ♥ Kind!!!!

Freitag, 29. März 2013

Oh weh, oh weh, Zahnen tut weh! Oder, wie ich solidarisch mitleide...

Nachdem das Rehlein seine ersten beide Zähne ganz leise und unauffällig an die Oberfläche brachte, machen sich nun andere der weißen Spitzen auf den Weg. Ich weiß gar nicht, ob es einer oder mehr sind, denn ehrlich gesagt, zu sehen ist nix. Könnte daran liegen, dass es schier unmöglich ist, einem Baby so im Mund herumzufummeln, wie man es möchte. Das Baby möchte das nämlich nicht! Egal, es müssen Zähne sein, da bin ich mir sicher! Habe ich doch in mühseliger Detektivsarbeit alle Indizien und Beweise gesammelt. Zunächet einmal eine Art von Quengeligkeit, die ihres Gleichen sucht. Wie einer Frau an ihren besonderen Tagen, kann man dem Rehlein nichts recht machen. Legt man es hin - blöd! Nehm ich es auf den Arm und setze mich hin - noch blöder! Latsche ich rum mit ihr auf dem Arm - ok. Aber bloß nicht stehenbleiben! Nächster Punkt ist der Inhalt der Windeln. ich gehe jetzt nicht weiter darauf ein. Alle Mamas wissen, was ich meine, wenn ich sage, es sieht anders aus und riecht auch so wie es aussieht.
Als ich meine Tochter gestern morgen aus dem Bett nahm, sah sie aus, als hätte sie eine Ohrfeige bekommen. Eine Wagne knatsch rot und heiß. Nach dem Fiebermessen war dann alles klar. 38,5...noch kein Grund zur Panik. Und nein, wir haben noch keins dieser tollen, neumodischen Fieberthermometer, die man lediglich ans Ohr halten muss. Habe ich aber natürlich direkt bestellt, als mir klar wurde, wie dämlich es sein muss, das Kind in der Nacht zu wecken, Windel ab usw. An dieser Stelle ein Dank an Amazon Prime. Morgen haben wir das Ding :-)
Der Tag nahm dann so seinen Lauf und gegen Abend waren es schon 39,2....! Ich bin ja umgeben von Familienmitgliedern und Freundinnen, die alle auf Homöopathie schwören und ich selber greife schon seit Jahren lieber zum Globuli als zur Pille. Daher gab es für dasRehlein erst einmal Camomilla und gaaaanz viel Liebe. Kurz noch schnell den Status in meiner Muttigruppe bei Facebook aktualisiert, damit auch wirklcih alle bescheid wissen. Grandios, wie meine Mädels eben sind, riefen auch gleich zwei von ihnen an, um sich auf den neusten Stand der Zahnung zu bringen und um, ich denke, dass war der eigentliche Grund ihres Anrufes, mich zu beruhigen. Danke, Ich liebe euch! Ich wollte cool bleiben und stecke das Rehlein in sein Bett. Was sollte es schon bringen, sie neben mich zu legen und die ganze Zeit anzustarren. Davon sinkt das Fieber nun auch nicht. Also rüber zum Fernsehen und Topmodel gucken. Schnell musste ich feststellen, dass ich noch nicht einmal dieser leichten TV Kost folgen konnte. So nervös, war ich das letzte mal kurz vor der Geburt. Und da ging es mir besser, denn ich hatte das Kind ja nah bei mir. Wachmachen wollte ich sie auch nicht und so schlich ins rüber um die Lage zu checken. Sie wimmerte leise vor sich hin und als ich die Hand auf ihr Köpfchen legte, kam es mir vor, als könne man ein Spiegelei darauf braten. Mein Herz zersprang! Was war ich doch für eine schlechte Mutter, sie hier einfach sich selbst zu überlassen. Der Rehleinpapa,  dessen Urlaub soeben begonnen hatte, versuchte mich zu beruhigen. Nett gemeint, brachte dennoch gar nichts. Ich wartete also auf ihr Erwachen und tiegerte leise im Zimmer hin und her. Es dauerte nicht lange, bis sie sich meldete und mein bereits zersprungenes Herz bröckelte von meiner Brust. Sie quasselte wildes Zeug, also nicht das übliche Babygequassel, und war völlig von der Rolle. Jetzt oder nie! Thermometer rein, 39,5, Zäpfchen rein und rüber in unser Bett. Noch nie habe ich meinen Mann so schnell und folgsam erlebt. In sachlicher, leicht überspannter Weise, schickte ich ihn diverse Dinge holen oder vorbereiten und er machte alles, ohne nachzufragen. Jetzt sah ich auch bei ihm die Sorge im Gesicht. Für ale, die jetzt denken : "Hallo, das ist nur Fieber!" Ich weiß es! Doch die Gefühle einer Mama, wenn das Kind eben das erste mal Fieber hat, sind nicht zu erklären. Man hat quasi selber fiebrige Unruhe. Nun lagen wir Kopf an Kof im Bett und schauten uns in die Augen. Sie quasselte immer noch wild vor sich hin und wimmerte, während sie in meinen Haaren fummelte. Bald wirkte das Zäpfchen und sie schlef vor Erschöpfung ein. Die darauffolgende Stunden erinnerte mich vom Schlafpensum stark an die ersten Nächte mit ihr und genauso intensiv war es dann auch. Endloses Kopfstreicheln und viele angefangene Fläschchen später kam der Morgen und jetzt liegt sie hier einigermaßen zufrieden auf ihrer Decke. Selber noch ganz erschöpftf, verschiebe ich die Dusche auf später und bin mir sicher, in der nächste Nacht bin ich zwar weniger nervös, aber ich werde genauso mitleiden!


Montag, 25. März 2013

7 Monate Rehlein

Ich möchte eine schöne Tradition von einem meiner ♥ Blogs übernehmen. Mamamiez schreibt monatlich so liebevoll über die Entwicklung ihrer Kinder, dass ich mich nun auch darin versuchen möchte.
So, mein Rehlein. du bist heute sieben Monate, eine Woche und vier Tage alt. Wirklich, du bist ein sehr zufriedenes Kind. Immer und überall kann man dir ein Lächeln entlocken, vorausgesetzt, man steht auf deiner Favoritenliste! Morgens begrüßt du uns mit einem verschmitzten Lachen und liegst immer komplett falsch herum im Bett. Keine Ahnung wie du das machst. Du kannst dich vom Rücken auf den Bauch drehen, aber dann muss es da schon etwas sehr wichtiges zu tun geben. Am liebsten stehst du mit unserer Hilfe. Dann bist du stolz wie Oskar. Sitzen klappt auch super und du kippst immer seltener zur Seite um. Auch das, erfreut dich eher. Alles, was mit Bewegung zu tun hat, findest du super! Du brabbelst den ganzen Tag und von Flüstern bis Pfeifen ist alles dabei. Wenn du einmal gemütlich auf deiner Decke liegst und einer von uns kommt vorbei, freust du dich so sehr, dass du mit Armen und Beinen aufgeregt zappelst. Wehe, wir gehen dann einfach wieder weg. Dann zeigst du uns, dass du eben auch mal meckern kannst! Alles, was du zwischen deine kleine Hände bekommst, wird eingehend untersucht und so schnell nicht wieder hergegeben.Weder mittags noch abends gibt es Schwierigkeiten mit deinem Schlaf, was uns sehr stolz macht. Natürlich bist du der Star auf jeder Familienfeier und deine positive Energie lässt jede schlechte Laune wir im Flug verschwinden.
Wenn du müde bist, nimmst du mein Gesicht in deine Hände und reibst deine kleine Nase an meiner. Es ist das allerschönste auf der Welt, wenn du dich so zu mir drehst. Wir kuscheln viel und wenn ich singe und du auf meinem Arm liegst, singst du ganz leise mit. Abends essen wir alle zusammen, was jedes Mal ein großes Vergnügen ist, da wir dich gerne beim Erkunden beobachten! Ich trage dich im Tuch, wenn ich im Keller die Wäsche mache und wirklich alles wird von dir kommentiert und hin und wieder lachst du einfach laut los.
In meinem Herzen nimmst du den meisten Platz ein, was bestimmt für den Rehleinpapa in Ordnung ist, da es ihm genauso geht.

Du bist unser allergrößte Schatz!